Neue Grundstücke für Einfamilienhäuser sollen in Südlohn und Oeding entstehen

hzBeschlüsse für Baugebiete

Der Rat bringt weitere Flächen für Einfamilienhäuser auf den Weg. Bis sich in Burloe-Ost und an der Rosenstraße aber die Kräne drehen, gibt es noch viele offene Fragen.

Südlohn

, 19.12.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachfrage nach Wohngrundstücken bleibt in beiden Ortsteilen ungebrochen hoch. Händeringend suchen Politik und Verwaltung daher nach möglichen weiteren Flächen für neue Wohnhäuser. Nach Baugesetz können Flächen bis 10.000 Quadratmeter, für die noch bis Ende des Jahres ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst wird, im beschleunigten Verfahren zum Baugebiet erklärt werden. Etliche langwierige Planungsschritte sind dabei nicht nötig. Das hatte der Rat so bereits für andere Flächen in der Gemeinde umgesetzt.

Grundstücke sollen so zum Beispiel nord-östlich der jetzigen Bebauung an der Rosenstraße entstehen. Auch in Oeding wurde wieder so ein Aufstellungsbeschluss gefasst. Dort aber nicht so einmütig.

Einstimmiger Beschluss für das Gebiet in Südlohn

Auch beim Südlohner Gebiet im Wienkamp gibt es noch einige Fallstricke: „Im Regionalplan sind diese Flächen noch nicht enthalten, deswegen müssen wir sowieso noch auf die Stellungnahme der Landesbehörden warten“, erklärte Bauamtsleiter Dirk Vahlmann. Außerdem liegt es auch im Wasserschutzgebiet Stadtlohn-Hundewick. Auch deswegen müssen noch Stellungnahmen eingeholt werden.

Frank Bengfort (CDU) fügte noch hinzu, dass die Straße zu den neuen Grundstücken direkt hinter den schon bestehenden Häusern herführen müsse. „Sonst kommen die jetzigen Hausbesitzer nie wieder an die Rückseite ihrer Grundstücke heran“, erklärte er. Die Verwaltung versprach, darauf zu achten. Einstimmig beschloss der Rat, den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan.

Kritische Diskussion um Fläche in Oeding

Kritischer verlief die Diskussion für ein Gebiet in Oeding: Östlich der Burloer Straße hat die Gemeinde seit Jahren ein Grundstück. Schon in einem städtebaulichen Entwurf für die Ortsrahmenplanung 2003 werden östlich der Burloer Straße Einfamiliengrundstücke verzeichnet.

Komplette Fläche kommt für Ratsmehrheit nicht in Frage

Nun hatte die Verwaltung vorgeschlagen, die komplette Fläche zwischen der L572, der Burloer Straße und den bestehenden Häusern für Wohnbebauung zu nutzen. Dabei gehört der Gemeinde aber nur ein Teil der Flächen. Die am östlichen Rand gelegenen Grundstücke gehören unterschiedlichen Eigentümern.

Neue Grundstücke für Einfamilienhäuser sollen in Südlohn und Oeding entstehen

Südwestlich des Wegs zum Hämingskamp sollen in Oeding neue Grundstücke entstehen. Der Rat stimmte dagegen, die komplette Fläche entlang der L572 in den Bebauungsplan aufzunehmen. © Stephan Teine

Dieser Vorstoß ging der CDU im Rat zu weit. „Wir wollen erst einmal nur die Flächen in Gemeindehand in den Bebauungsplan aufnehmen“, erklärte Alois Kahmen (CDU).

Rund die Hälfte der Fläche gehört der Gemeinde

Kämmerin Birgit Küpers eilte da erstmal in ihr Büro, um die Besitzverhältnisse in eine Zeichnung zu übertragen. Ergebnis: Der westliche Teil des Gebiets bis über den Weg zum Hämingskamp gehört der Gemeinde. Ein Teil im südwestlichen Zipfel soll demnächst noch gekauft werden.

Bei den übrigen Ratsmitgliedern machte sich Unverständnis breit. „Warum wollt ihr nicht die ganze Fläche?“, fragten mehrere Ratsmitglieder in Richtung CDU. Alois Kahmen erklärte: In seinen Augen sei die Fläche zu groß, um sie im beschleunigten Verfahren wie in Südlohn für Wohnbebauung zu nutzen.

„Die Bezirksregierung könnte die ganze Planung abgelehnen“, sagte er. Daher wolle er sich lieber auf realistische Schritte beschränken. Auch die gemeindeeigene Fläche sei mit über 13.000 Quadratmetern schon sehr groß.

Beschluss soll so schnell wie möglich umgesetzt werden

Wie zu erwarten lehnte die CDU-Fraktion den Antrag über die gesamte Fläche geschlossen ab. Mit zehn Stimmen der CDU und einer Enthaltung wurde die große Fläche gegen neun Ja-Stimmen abgelehnt. Bei der reduzierten Fläche drehte sich das Ergebnis: Zehn Stimmen der CDU dafür, eine Enthaltung, neun Ja-Stimmen.

Die Verwaltung soll diese Planung nun mit Nachdruck umsetzen. „Wir können der Bezirksregierung das Tempo ja nicht vorschreiben“, schränkte Bürgermeister Christian Vedder ein. Noch im ersten Quartal 2020 soll es aber etwas werden.

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