Neuer Schießplatz statt Parkplatz: Schützenverein baut ganze Wiese an der Schlinge um

hzWiese am Schlingeufer

Die Planungen für die neue Schützenwiese an der Schlinge hinter der Jakobihalle werden konkret. Noch in diesem Jahr wollen Gemeinde und Schützenverein mit den Arbeiten beginnen.

Südlohn

, 11.07.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Provisorium soll endlich ein Ende haben: Der Schützenverein St. Jakobus Oeding möchte beim Schützenfest 2020 nicht mehr auf einem Parkplatz auf den Vogel schießen. Die Pläne für die neue Schützenwiese am Schlingeufer werden konkret.

Seit zehn Jahren, seit der Supermarkt neben der Jakobishalle gebaut wurde, schießen die Schützen in Oeding in dem schmalen Schlauch zwischen K+K-Markt und Jakobihalle auf den Vogel. „Das war von Anfang an ein Provisorium“, erklärt Werner Tecker, Präsident des Schützenvereins St. Jakobus.

Von Atmosphäre könne dort natürlich keine Rede sein, sagt er weiter. Nur Pflastersteine, kein Schatten, der lange schmale Schlauch zwischen zwei Gebäuden – ideal ist die Fläche für ein Vogelschießen nicht.

Neue Schützenwiese soll zum Fest 2020 fertig sein

Nur noch einmal wollen die Schützen dort auf den Vogel anlegen. 2020 soll die neue Schützenwiese zwischen Jakobihalle und Schlingeufer so weit fertig sein, dass die Vogelstange dort aufgebaut werden kann. „Dort wird dann aber nur das Vogelschießen stattfinden“, erklärt Werner Tecker weiter. Das Fest soll auch in Zukunft in der Jakobihalle gefeiert werden.

Zuletzt im Planungsausschuss hatten sich auch die Politiker der Gemeinde mit den Plänen des Schützenvereins befasst. Wie schon zuvor im Rat stießen die Pläne auf deutliche Zustimmung. Alois Kahmen (CDU) hatte sich sichtlich über die Vorstellung der Pläne gefreut. „Das unterstützen wir in vollem Umfang“, hatte er gesagt.

Gemeinde will nach der Maisernte Rasen säen

Im Moment wächst auf der Fläche noch Mais. Verein und Verwaltung haben sich darauf geeinigt, dass nach der kommenden Maisernte erste Arbeiten beginnen. „Die Gemeinde will in diesem Jahr dort noch den Rasen anpflanzen, damit der bis zum nächsten Sommer anwachsen kann“, erklärt Werner Tecker.

Der sogenannte Schotterrasen wird so angelegt, dass er auch mit schweren Fahrzeugen befahren werden kann. „Schließlich müssen wir da ja auch die mobile Vogelstange aufstellen können“, erklärt Tecker.

Parallel dazu will der Schützenverein die ersten Bäume anpflanzen. Entlang der Schlinge bis zum Friedhof sollen Platanen gepflanzt werden. Und zwar Bäume, die schon eine gewisse Größe haben. Damit auch beim ersten Schützenfest auf der neuen Fläche die Atmosphäre schon stimmt.

Schon jetzt hat der Schützenverein Bodendecker und Unterholz beseitigt. Entlang der Jakobihalle soll auch noch Rollrasen verlegt werden.

Schützenverein stellt sich der großen Aufgabe

Insgesamt keine kleine Aufgabe, aber für den Schützenverein durchaus zu stemmen, wie der Präsident sagt. „Wir sind über 800 Mitglieder, das ist zu schaffen“, sagt er.

Über Geld mag er nicht sprechen. Wichtiger ist ihm, dass es bei den aktuellen Planungen keinen Verlierer gebe: Die neue Schützenwiese liegt im Überschwemmungsgebiet der Schlinge. Feste Bebauung wäre dort deswegen ohnehin nicht möglich. „Deswegen sind wir bei der Verwaltung und der Politik mit unseren Ideen auf offene Ohren gestoßen“, sagt der Präsident.

Pläne sind ein Baustein im großen Konzept für beide Ortsteile

Die Pläne des Schützenvereins sind dabei nur ein Teil der Ideen für das Schlingeufer. Das Flüsschen ist aktuell hinter der Jakobihalle und der zukünftigen Schützenwiese bestenfalls zu erahnen.

Das soll sich in den nächsten Jahren ändern. Die Wiese an der Schlinge soll zu einem Naherholungsgebiet werden. Mit neuen Wegen, Bänken und insgesamt mehr Möglichkeiten, sich aufzuhalten.

Geplant ist zum Beispiel auch eine Brücke über die Schlinge in Richtung des Baugebietes Burloer Straße West. Wann diese Pläne jedoch umgesetzt werden, ist noch völlig offen.

Diese Umgestaltung ist Teil des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK), an dem sich auch der St.-Jakobi-Schützenverein beteiligt hatte. Aktuell liegt das ISEK als Rahmenplanung zur Prüfung bei der Bezirksregierung.

Daran sind auch verschiedene Fördermittel geknüpft, die die Gemeinde beantragen will. Wann die 32 Einzelprojekte in den beiden Ortsteilen jedoch tatsächlich umgesetzt werden, steht im Moment noch nicht fest.

Zu vage für den Schützenverein: „Darauf wollten wir nicht warten“, erklärt Werner Tecker. Aber natürlich seien die Ideen soweit abgestimmt, dass sie sich nicht im Weg stehen.

Insgesamt ist im Rahmen des ISEK geplant, die Schlinge in beiden Ortsteilen erlebbarer zu machen. Das Projekt des Schützenvereins ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Für die Schützen rückt nun aber das Schützenfest in den Fokus. Das findet vom 27. bis 29. Juli statt – vorläufig zum letzten Mal auf Pflastersteinen zwischen Jakobihalle und Supermarkt. Denn: „Als Ausweichlösung können wir dort natürlich auch in Zukunft schießen“, so Tecker.

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