Neues Piratenschiff sorgt für strahlende Gesichter auf dem Spielplatz

Privatinitiative

Ein neues Piratenschiff wird von den kleinen Besuchern auf dem Spielplatz an der Buchenallee im Sturm erobert. Ohne viel privates Engagement von vier Frauen wäre der Kahn nie ausgelaufen.

Südlohn

, 26.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Anna, Marlene, Jakob und Bernd sind von dem neuen Piratenschiff auf dem Spielplatz an der Buchenallee begeistert. Ihre Mütter haben das Projekt mit viel Hilfe von Sponsoren und der Bürgerstiftung Südlohn-Oeding umgesetzt.

Anna, Marlene, Jakob und Bernd sind von dem neuen Piratenschiff auf dem Spielplatz an der Buchenallee begeistert. Ihre Mütter haben das Projekt mit viel Hilfe von Sponsoren und der Bürgerstiftung Südlohn-Oeding umgesetzt. © Stephan Teine

Bernd, Jakob, Anna und Marlene sind begeistert: Seit ein paar Tagen dürfen sie auf dem neuen Piratenschiff auf dem Spielplatz an der Buchenallee klettern, rutschen und toben.

Ein großes, neues Spielgerät auf einem der Spielplätze in Südlohn und Oeding? Dafür hatte die Politik in der Gemeinde Anfang des Jahres doch gar kein Geld eingeplant.

Die Erklärung ist einfach: Die neuen Spielgeräte wurden nicht von der Gemeinde, sondern auf private Initiative aufgestellt. An vielen Stellen in der Gemeinde kümmern sich Nachbarschaften um die Spielflächen. Vier Frauen sind einen Schritt weiter gegangen und haben Geld gesammelt.

Idee wurde bei der Kinderkleiderbörse geboren

Steffi Wissing-Platz, Tina Hornig, Verena Hoeper und Britta Hülscher hatten sich die Idee in den Kopf gesetzt, einen Spielplatz in der Gemeinde aufzuwerten.

Stapellauf gelungen: Das Piratenschiff auf dem Spielplatz an der Buchenallee kommt bei vielen Besuchern schon sehr gut an.

Stapellauf gelungen: Das Piratenschiff auf dem Spielplatz an der Buchenallee kommt bei vielen Besuchern schon sehr gut an. © Privat

„Es gibt keinen Treffpunkt für Eltern mit kleinen Kindern“, sagt Steffi Wissing-Platz. Die vier Frauen sind Teil der Organisatoren der regelmäßigen Kleiderbörsen in Oeding. „Da ist uns aufgefallen, dass man viele junge Mütter im Ort gar nicht kennt, weil man sich noch nie gesehen hat“, erklärt sie weiter. Und so kam die Idee zustande, aus einem der Spielplätze einen besonders attraktiven Treffpunkt für Eltern und Kinder zu machen.

Politik hat eine klare Vorstellung vom Spielplatzkonzept

Von der politischen Diskussion über Form und Größe der Spielplätze war da noch gar keine Rede. Die kam erst im vergangenen Jahr auf. Etliche Spielgeräte auf vielen Spielplätzen mussten ausgetauscht werden, weil sie nicht mehr der aktuellen Sicherheitsnorm entsprachen. Eltern aus beiden Ortsteilen machten sich damals dafür stark, dass einige Spielplätze besser ausgestattet werden, dafür andere kleinere Flächen vielleicht auch zurückgebaut werden.

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In der Politik kam dieser Vorschlag nicht gut an. Der Rat hielt an dem Konzept mit vielen Quartiersspielplätzen fest. Parallel dazu sollten die Spielflächen auf den Schulhöfen der beiden Grundschulen etwas besser ausgestattet werden. Ein zusätzlicher, besonderer Spielplatz soll am Kookamp, im Baugebiet Burloer Straße-West geplant werden.

Sponsoren und Bürgerstiftung helfen mit

Von dieser Seite gab es also kein Geld für die Spielplatz-Idee der vier Frauen. Ohne Sponsoren wäre das Piratenschiff deswegen auch nie vom Stapel gelaufen. Eine ganze Reihe von Unternehmen aus Oeding hat in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung Südlohn-Oeding die Frauen bei ihrem Spielplatzprojekt unterstützt.

„Das hat so gut funktioniert, dass wir nicht nur ein großes, sondern gleich zwei Spielgeräte aufstellen konnten“, sagt Verena Hoeper. Das große Schiff für die älteren Kinder und ein kleineres Spiel- und Klettergerüst für Kinder unter drei Jahren. Beide werden enorm gut angenommen.

Bürgermeister lobt Engagement der Fachleute vor Ort

Bürgermeister Christian Vedder freut sich über das Engagement der Frauen. Natürlich gebe es in der Gemeinde ein grundsätzliches Konzept für Spielplätze. „Die echten Fachleute wohnen aber vor Ort und können uns sagen, was sie sich vorstellen“, sagt er. Für solche Ideen und Anregungen sei die Verwaltung immer offen. „Wir unterstützen, wo wir können“, sagt er.

Das bestätigen die Frauen auf dem Spielplatz. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde habe sehr gut funktioniert.

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Und dass sie mit ihrer Initiative offenbar genau den richtigen Nerv getroffen haben, beweist den Frauen die Resonanz auf dem Spielplatz: „Seit der Spielplatz wegen der Coronaregelungen wieder öffnen durfte, ist hier ständig Hochbetrieb“, freut sich Verena Hoeper.

Bernd, Jakob, Anna und Marlene ist das alles total egal. Sie freuen sich einfach über den tollen, neuen Spielplatz und toben schon wieder auf dem Oberdeck des Piratenschiffs in der Buchenallee.

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