Niedersächsisches auf Oedinger Tellern

Heimatverein

Marion Wienand und Barbara Seidensticker-Beining haben die Heimatfreunde im Bürgerhaus mit Schwarzwurzeln und Hackfleischbällchen bekocht.

Südlohn

, 11.03.2019, 19:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Niedersächsisches auf Oedinger Tellern

Barbara Seidensticker-Beining (l.) und Marion Wienand haben die niedersächsische Küche auf den münsterländischen Tisch gebracht. Beining

Storzenieren“ – das klingt ein wenig steif. In Gemeinschaft mit Hackbällchen erhält dieser Begriff jedoch eine völlig andere, ausgesprochen leckere Bedeutung.

Storzenieren sind nichts anderes als Schwarzwurzeln. Dieses eher seltene Gemüse, serviert mit besagten Hackbällchen, Kartoffeln und einer Sauce unter anderem mit gehacktem Ei, ist sicher keiner der Klassiker der westmünsterländischen Küche – entsprechend unbekannt daher auch den Mitgliedern des Heimatvereins, die am Freitagabend im Bürgerhaus auf dieses Menü trafen.

Und diese Überraschung hatten die Köchinnen dieses Abends, Marion Wienand und Barbara Seidensticker-Beining, auch genauso beabsichtigt. Dieses Gericht stammt nämlich ebenso wie der ungewohnte Name für die Schwarzwurzel aus dem südlichen Niedersachsen – etwa aus der Gegend, wo der Harz und der Solling sich einander annähern.

Sechs Kilogramm Schwarzwurzeln

Die niedersächsische Küche stand im Fokus dieses Abends – angefangen schon mit der Vorsuppe: Es gab „Oldenburger Mockturtlesuppe“ – dort auch geläufig als „falsche Schildkrötensuppe“. Sehr niedersächsisch auch der Nachtisch zum Ende des Dreigangmenus: Welfenpudding und Grießnocken in roter Grütze.

Marion Wienand und Barbara Seidensticker-Beining sind begeisterte und gute Köchinnen. Allerdings stellte die Tatsache, dass sich zu diesem Essen 30 Heimatfreunde angemeldet hatten, die Beiden vor ungewohnte logistische Herausforderungen: Zu verarbeiten waren nämlich sechs Kilo Hackfleisch, eine ebensolche Menge Schwarzwurzeln und fast acht Kilo Kartoffeln allein für das Hauptgericht.

Wiederholung erwünscht

„Wir mussten dafür die größten Töpfe nehmen, die wir auftreiben konnten“, verrät Marion Wienand, die am Herd in der Küche des Bürgerhauses gerade feststellt, dass die Kartoffeln gar sind.

In der Guten Stube nebenan sitzen nun gegen 18 Uhr schon die 30 gut gelaunten und lebhaft diskutierenden Heimatfreunde, unter ihnen zahlreiche (Noch-) Nichtmitglieder. Es gilt die typische WbR-Sitzordunung – „die westfälische bunte Reihe“. Das Essen kann beginnen.

Etwa anderthalb Stunden später: Die beiden Köchinnen haben jedem Gast noch einen alten niedersächsischen Korn spendiert. Alle sind satt und sehr zufrieden. Anne Nienhaus spricht zumindest für den Damentisch: „Es war richtig lecker!“ Und man ist sich einig: „Das sollte man öfter mal machen.“

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