Oedinger taufen ihre fahrende Burg, mit der sie beim Karnevalsumzug imponieren wollen

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Noch zwei Wochen sind es bis zum großen Karnevalsumzug. Genug Zeit, um die letzten Arbeiten am Wagen der Oedinger KKG zu erledigen. Trotzdem wurde die fahrende Burg schon jetzt getauft.

Südlohn

, 15.02.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man nehme 50 Quadratmeter Holz und Spanplatten, zehn Pakete Schrauben, 14 Liter Farbe – hauptsächlich rot, außerdem ein bisschen schwarz und creme. Dazu kommen noch zwölf Quadratmeter Folie und zwei Fenster. Was aus diesen Zutaten entstehen kann, hängt ganz von den Menschen ab, die sich damit beschäftigen. In diesem Fall sind es Lena Kamps, Christian Hayk, Christopher Terhart und Thomas Weißmann sowie noch einige weitere helfende Hände. Wenn man weiß, dass die Genannten allesamt in der Kappenball-Karnevalsgesellschaft (KKG) aktiv sind und Christian Hayk auch noch der KKG-Wagenbaumeister ist, liegt das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen, die seit Anfang November laufen, klar auf der Hand – und steht zudem am frühen Dienstagabend auf dem Hof Weddeling im Pingelerhook im Mittelpunkt einer bewegenden Zeremonie: Der neue Umzugswagen der KKG sieht seiner Taufe entgegen.

Rund 60 Stunden Arbeit, aber nur zwei Drittel fertig

Wobei es sich so ähnlich verhält wie bei einer Schiffstaufe. Der neue Kahn ist nie bis auf die letzte Schraube perfekt, wenn die Sektflasche gegen den Rumpf knallt. Das gilt auch für den neuen Umzugswagen, der nach bisherigen rund 60 Stunden Arbeit etwa zu zwei Dritteln fertig in der Weddeling‘schen Scheune steht.

In diesem Jahr, beim Bau ihres mittlerweile dritten Wagens, haben die Konstrukteure das Wahrzeichen der Grenzgemeinde, die Oedinger Burg auf einen fast ebenso alten aber toprenovierten Ballenwagen gesetzt. Eine ganze Menge fehlt noch, wie Christian Hayk verrät: „Da muss zum Beispiel noch ein Zwischenboden in den Burgturm. Sonst sehen die Leute am Rand des Zuges das Prinzenpaar da oben nicht winken.“

Oedinger taufen ihre fahrende Burg, mit der sie beim Karnevalsumzug imponieren wollen

Christopher Terhart, Lena Kamps und Christian Hayk freuen sich über jeden Helfer. © Georg Beining

Die Seitenwände mit den KKG-Buchstaben und Wappen fehlen auch noch. Aber das ist alles eine Frage der Zeit, wie Christopher Terhart weiß.

Sitzungspräsident Christoph Steinberg zeigt sich äußerst zufrieden mit dem Stand der Dinge: „Wir freuen uns schon auf die Premiere unseres neuen Wagens auf dem Umzug in Südlohn am ersten Samstag im März.“

Richtiger Prinzenwagen statt rollender Partywürfel

Und es wird auch dieses Mal wieder ein „richtiger“ Prinzenwagen, wie der KKG-Wagenbaumeister betont. Im Gegensatz zu den rollenden Partywürfeln, die sich bei den Jugendlichen größter Beliebtheit erfreuen, ist die rollende Burg natürlich oben offen. „Wir sind aber sicher, dass es an dem Samstag nicht regnet“, ist sich der Sitzungspräsident sicher.

Spannend wird es am Mittwoch nächster Woche: Dann kommt ein gestrenger Herr vom Tüv aus Bocholt. Jeder Umzugswagen muss vorher abgenommen werden, so auch die Oedinger Burg. Das Wagengestell, die Räder, die Höhe der Brüstungen – alles wird auf dem Prüfstand stehen. „Da sind wir zuversichtlich“, sagt Christian Hayk, „Wir machen das ja nicht zum ersten Mal.“ Und wann wird der Wagen endgültig fertig sein? Lena Kamps spricht wohl aus Erfahrung: „So ’ne gute halbe Stunde vor dem Umzug, schätze ich.“

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