Pastor Stefan Scho: Gottesdienstbesucher nehmen die Maskenpflicht ernst

hzCoronavirus in Südlohn

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus. Seit der Kreis Borken Risikogebiet ist, müssen auch Gottesdienstbesucher Masken tragen – trotz Abstands. Gibt es dafür Verständnis?

Südlohn

, 27.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das zweite Gottesdienstwochenende mit Maskenpflichtwegen der Corona-Pandemie liegt hinter den Gläubigen der Pfarrgemeinde St. Vitus und St. Jakobus. Seit der Kreis Borken den Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 überschritten hat und somit Risikogebiet ist, gilt auch in der Kirche die Pflicht, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, trotz des Abstands.

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Pastor Stefan Scho fasst im Gespräch mit der Redaktion zusammen, dass die Gläubigen in Südlohn und Oeding der Situation mit sehr viel Verständnis begegnen würden. An dem Sonntag, als die Zahlen im Kreis Borken den Wert überschritten hatte, hatte die Pfarrgemeinde vorgesorgt. „Es waren zwei, drei Besucher da, die keine Masken hatten“, blickt der Pfarrer zurück. Die Küsterin habe die Gottesdienstbesuchern dann mit welchen ausgestattet.

Gottesdienstbesucher nehmen die Maskenpflicht ernst

„Nein, insgesamt hat das gut geklappt, die Leute haben sich dran gehalten“, sagt Pastor Stefan Scho. Seit wieder Gottesdienste gefeiert werden dürfen, sind auch in den Südlohner und Oedinger Kirchen Sitzplätze markiert, damit die Besucher genügend Abstand zueinander halten. Jede zweite Bank wird nicht besetzt.

Selbst das Singen mit Maske klappe ganz gut, bilanziert der Pfarrer. Aber es werde auch weniger gesungen in den Gottesdiensten, darauf werde auch bei der Messgestaltung geachtet. Das Coronavirus wird hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen, deswegen gelten Aerosole als Infektionsrisiko. Dies sind kleinste, unsichtbare Flüssigkeitströpfchen, die sich mit der Luft in Räumen verbreiten können – vor allem auch beim Singen werden diese ausgestoßen.

Einige Plätze in den Kirchen bleiben leer

Mit dem Gottesdienstbesuch „sind wir zufrieden“, sagt Pastor Scho. Nicht alle Plätze seien immer gefüllt, die Menschen seien doch vorsichtig. In den Bänken liegen Kulis und Listen, worauf die Gläubigen ihre Daten hinterlassen müssen. Diese werden beim Hinausgehen in Boxen eingeworfen, die Küsterin kümmert sich um die Desinfektion der Kugelschreiber.

Bei den Beerdigungen waren seit Ausbruch der Corona-Pandemie immer sehr wenige Teilnehmer. Und das, obwohl man „auf dem Dorf eher Riesenbeerdigungen hat“, wie der Pastor ein bisschen stolz sagt. Aber im Moment sei das eben nicht möglich, und die Südlohner und Oedinger hielten sich daran. „Hut ab vor den Bestattern, die schauen, dass alles seine Richtigkeit hat“, betont der Pastor.

Viele Fragen, aber keine Panik

Er selbst verzichte beim Feiern der Messen oder auch bei Beerdigungen auf die Maske – aber achte immer sehr darauf, den Abstand einzuhalten, auch in der Aussegungshalle. Bei allen Gesprächen, sagt Pastor Stefan Scho, sei die Corona-Pandemie Thema. Die Menschen stellten sich viele Fragen, „aber es herrscht keine Panik“, ist seine Beobachtung. Die Bereitschaft sei da, „sich immer auf etwas Neues einzurichten.“

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