Proben im alten Lidl-Markt bringen auch die kleinsten Fehler ans Licht

hzMusikkapelle Südlohn

Die Musikkapelle Südlohn kann endlich wieder proben. Doch der Übergangs-Probenraum im alten Lidl-Markt hat es in sich: Für die Musiker ist er fast ein bisschen eklig, erklärt der Vorsitzende.

Südlohn

, 23.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die erste Probe der Musikkapelle Südlohn nach Monaten unter Coronabeschränkungen ist gelaufen. Und zwar deutlich besser als gedacht: „Der Raum ist klasse“, sagt der Vorsitzende Manfred Wanning im Gespräch mit unserer Redaktion.

Um die Vorschriften gegen die Ausbreitung des Coronavirus einzuhalten, probt die Musikkapelle seit vergangenem Donnerstag in der ehemaligen Lidl-Filiale. Das Gebäude steht leer. Bis es abgerissen wird und für einen neuen Edeka-Markt Platz macht, darf die Musikkapelle dort proben.

Großer Raum bringt alle Fehler der Musiker zum Vorschein

„Für einen Musiker ist der große Raum fast ein bisschen eklig“, erklärt Manfred Wanning. Das hat einen ganz einfachen Grund: „Man hört dort alles. Auch den kleinsten Fehler“, so der Vorsitzende. In einer Kirche beispielsweise würden kleinere Fehler einfach geschluckt. In dem ehemaligen Discounter-Markt hingegen nicht.

„Zum Arbeiten war das echt gut“, erklärt Manfred Wanning. Auch weil die Musiker weit auseinander gesessen haben und sich so mehr auf den Dirigenten und ihr eigenes Instrument konzentrieren mussten. „Der Blick zum Nachbarn hat da nicht geholfen, wenn man seinen Einsatz gesucht hat.“

Sonnenschirme und Stoff sollen Hall schlucken

Größere Umbauten mussten die Musiker nicht vornehmen. Einzig ein paar alte Sonnenschirme wurden aufgestellt, um den Hall etwas zu dämpfen. Zusätzlich wurden auch einige Wände mit Stoff verhängt. Ebenfalls um die Akustik noch etwas zu verbessern.

Losgelöst von der musikalischen Arbeit sei es für die Musiker aber auch einfach schön gewesen, sich wieder einmal zu treffen. „Wir hatten ja wochenlang keine Probe“, sagt der Vorsitzende, „viele haben sich einfach gefreut, sich wiederzusehen.“ In den Räumen der ehemaligen Lidl-Filiale können gemäß der Abstandsregeln alle Musiker des Hauptorchesters gleichzeitig proben. Am vergangenen Donnerstag, bei der ersten Probe in den „neuen“ Räumen, waren rund 50 der 70 Musiker dabei.

Adventskonzert wackelt, dafür werden Lieblingsstücke geübt

Aktuell sei nun aber erst einmal das Wichtigste, dass die Orchestermitglieder Spaß an der Musik und der gemeinsamen Arbeit haben. Dennoch blickt der Vorsitzende schon weiter in die Zukunft: „Ein Adventskonzert werden wir in diesem Jahr ja unter Umständen nicht spielen können“, sagt er. Stattdessen läuft gerade eine Umfrage unter den Orchester-Mitgliedern: Sie sollen ihre Lieblingsstücke nennen. Die werden dann einstudiert und in einem Konzert unter dem Titel „Unsere Lieblingsstücke“ gespielt.

Wie genau dieses Konzert aussehen kann, ist aber noch offen. Möglich wäre ein Open-Air-Konzert. „Das müssen wir aber noch organisieren“, sagt Manfred Wanning. Auch der Termin dafür ist im Moment noch offen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt