Ein Kleinod mitten im Grünen öffnet zu Pfingsten seine Pforten. Der Garten von Annette und Ludger Rensing in Südlohn lädt zum Entdecken, Staunen und Träumen ein.

Südlohn

, 07.06.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es brummt in der weißen „Wedding Day“, die sich weit über ein Dachspalier rankt. Eine ganze Heerschar von Wildbienen und Hummeln fliegt emsig Blüte für Blüte der Kletterrose an. „Wenn man abends hier drunter sitzt, dann duftet es nach Honig“, sagt Annette Rensing schwärmerisch.

Nicht nur den summenden Nützlingen gefällt es ausnehmend gut im 2500-Quadratmeter-Refugium hinter dem Haus von Familie Rensing an der Eschlohner Straße. Die Rensings haben sich hier ein grünes Paradies geschaffen, das sie bereits seit 17 Jahren an ein paar Tagen auch für interessierte Besucher öffnen.

Pflanzen sind katalogisiert

Rund 2000 verschiedene Pflanzen hegt und pflegt Annette Rensing liebevoll - und jede einzelne hat sie akribisch katalogisiert. Das aus gutem Grund, erzählt die Südlohnerin, als sie durch die blühende Pracht schreitet. „Manchmal ist es so, dass eine Blume auf einmal weg ist, weil ein Maulwurf sie angefressen hat oder so. Und dann weiß ich gerne, wie die Pflanze hieß“, erklärt die Gärtnerin aus Leidenschaft.

Die Tage der offenen Gärten am Pfingstwochenende und am Wochenende danach bieten für sie eine Möglichkeit zum Gedankenaustausch. „Ich freue mich, mit anderen Gartenfreunden zu sprechen. Und die Einnahmen spenden wir für einen guten Zweck“, sagt sie.

Für alle Sinne

An jeder Ecke und in jedem Winkel entdeckt das Auge des Betrachters neue Details und die Nase umschwirren betörende Düfte. Voluminöse Pfingstrosen blühen in überbordender Schönheit neben unscheinbaren Gartenkräutern. Mit leuchtend gelben Zitronen behangene Bäumchen rahmen eine lauschige Gartenlaube ein. „Wir haben immer was zu essen, zu riechen und zu sehen - für alle Sinne“, so die Südlohnerin.

Viele der Pflanzen bringt Annette Rensing von Reisen aus der ganzen Welt mit. So wie die wohlriechende Klebsamenpflanze aus Italien oder ihren Paternosterbaum aus dem Iran. Und sie alle fügen sich harmonisch zu einem Bild zusammen. Ein Bild, dass die Gartenenthusiastin in vielen Jahren mit viel Liebe zum Detail komponiert hat.

Eidechsen sonnen sich

Zu nahezu jedem Strauch und jedem Baum weiß Annette Rensing eine Anekdote zu erzählen. So auch zu den Steinumrandungen in ihrem Gemüsegarten, die eigentlich nur eine Verlegenheitslösung waren, nachdem ein Pilz ihre Buchsbaumpflanzen dahingerafft hatte. „Jetzt habe ich eine Sitzgelegenheit und im Sommer legen sich auch die Eidechsen auf die warmen Steine und sonnen sich“, erzählt sie.

Das einem Bauerngarten nachempfundene Areal bietet Platz für alle Möglichen Obst- und Gemüsesorten. Ob Dänische Feigen, Kartoffeln oder Brunnenkresse - alles hat seinen Platz. Und auch die Symmetrie ist stimmig. „In der Mitte ist immer das Gemüse und außen rum ist was zum Naschen“, erklärt die Pflanzenfreundin.

250 verschiedene Rosensorten

Und selbstverständlich wachsen auch hier einige der rund 250 Rosensorten, die sie im Lauf der Jahre gesammelt hat. „Ich wusste eigentlich als Kind schon, wie mein Garten aussehen soll“, sagt Annette Rensing und blickt hoch zu einem Spalier, an dem winzige, schwachgelbe Blüten wachsen. Mini-Kiwis, die sie in wenigen Monaten schon ernten kann.

In der Orangerie warten auf kleinen Paletten bereits einige besondere Mitbringsel für die Gäste. Gegen eine kleine Spende können die Besucher unter anderem echte Guaven-Setzlinge mitnehmen, die Annette Rensing extra für den Tag der offenen Gärten gezogen hat.

Entspannen mit Gartenarbeit

„Das ist nicht viel Arbeit, weil man es gerne macht. Wenn ich von der Arbeit komme, gehe ich in den Garten und komme richtig runter und entspanne“, versichert die Gartenliebhaberin glaubhaft. Alle Interessierten, die auch daran teilhaben möchten, sind willkommen. Am Pfingstsonntag ist in der Lokalzeit Münsterland im WDR ein Beitrag mit dem Titel „Im Garten auf Weltreise“ zu sehen, der sich mit dem Garten von Familie Rensing befasst.

Der Privatgarten Rensing öffnet für Interessierte am Samstag, 8. Juni, von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag, 9., und Montag, 10. Juni von 10 bis 18 Uhr. Am Samstag, 15. Juni, ist der Garten von 14 bis 18 Uhr geöffnet und am Sonntag, 16. Juni, von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt zu den Gartentagen kostet drei Euro, Kinder bist 15 Jahre haben freien Eintritt. Termine für Gruppen nach Vereinbarung. Der Garten liegt an der Eschlohner Straße 7 in Südlohn.

www.privatgarten-familie-rensing.com

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