Sonnenschein rettet das Radtourismusgeschäft auch in Südlohn und Oeding

hzUrlauber in Südlohn

In Zeiten der Corona-Pandemie haben es die Gastronomie- und Hotelbetriebe schwer. Wenigstens scheint aber die Sonne und reizt den einen oder anderen zum Kurzurlaub. Auch in Südlohn und Oeding?

Südlohn

, 22.09.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sonne, wenig Wind, Temperaturen um die 25 Grad – idealer geht es nicht für gemütliche Radtouren. Für den Tourismus im Westmünsterland in Corona-Zeiten ist das sonnige Wetter bis weit in den September hinein ein kleiner Segen.

Radtouristen sind unterwegs, buchen auch in Südlohn und Oeding Hotelzimmer, kaufen Brötchen, genießen ein Eis, gehen essen und schauen sich idealerweise noch in den Geschäften um. Das hat auch Philipp Ellers, Geschäftsführer des Marketing- und Tourismusvereins Somit, wahrgenommen. Für den Somit aber sei „diese Saison in keinster Weise mit der Vorsaison zu vergleichen“, betont er.

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Somit bietet vor allem Pauschalen für Gruppenprogramme. „Bis Mitte März lief es ziemlich gut mit den Buchungen, dann wurde fast alles storniert“, blickt der Somit-Geschäftsführer zurück. Aber: Die Stornierungen seien alle im Tenor „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ gewesen und seien für 2021 vorgemerkt worden.

Wenn aktuell Anfragen kämen, dann eher von Pärchen. Das kann Christian Nagel vom Südlohner Hotel Nagel bestätigen. „Der Trend geht dahin, dass eher zwei oder vier Leute buchen“, hat er beobachtet. Und als zweites: „Das Buchungsverhalten wird kurzfristiger.“ Das sei in diesem Corona-Sommer anders als sonst gewesen.

Sonnenschein rettet das Radtourismusgeschäft

Wenn der Wetterbericht gute Aussichten verspricht, dann wird gebucht. Auch jetzt in der Nebensaison, „da spielt uns das Wetter in die Karten“, betont Christian Nagel. Auch wenn die Auslastung bei weitem nicht wie in normalen Zeiten ist, „es ist ganz in Ordnung“, fasst er zusammen.

Wie Christian Nagel hat auch Thomas Kemper vom Burghotel Pass eine Beobachtung gemacht: Viele haben kurze Fahrradurlaubstrips in der Region gemacht. „Von Südlohn nach Bocholt über die niederländische Seite und dann über die deutsche zurück“, nennt Christian Nagel eine beliebte Route, bei der eine Übernachtung in Südlohn herausspringt.

Viele haben das Münsterland entdeckt

„Viele haben in diesem Sommer das Münsterland entdeckt“, hat Thomas Kemper bei den Gesprächen mit den Hotelgästen erfahren. Und einige wollen auch wiederkommen. Das Wetter, aber auch der E-Bike-Boom hätten dem Fahrradtourismus noch einmal Schub verliehen, betont der Mitarbeiter des Burghotels. Er setzt große Hoffnungen in das touristische Knotenpunktsystem, das nach niederländischem Modell auch im Westmünsterland geplant ist.

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Dass die frei gewordenen Zimmer in Echtzeit ins Onlineportal gehen, habe sich auch als Vorteil erwiesen: „Innerhalb von zwei Stunden war letzte Woche ein Zimmer weg“, kann auch Thomas Kemper den Trend zum kurzfristigen Buchen bestätigen. Er freut sich über das gute Wetter zu Corona-Zeiten: „Wir können uns eigentlich nicht beklagen über den Sommer.“

Ferienwohnungen: Viele waren längerfristig vermietet

Eine Umfrage bei Vermietern von Ferienwohnungen in Südlohn und Oeding ergab, dass in diesem Sommer einige langfristig vermietet und weniger von Kurzurlaubern genutzt waren. So wie bei Maria Bone-Hedwig. Sie habe eigentlich bis jetzt kaum Leerstand der Wohnung gehabt in diesem Corona-Sommer, auch wenn Radtouristen nicht als Gäste dabei waren. Ferienwohnungen gibt es übrigens einige in Südlohn und Oeding – sechs sind auf der Somit-Seite aufgelistet.

Michael Kettermann bietet gerade erst seit Februar seine „Ferienwohnung am Grenzweg“ an. Und auch er ist zufrieden: Gerade am Dienstag ist ein niederländisches Pärchen nach einer Woche abgereist. Trotz Corona zeigte er sich im Telefonat mit der Redaktion sehr zufrieden mit der Belegung der Wohnung, „und das Jahr ist ja noch nicht rum“.

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Zurück zu Philipp Ellers und Somit: „Das Gruppen-Geschäft erholt sich schleppend“, stellt er fest, will aber optimistisch bleiben. „Ich bin zuversichtlich, dass es irgendwann weiter geht.“ Zeit zum Däumchen drehen hatten die Somit-Mitarbeiter aber keinesfalls, wie er schmunzelnd betont: „Ausgelastet sind wir locker.“ Grund: Der Schlinge-Sondergutschein, den die Kommunalpolitik zu Corona-Zeiten aufgelegt hat. Seit dem 1. September ist er beim Somit erhältlich und hat riesige Resonanz.

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