Der Spielplatz an der St. Vitus-Grundschule war seit 2018 ein Sorgenkind: Wegen geänderter Normen musste er erst gesperrt und dann teilweise abgebaut werden. Jetzt hat der Neubau begonnen.

Südlohn

, 10.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Radikal neu soll, nein muss der Spielplatz der St. Vitusgrundschule nach den Sommerferien aussehen. Denn die Din-Verordnungen für die Sicherheit von Spielplatzgeräten haben sich geändert und die Spielgeräte in Südlohn müssen daran angepasst werden.

Rund 90.000 Euro sind für den Spielplatz an der Grundschule vorgesehen. Sie fließen unter anderem in eine Kletterspinne, eine Nestschaukel, ein Kombi-Klettergerät aus Spielturm und Schaukel, sowie eine Kletterstange. Auch der Boden muss dafür komplett neu aufgearbeitet werden. Diese Arbeiten haben am vergangenen Dienstag begonnen.

Gemeinde musste wegen geänderter Spielplatznormen handeln

Bürgermeister Christian Vedder wirbt im Gespräch mit unserer Redaktion noch einmal um Verständnis für den Umbau: „Es muss ja auf dem Spielplatz nichts passieren. Aber falls doch ein Unfall geschieht und bei der Untersuchung herauskommt, dass die Geräte nicht dem aktuellen Standard entsprechen, hätten wir als Kommune ein riesiges Problem“, sagt er.

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Allein deswegen hätten zum Beispiel die großen Steineinfassungen entfernt werden müssen. Außerdem seien auch einige der Holzkonstruktionen in die Jahre gekommen.

Haftung ist für die Kommune ein Riesenthema

Auf die geänderten Normen habe die Gemeinde deswegen ganz einfach reagieren müssen. „Als Privatmann kann man das vielleicht noch einmal etwas großzügiger sehen. Für eine Kommune ist das aber nicht denkbar.“ Allein der wegfallende Versicherungsschutz würde die Gemeinde Südlohn im Ernstfall vor nicht abzuschätzende Probleme – und Kosten – stellen.

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Dirk Vahlmann, Bauamtsleiter der Gemeinde Südlohn, erklärte auf Nachfrage, dass der finanzielle Rahmen auf jeden Fall eingehalten werde. Bei der Zeitplanung sehe das schon etwas anders aus. Die groben Arbeiten würden demnach auch innerhalb der Ferien abgeschlossen. Es sei aber gut möglich, dass noch diese oder jene Feinarbeit erst nach dem Schulbeginn erledigt werden könne.

Erst abgesperrt, dann abgebaut, jetzt der Neubau

Zur Erinnerung: Im vergangenen September hatte die Gemeinde die Spielfläche zunächst komplett abgesperrt. Die Spielplatzprüfung hatte damals ergeben, dass die Geräte nicht mehr den geltenden Sicherheitsstandards entsprachen.

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In den vergangenen Herbstferien wurden dann einige Geräte und die großen Sandsteineinfassungen abgebaut. So konnten die Kinder zumindest einen Teil ihres Spielplatzes wieder nutzen. Der Platz auf dem Schulhof ist wegen der aktuellen Bauarbeiten für den Schulneubau ohnehin sehr begrenzt.

Andere Spielplätze sind auch ständig Thema

Auch auf den anderen Spielplätzen in der Gemeinde mussten etliche Spielgeräte wegen der geänderten Normen abgerüstet werden. Darüber hatten sich verschiedene Nachbarschaften mehrfach beschwert. Auch da gelten aber die gleichen Regelungen. Beispielsweise die kleinen Karussells mussten – je nach Ausführung – abgebaut oder ersetzt werden. Auch verschiedene Klettergerüste oder Schaukeln entsprechen nicht mehr der geänderten Norm.

Die Gemeinde hatte damals versprochen, die kleinen Quartiersspielplätze nach und nach mit moderneren Geräten wieder aufzurüsten. „Da sind wir dran“, erklärte Bürgermeister Christian Vedder auf Nachfrage. Er konnte jedoch noch keinen Zeitplan nennen. Weder für einen der Spielplätze noch für ein Gesamtkonzept.

Teilweise wurden schon Gespräche mit Anwohnern geführt

„Teilweise haben wir schon mit Anwohnern gesprochen, was sie sich dort wünschen“, erklärt Christian Vedder. Schließlich seien ja auch die Kinder die eigentlichen Experten und nicht die Planer in den Verwaltungsbüros. Die Verwaltung freue sich allerdings auch über Vorschläge aus der Bevölkerung. So wie beispielsweise in Oeding an der Hölderlinstraße: Dort hatte die Gemeinde einen Spielplatz komplett aufgegeben. Die Nachbarschaft kümmert sich seitdem um die Fläche und hat sie zu einer Art Nachbarschaftsplatz umgestaltet.

„Eins ist klar: Wir werden kein Grundstück, auf dem ein Spielplatz steht, verkaufen“, macht Christian Vedder ganz deutlich. Schließlich könne heute noch niemand ahnen, wo in ein paar Jahren vielleicht wieder ein Spielplatz gebraucht werde. Über die Ausstattung müsse in der nächsten Zeit entschieden werden. Da wolle die Verwaltung „nach und nach“ dran gehen.

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