Sprachbarriere führt wegen Corona-Test zu großem Polizeieinsatz in Oeding

hzCoronavirus

Gleich 59 Personen aus mehreren Mehrfamilienhäusern mussten auf das Coronavirus getestet werden. Eine Frau hatte sich erst geweigert, den Test machen zu lassen. Deswegen rückte die Polizei an.

Südlohn

, 05.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

59 Personen auf einen Schlag mussten am vergangenen Donnerstagnachmittag an der Winterswijker Straße in Höhe des Sportplatzes auf das Coronavirus getestet werden. Das Ordnungsamt der Gemeinde, Polizei und das Deutsche Rote Kreuz waren zunächst mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Demnach stand eine Frau im Verdacht, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. Sie hatte in den Mehrfamilienhäusern Angehörige besucht. Weil unklar war, mit wem sie Kontakt hatte, sollten auch die weiteren Bewohner auf das Virus getestet werden.

Frau verweigert zunächst die Testung auf das Coronavirus

Die Frau verweigerte jedoch zunächst, sich testen zu lassen. Auch die übrigen Beteiligten lehnten die Testung zunächst ab. Daraufhin wurden von der Gemeinde Polizei und Deutsches Rotes Kreuz alarmiert. Die rückten mit mehreren Einsatzfahrzeugen an.

Jetzt lesen

Im Verlauf des Einsatzes wurde auch ein Übersetzer dazu gerufen. „Danach entspannte sich die Situation schnell“, erklärt Bürgermeister Christian Vedder auf Nachfrage. Er sei am Donnerstag selbst mit vor Ort gewesen. „Die Verweigerung der Testung, die zunächst im Raum stand, ist wohl auf ein Missverständnis oder die Sprachbarriere zurückzuführen“, erklärt er.

Verständigungsschwierigkeiten mussten überwunden werden

Als diese Schwelle überwunden war, hätten sich alle Personen dort ohne Weiteres auf die Testung eingelassen. Zu diesem Zeitpunkt sei auch die starkte Polizeipräsenz bereits reduziert worden.

Von den 59 durchgeführten Tests verliefen schließlich drei positiv. Keine der drei Personen hat jedoch ihren Wohnsitz in Südlohn. Daher schlagen sich diese drei Fälle auch nicht in der Statistik über die Infektionen in der Gemeinde nieder.

Bis zum Ergebnis der Tests hatte die Gemeinde vorsorglich die Häuser unter Quarantäne gestellt. Die konnte am Sonntag bereits wieder aufgehoben werden, als die Ergebnisse vorlagen. Nach seinem Wissen seien sowohl die Besucherin als auch die beiden anderen positiv Getesteten nach Hause zurückgekehrt und hielten sich nicht mehr in der Gemeinde auf.

Mehrere Polizeifahrzeuge sollten Einsatz unterstützen

Der Einsatz hatte für einiges Aufsehen gesorgt. Eine Information der Öffentlichkeit erfolgte jedoch nicht. Die Polizei verwies am Dienstag an die Gemeinde Südlohn als zuständige Stelle und sagte auch nichts zum Verlauf des Einsatzes oder zur Anzahl der Kräfte vor Ort. Auch die Gemeinde äußerte sich zu dem Einsatz erst auf Nachfrage unserer Redaktion.

Christian Vedder argumentierte, dass es unter dem Strich ein ganz normaler Einsatz des Ordnungsamtes gewesen sei, der lediglich durch Verständigungsschwierigkeiten und aus reinen Vorsichtsmaßnahmen etwas größer ausgefallen sei. Auch daher habe er sich dazu entschlossen, nicht öffentlich zu informieren. „Das ist ja auch immer ein Zwiespalt zwischen dem öffentlichen Interesse und der Identifizierbarkeit einzelner Personen“, erklärte er.

Zu den Wohnungen an der Winterswijker Straße sagte der Bürgermeister, dass dort relativ viele Menschen auf relativ wenig Raum leben würden. Auch komme es immer mal wieder zu Beschwerden. „Es handelt sich dabei allerdings um ganz normal vermieteten Wohnraum“, betonte er. Die Bewohner seien überwiegend in den Niederlanden beschäftigt.

Laut Statistik gibt es in der Gemeinde 29 Fälle des Coronavirus

Die Zahlen für Südlohn bewegen sich seit geraumer Zeit auf relativ gleichbleibenden Niveau. Aktuell (Stand: 5. Mai, 15.30 Uhr) sind laut Daten des Kreises Borken in Südlohn und Oeding 29 Infektionen mit dem Coronavirus bekannt. Eine Person ist gestorben, 20 sind genesen. Acht Personen sind aktuell noch infiziert.

Lesen Sie jetzt