Südlohn ist die geheime Hauptstadt der Herforder Motoren

hzHerforder Motorentreffen

Zum siebten Herforder Motorentreffen lud Frank Harks am Samstag Sammler aus ganz Deutschland nach Südlohn ein. Für Herforder-Motoren ist der Ort so etwas wie die inoffizielle Hauptstadt.

Südlohn

, 18.11.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis 1985 stellte die Herforder Motorenfabrik über 10.000 Dieselmotoren her. Obwohl diese Motoren äußerst langlebig waren, zuverlässig liefen und günstig im Verbrauch waren, sind heute weltweit kaum noch welche in Betrieb.

Für Sammler sind diese Motoren jedoch von großem Interesse: Mit viel Fleiß und Spaß machen sie sich an die Restauration der teilweise über 100 Jahre alten Maschinen.

Von seinem Vater schon früh mit dem Virus infiziert, kaufte sich Frank Harks 2015 seinen ersten eigenen Motor. „Es ist nicht einfach, an einen gut erhaltenen Motor zu kommen, aber wenn man lange genug am Ball bleibt, fliegen sie einem irgendwann einfach so zu“, sagte Frank Harks am Samstag.

2016 lief der erste Motor wieder

2016 war es dann soweit und er brachte seinen Motor wieder zum Laufen, vier weitere Motoren sollten im nächsten Jahr folgen. 12.000 Arbeitsstunden hat er inzwischen in sein Hobby investiert und mit zehn eigenen Motoren hat er nun europaweit die größte Sammlung. Mit vier weiteren Motoren in der Menke-Mühle ist Südlohn für die Sammler so etwas wie die Hauptstadt der Herforder Motoren.

Südlohn ist die geheime Hauptstadt der Herforder Motoren

Anlassen per Knopfdruck war damals noch nicht erfunden. Um den großen Dreizylinder zum Leben zu erwecken, brauchen die Herforder-Freunde Muskelkraft. © Raphael Kampshoff

Über 20 Personen trafen am Samstag auf dem Hof Hülser in Südlohn ein, wo die Motoren in einem Schoppen stehen. Einmal im Jahr trifft sich die Interessensgemeinschaft Herforder Motoren. Immer wird das Treffen privat organisiert und findet immer an einem anderen Ort statt. Die Sammler kommen dabei aus ganz Deutschland.

Sammler kommen aus ganz Deutschland nach Südlohn

Am Samstag hatten zwei Sammler aus Leipzig und Magdeburg die weiteste Anreise aber auch Sammler aus dem Schwarzwald gehören zur Gemeinschaft, die sich hauptsächlich über ein Forum und über WhattsApp austauscht. Inzwischen haben sich auch erste Sammler aus den benachbarten Niederlanden und der Schweiz gefunden, die sich mit den 60 Personen austauschen, die zur IG gehören.

Südlohn ist die geheime Hauptstadt der Herforder Motoren

Viele Kindheitserinnerungen kamen bei den Freunden der Herfoder-Motoren hoch, als die Maschine erst einmal lief. © Raphael Kampshoff

Neben Tipps und Tricks bei der Instandsetzung, werden bei den Treffen auch viele neue Kontakte geknüpft. Man erfährt wo man am besten an Ersatzteile ran kommt und tauscht Geschichten und Besonderheiten aus. Viele Sammler sind über die Familiengeschichte zu ihrer Leidenschaft gekommen. Die Motoren wurden früher oft in Mühlen, Sägewerken oder Ziegeleien eingesetzt. Die Sammler stammen meistens aus Familien, die diese Firmen betrieben haben.

Laufgeräusche bringen Kindheitserinnerungen zurück

Wenn sie die Motoren laufen hören, haben sie tolle Kindheitserinnerungen an die Gerüche und Geräusche von damals. Für einige hat es auch eine Art der Lagerfeuerromantik. Die Motoren laufen nicht besonders schnell und sind trotz ihrer Größe auch nicht wirklich laut und es wirkt beruhigend ihnen im Betrieb zuzusehen.

Südlohn ist die geheime Hauptstadt der Herforder Motoren

Über 20 Freunde der alten Herforder-Motoren sind am Wochenende nach Südlohn gekommen. Die Gemeinde ist so etwas wie die inoffizielle Hauptstadt der Herforder-Motoren. © Raphael Kampshoff

Eine Eigenschaft eint alle Sammler: Sie alle haben einen langen Atem. Denn es ist nicht leicht, an Ersatzteile zu kommen. Häufig braucht man viel Glück und gute Kontakte. Und wenn es nach langer Arbeit doch nicht läuft? „Dann schmeißt man sein Werkzeug auch mal in die Ecke und macht eine lange Pause", so Frank Harks. Die Leidenschaft kommt aber meistens doch schnell wieder zurück. Und kommt dann unerwartet doch ein Ersatzteil oder man hat eine neue Idee zur Reparatur, dann juckt es wieder in den Fingern und man geht an die Arbeit zurück.

Harks zeigt die ganze Entwicklungsgeschichte der Herforder Motoren

Jürgen Josten ist ehemaliger Angestellten der Herfoder Motorenfabrik und steht heute noch im Kontakt zur ehemaligen Inhaberfamilie. „Die Besonderheit an der Sammlung von Frank Harks ist, dass man bei ihm die komplette Entwicklung der Motoren sehen kann“, sagt er. Vom kleinen liegenden Motor bis zum großen stehenden ist alles dabei.

Harks hat noch ein ganz persönliches Herzensprojekt. Er möchte den größten liegenden Zweizylindermotor mit 240 PS restaurieren. Damit wäre die Sammlung in seiner Schoppe komplett.

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