Südlohner Dominic Ebbing steht als Shrek plötzlich im Rampenlicht

hzMusical Shrek

Dominic Ebbing steht mit 31 Jahren plötzlich im Rampenlicht: Nach einem Castingbesuch wurde er für die Hauptrolle gewählt. Seitdem singt und tanzt der Südlohner als Shrek über die Bühne.

Südlohn

, 07.12.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bei Auftritten mit dem Spielmannszug Südlohn hat Dominic Ebbing in seiner Kindheit und Jugend schon erste Bühnenerfahrung gesammelt. Als Flötist im Spielleute-Orchester. Viele Jahre später ist nun der Spot auf ihn allein gerichtet: Er ist Hauptdarsteller beim Musical Shrek, das das Projekt „Map“ in Osnabrück aufführt. Im Februar 2020 gibt es wieder Gelegenheit, den Südlohner live auf der Bühne zu erleben.

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Der Casting-Aufruf für das Musical Shrek fiel Dominic Ebbing im Januar 2018 ins Auge. Und er hatte gleich Interesse, einfach mal teilzunehmen, erzählt er im Telefonat mit der Redaktion. Mit einem Freund und einer Freundin ging der 31-Jährige hin. Und mit der Hauptrolle nach Hause. „Das hätte ich ja nie gedacht, gleich die Hauptrolle“, sagt er noch immer mit einem Staunen in der Stimme. Obwohl er schon acht Vorstellungen im 350 Zuschauer fassenden Haus der Jugend in Osnabrück hinter sich hat.

Südlohner Dominic Ebbing steht als Shrek plötzlich im Rampenlicht

Dominic Ebbing, gebürtiger Südlohner, spielt im Musical Shrek die Hauptrolle. Im Februar wird das Stück noch vier Mal in Osnabrück aufgeführt. © privat

Als er sechs Jahre alt war, ist der gebürtige Südlohner in den Spielmannszug eingetreten und hat dort Flöte gespielt, bis er mit 16 nach dem Abschluss auf der Roncallischule eine Ausbildung zum Koch bei Schlüter in Stadtlohn begann. Mit ungefähr 19 begann er zu singen, „und dann habe ich Gitarre gelernt zur Begleitung“, blickt er zurück. Nur zum Spaß und ohne Auftritte hat er in einer Ahauser Band gespielt, Rock und Metal waren das Repertoire.

Dann ging es für ihn nach einer Weiterbildung zum Techniker über Umwege nach Osnabrück, wo er Lebensmitteltechnik studierte. „Da bin ich dann hängen geblieben“, erzählt er gut gelaunt. Mit Musik machen hatte er dann eigentlich nicht mehr so viel zu tun - bis zum Casting des „Musical Amateurprojekts“. Da ging es darum, zu singen. Und zu tanzen.

Mit „Sweet Transvestite“ aus der Rocky-Horror-Picture-Show überzeugt

Für das Gesangsstück suchte er sich „Sweet Transvestite“ aus der Rocky-Horror-Picture-Show aus. Das konnte er auch üben. Nur Tanzen? „Getanzt hatte ich bislang nur so, zum Beispiel in der Corona in Südlohn“, sagt Dominic Ebbing und lacht. Aber beim Casting musste er nach Choreografie tanzen, zum Aladdin-Lied aus den gleichnamigen Musical.

Eine Viertelstunde Zeit gab es zur Vorbereitung, dann ging es auf die Bühne. „Das war eine Herausforderung“, bestätigt der 31-Jährige. Aber die hat er offensichtlich gut gemeistert. Die Verantwortlichen des Musicals Shrek hatten Dominic Ebbing auf die Rolle für Shrek oder Lord Farquaad gecastet. Am Ende wurde es die Hauptrolle. Und der Freund, der ihn begleitete, bekam sie ebenfalls. Für 16 Aufführungen wurden zwei Besetzungen zusammengestellt.

Schauspiel- und Tanzunterricht für Dominic Ebbing

Die Aufgabe, sich im Musical-Projekt zu engagieren, reizte ihn. Schauspiel- und Tanzunterricht brachten ihn weiter. „Wir haben sogar Ballettunterricht bekommen, das war notwendig“, erzählt Dominic Ebbing. Und der Schauspielunterricht sei wirklich wichtig gewesen. „Ich bin ein eher flippiger Typ, und Shrek ist ja gemütlich.“ Die Proben begannen im Mai 2018, die Aufführungen waren im September.

Und wie war die Premiere? „Es war die Hölle“, sagt der Musical-Darsteller und muss lachen. „Ich sterbe jedes Mal so halb“, ergänzt er. Aber das Lampenfieber bringe ihn dann auch zur Höchstleistung, diese Erfahrung hat er gemacht. Er hat jedes Mal den Moment genossen, zu Beginn des Stücks auf der Bühne zu sitzen und die Stimmung des Publikums mitzubekommen. „Es ist ja ein witziges Stück, und wenn man da sitzt und hört, dass die Leute lachen, ist das schön“, erzählt er.

Südlohner Dominic Ebbing steht als Shrek plötzlich im Rampenlicht

Dominic Ebbing im Kostüm der Disney-Figur Shrek © André Suthe

Der schönste Moment sei aber immer der Abschluss, wenn das letzte Stück gesungen ist und der Vorhang sich schließt. „Dann ist man glücklich, das ist ein toller Moment“, spricht er auch für seine Mitdarsteller. „Dann ist man da, wo man ist, richtig. Das ist perfekt“, beschreibt er den Moment des Schlussapplauses. Der Beifall - „das haut einen förmlich um.“

Momente des Glücks auf der Bühne

Das Singen, Tanzen und Schauspielern und die Momente des Glücks auf der Bühne möchte er nun nicht mehr missen: Dominic Ebbing hat schon ein Vorsingen terminiert für eine Musicalgruppe, die auf Tournee geht. „Das wäre dann auch bezahlt“, sagt er. Er ist total froh, die Erfahrung bei dem Musicalprojekt in Osnabrück gemacht zu haben, und könnte sich jetzt vorstellen, professionell anzuknüpfen.

Hauptberuflich arbeitet Dominic Ebbing als Ernährungstherapeut in einer stationären Einrichtung mit Jugendlichen, die an Essstörungen leiden. Bislang hat er seine neue Leidenschaft gut mit dem Job verbinden können. „Die unterstützen mich, wo sie können“, betont der 31-Jährige.

  • Shrek - Das Musical“ hat im Februar 2020 vier Zusatzvorstellungen im Haus der Jugend in Osnabrück, Große Gildewart 6-9.
  • Dominic Ebbing ist in zwei der Vorstellungen in der Hauptrolle zu sehen: am 15. Februar um 19 Uhr und am 23. Februar um 14 Uhr. Weitere Aufführungen sind am 16. Februar um 15 Uhr und am 22. Februar um 19 Uhr.
  • Eintritt: Parkett eins 24, ermäßgt 18 Euro, Parkett zwei 19, ermäßigt 14 Euro. Abend-/Tageskasse jeweils plus zwei Euro (Kasse öffnet 1 Stunde vor der Vorstellung)
  • Einlass 20 Minuten vor der Vorstellung
  • Tickets sind im Vorverkauf erhältlich online auf der Seite von DeinTicket
  • Das Musical Amateurprojekt (map) des Vereins zur Förderung der Musicalkünste bietet Amateuren die Möglichkeitt, in den Bereichen Gesang, Tanz und Schauspiel Erfahrungen zu sammeln und in einem aufwendigen Musical auf der Bühne zu stehen. Die Kooperation mit dem Institut für Musik der Hochschule Osnabrück gibt „Map“ die Möglichkeit, den DarstellerInnen spezielle Förderung zukommen lassen.
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