Trockenheit und Starkregen töten viele Fische in der Schlinge

hzZu wenig Sauerstoff

Tote Fische in der Schlinge: Trockenheit und Starkregen haben in Oeding zu einem Fischsterben geführt. Die Feuerwehr belüftet den Fluss, kann jedoch nur wenig ausrichten.

Südlohn

, 18.08.2020, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der starke Regen der vergangenen Tage wurde von vielen heiß ersehnt. Doch er kam zu schnell und zu stark. Für etliche Fische in der Schlinge war er das Todesurteil: Sie überlebten den plötzlichen Wetterumschwung nicht. Am Wochenende trieben in Oeding viele Fische „kieloben“ tot in der Schlinge. Ein Alarmsignal für den Angelsportverein Oeding.

Die Mitglieder alarmierten noch am Freitagabend die Südlohner Verwaltung und schließlich die Feuerwehr. Die Feuerwehrleute eilten zu Hilfe und pumpten zusätzliches Wasser in die Schlinge, um so den Sauerstoffgehalt zu erhöhen. „Hilfreich auf jeden Fall, jedoch gegen die Verunreinigung nicht wirklich das richtige Mittel“, sagt Maik Valtwies vom Angelsportverein Oeding.

Übelriechende Verschmutzung aus dem Gewerbegebiet?

Er beobachtete an einer Zuleitung in die Schlinge, die aus dem Gewerbegebiet an der Industriestraße kommt, Schaumbildung und eine übelriechende Verschmutzung. „Der Geruch war nicht einzuordnen“, erklärt er noch. Der Angelsportverein prüft nun, ob er noch Wasserproben oder auch die verendeten Fische untersuchen lassen kann.

Was das kostet und ob der Verein sich das überhaupt leisten kann, ließ er noch offen. Auch woher die Verschmutzung stammt, mag Maik Valtwies nicht einschätzen. Klar ist für ihn nur, dass das Problem in diesem Jahr ein besonderes Ausmaß angenommen hat. „So viele tote Fische hatten wir sonst nicht. Das hat es vielleicht vor über 15 Jahren einmal gegeben“, sagt er. Auch damals nach einem Starkregen.

Durch den starken Regen der vergangenen Tage hat die Schlinge viel Sauerstoff verloren. Zahlreiche Fische sind daran verendet.

Durch den starken Regen der vergangenen Tage hat die Schlinge viel Sauerstoff verloren. Zahlreiche Fische sind daran verendet. © ASV Oeding/Mike Valtwies

Für Manfred Sicking, Führer des Löschzugs Oeding der Freiwilligen Feuerwehr, war es kein besonderer Einsatz. „Wir mussten in den vergangenen Jahren immer mal wieder zur Schlinge ausrücken und sie belüften“, sagt er. Auch ihn habe dieses Mal aber die Menge der toten Fische überrascht. „Das gab es so noch nicht“, erklärt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Verschmutzungen sollen von den Straßen stammen

Bürgermeister Christian Vedder kennt das Problem: Gerade nach langen Trockenperioden sei ein plötzlicher Starkregen für Fische sehr gefährlich: „Dann wird oft der Schmutz von den Straßen mit in die Gewässer gespült“, erklärt er. So werde der Sauerstoffgehalt im Wasser zusätzlich vermindert. Der sei durch die lange Hitze vorher bereits gesunken.

Von einer abweichenden Verunreinigung sei ihm allerdings nichts bekannt. Am Wochenende sei der Bereitschaftsdienst der Verwaltung nach der Meldung ausgerückt und habe dann in Absprache mit der unteren Wasserbehörde die Feuerwehr alarmiert.

Jetzt lesen

Von besonderen Geruchsbelästigungen oder auffälligen Verschmutzungen sei aber nichts gemeldet worden. Deswegen seien auch keine zusätzlichen Untersuchungen eingeleitet worden. „Ich will das Problem auf keinen Fall herunterspielen, aber bei solchen Wetterereignissen muss man sich leider auf solche Folgen einstellen“, sagt er.

Naturschutz an der Schlinge soll verbessert werden

Für Maik Valtwies liegt das Problem tiefer. „Man muss doch nur über die Grenze schauen, da sieht man, wie Naturschutz aussehen kann“, sagt er. Direkt hinter der niederländischen Grenze sei die Schlinge ein natürlich schlängelnder Fluss, ein echtes Naturschutzgebiet. Auf deutscher Seite gleiche sie eher einem begradigten Kanal. „Bis vor ein paar Jahren war das doch genau so ein Abwasserkanal wie früher die Emscher im Ruhrgebiet“, sagt er. Da müsse dringend noch etwas getan werden.

Jetzt lesen

Für die Feuerwehr ist das Problem derweil noch nicht beseitigt. Wie Manfred Sicking am Dienstag erklärte, waren die Feuerwehrleute auch am Montagabend wieder an der Schlinge im Einsatz. Und auch am Dienstagabend waren weitere Einsätze geplant. Dieses Mal sogar grenzübergreifend: „Die Watershap Overijssel hat uns um Unterstützung gebeten“, sagt er. Die Pumpen des Oedinger Löschzugs werden deswegen auch auf niederländischer Seite eingesetzt.

Lesen Sie jetzt