Lotta (6) hat den Politikern einen Wunsch mitgegeben: „Die Seilbahn muss bleiben“. Der Wunsch wurde ihr sofort erfüllt: Die Seilbahn bleibt auf dem Spielplatz am Scharperloh. Es kann nur sein, dass sie etwas versetzt wird. © Anne Winter-Weckenbrock
Spielplatzplanung

Was sich die Scharperloh-Einwohner für den großen Spielplatz wünschen

Trotz drohender Schauer waren zahlreiche Einwohner des Wohngebiets Scharperloh zum Ortstermin mit dem Bauausschuss am Spielplatz gekommen. Nicht nur das sorgte für Staunen, auch die Wünsche.

Zwei große, attraktiv ausgestattete Spielplätze soll es bald in der Gemeinde geben, einen in Oeding, einen Südlohn im Wohngebiet Scharperloh. Dort trafen sich am Mittwoch zahlreiche Anlieger mit Vertreten von Kommunalpolitik und Gemeindeverwaltung: Ortstermin. Die Anlieger durften Fragen stellen, Wünsche äußern und Anregungen geben.

Erstens waren die Bauausschussmitglieder positiv überrascht, dass trotz des kalten Wetters sehr viele Anlieger zum Spielplatz gekommen waren. Und zwar gut vorbereitet: Die Anlieger hatten sich zusammengesetzt, sich Gedanken gemacht und diese auf einem Plan notiert, der sogleich verteilt wurde und als Grundlage für manches Gespräch diente.

Viele Anlieger des Spielplatzes im Wohngebiet Scharperloh waren am Mittwoch zum Ortstermin mit Vertretern von Kommunalpolitik und Verwaltung gekommen. Dort ging es um die Pläne für den „großen Spielplatz“ für den Ortsteil Südlohn.
Viele Anlieger des Spielplatzes im Wohngebiet Scharperloh waren am Mittwoch zum Ortstermin mit Vertretern von Kommunalpolitik und Verwaltung gekommen. Dort ging es um die Pläne für den „großen Spielplatz“ für den Ortsteil Südlohn. © Anne Winter-Weckenbrock © Anne Winter-Weckenbrock

Zweitens kamen auch die „Experten“ zu Wort: Lotta (6) war mit ihren Eltern gekommen und musste eines unbedingt loswerden: „Die Seilbahn soll da bleiben.“ Dieser Wunsch konnte der kleinen Südlohnerin sogleich erfüllt werden: Die Seilbahn bleibt. Aber ob sie vielleicht versetzt wird, um Platz für weitere Spielgeräte zu schaffen, das ist die Frage.

Seilbahn und Hügellandschaft sollen bleiben

Wenn es nach den Anliegern geht, muss das gar nicht sein. „Kosten/Nutzen?“ notierten sie unter ihre Anregung, die Seilbahn und die Hügellandschaft zu belassen. „Das wird einfach so gut angenommen“, sagte eine Mutter im Gespräch mit der Redaktion, „da kommen ja jetzt schon Kinder aus ganz Südlohn hin.“

Bauamtsleiter Dirk Vahlmann stellte zunächst den Plan vor: Wo der Kleinkinderbereich hin soll, dass Platz zum Fußball spielen mit Toren und Ballfangzäunen vorgesehen ist, dass der Spielplatz insgesamt fünf Meter breiter wird als jetzt, wo er durch die Hecke zur Freifläche hin abgetrennt wird. Dort wird es aber nicht frei bleiben: Da entsteht der nächste Bauabschnitt des Wohngebiets.

Es ging um die 300.000 Euro, die zur Verfügung stehen und die, so brachte Bürgermeister Werner Stödtke in Erinnerung, nicht überschritten werden sollen. Eine Sitzgruppe, die auch von Jugendlichen als Treffpunkt genutzt werden kann, brachten die Anlieger ins Spiel. „Wenn die ihren Müll wieder mitnehmen, ist es ja gut“, sagte eine Südlohnerin und erntete zustimmendes Nicken. Für „unter 14“ solle der Platz nicht ausgeschildert werden, so der Wunsch.

„Wir brauchen keinen Spielplatz, der einen Designpreis gewinnt“

Die Kommunalpolitiker nahmen den Eindruck mit, dass die Anlieger an sich schon sehr zufrieden mit dem Spielplatz sind, so wie er ist. Darauf spielte Steffen Schültingkemper (CDU) in der anschließenden Sitzung in der Jakobihalle an: „Muss man den Spielplatz auf links ziehen oder sollte man die Struktur erhalten?“ Von ihm aus sei zum Beispiel der im Entwurf geplante geschwungene Weg nicht nötig: „Wir brauchen keinen Spielplatz, der einen Designpreis gewinnt.“

Die Einwohner des Wohngebiets Scharperloh hatten sich gut vorbereitet: Auf einem eigenen Plan von dem Gelände hatten die Wünsche, Anregungen und Fragen notiert.
Die Einwohner des Wohngebiets Scharperloh hatten sich gut vorbereitet: Auf einem eigenen Plan von dem Gelände hatten sie Wünsche, Anregungen und Fragen notiert. © Anne Winter-Weckenbrock © Anne Winter-Weckenbrock

„Der Spielplatz hat ja schon einen Preis gewonnen“, nahm Rudolf Terhörne (SPD) den Ball auf: „Die Anlieger wollen den so behalten, nur was dazu.“ Bauamtsleiter Dirk Vahlmann musste erkennen, dass nicht nur sein Entwurf für den Spielplatz in Oeding, sondern auch der für Südlohn „in der Schublade liegen bleiben“ könne. „Kein Problem, dann bestellen wir nur Spielgeräte und Sitzecken“, kommentierte er die Diskussion im Bauausschuss.

Für Oeding muss Vahlmann komplett neu planen, weil der Standort verlegt wurde. Nun auch noch Südlohn. Aber die Gemeindeverwaltung „habe den Auftrag wohl verstanden“, sagte Bürgermeister Werner Stödtke: „Die Akzeptanz werden wir nur erzielen können, wenn wir auf die Leute eingehen.“

Alle Südlohner können sich mit Ideen einbringen

Laut Bauausschuss soll die Verwaltung nun mit den Kitas und der Grundschule in Kontakt treten, um von dort Anregungen zu erhalten. Weil der Spielplatz „für ganz Südlohn“ sein soll, soll sich auch jeder Interessierte einbringen können, per Telefon unter (02862) 58262, E-Mail (gemeinde@suedlohn.de) oder online im Ideen- und Beschwerdemanagement www.suedlohn.de/anregung. Bis zum 31. Mai solle gesammelt werden.

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Redaktion Ahaus
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