Wenn die Närrinnen die Macht übernehmen

hzAltweiber

Im Rathaus hatten die Herren am Altweiber-Donnerstag nicht mehr viel zu sagen. Auch der Bürgermeister musste den Verlust seiner Krawatte hinnehmen.

Oeding

, 28.02.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Gemeinschaft ausgeübter Frohsinn bedarf, soll er nicht irgendwann im Chaos versinken, fester Regeln und Abläufe. Das gilt für den Karneval im Allgemeinen und die Weiberfastnacht im Besonderen. Und daran halten sich auch die heimischen Karnevalisten; die vom Kinder- und Familienkarneval (KFK) in Südlohn ebenso wie die von der Kappenball-Karnevalsgesellschaft KKG in Oeding. Kernelement der Wei-berfastnacht ist stets der Rat-haussturm. Der Ablauf steht fest: Da das Rathaus in der Grenzgemeinde angesiedelt ist, kommen die Südlohner per Bus dorthin. Die KKG trifft sich zum Warmlaufen zunächst gegen 14 Uhr vor der Filiale der Sparkasse an der Winterswyker Straße, stürmt die erstmal und begibt sich dann zur VR-Bank fast gegenüber, um sich dort mit den KFKlern zu treffen und das Kreditinstitut gemeinsam einzunehmen.

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Närrinnen stürmen das Rathaus

Die "alten Weiber" haben am Donnerstag das Rathaus in Oeding gestürmt.
28.02.2019
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Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Georg Beining
Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Georg Beining
Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Georg Beining
Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Georg Beining
Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Georg Beining
Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Georg Beining
Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Georg Beining
Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Georg Beining
Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Georg Beining
Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Georg Beining
Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Georg Beining
Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Georg Beining
Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Georg Beining
Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Georg Beining
Die Narren stürmten am Altweiberdonnerstag das Rathaus.© Stephan Teine

Erst dann nämlich, wenn die emotionale Grundlage und der Siegeswille durch diese beiden erfolgreichen Eroberungen gefestigt sind, geht der Feldzug in die nächste Runde. Von diesem Zeitpunkt an haben Bürgermeister Christian Vedder und seine tapferen Leute im Rathaus nichts mehr zu lachen. Da nützt es ihnen gar nichts, dass sie sich alle (bis auf eine schottische Ausnahme) als überzeugte Europäer verkleidet haben. Die vereinigten Prinzenpaare – Thomas I. und Sarah I. von der KKG, das KFK-Kinderprinzenpaar Erik I. und Gabriella I. sowie die „Großen“, Josef I. und Petra II. – kennen keine Gnade. Wird irgendwo ein Krawattenträger gesichtet, ist er reif für den Abschnitt. Den Anfang macht natürlich der Bürgermeister höchst selbst. Er muss auch den Rathausschlüssel herausrücken – nach nur kurzer Gegenwehr.

Männer sind am Altweiber-Donnerstag Freiwild

Einer der besiegten Rathauskrieger mit halbiertem Schlips schaut etwas fassungslos in den bunten Narrentrubel. „Sind denn die Männer heute alle Freiwild?“, scheint er sich selbst zu fragen. „Natürlich!“, möchte man ihm antworten.

Erst, wenn sich kein Fünkchen Widerstand im Rathaus mehr regt und die Party in vollem Gange ist, bricht das vereinigte KKG/KFK-Narrenheer auf und in die Apotheke an der Mühlenstraße ein, um dort die erste Siegesfeier zu begehen. Die finale Feier findet dann anschließend im Burghotel Pass statt. Und allerspätestens dann ist es auch mit den festen Regeln und Abläufen am Ende.

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