Wie sich die Corona-Krise auf die Südlohner Gemeindefinanzen auswirkt

hzCoronavirus in Südlohn

Wahrscheinlich werden die Gewerbesteuern dieses Jahr mindestens in der Höhe fließen wie einkalkuliert. Vielleicht gibt es sogar ein sattes Plus. Trotz Corona. Aber es gibt auch Mehrausgaben.

Südlohn

, 18.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Folgen der Corona-Pandemie schlagen sich offenbar in diesem Jahr noch nicht auf die Gemeindefinanzen nieder. Das sagte Kämmerin Birgit Küpers im Gespräch mit der Redaktion. Der Rat hatte in seiner jüngsten Sitzung ihren Finanzzwischenbericht zur Kenntnis genommen – ohne Fragen oder Diskussion.

Im Großen und Ganzen sei die Lage konstant, „Einbrüche erwarten wir 2021 und 2022“, sagte Bürgermeister Christian Vedder in der Ratssitzung.

1,2 Millionen Euro Gewerbesteuern mehr könnten fließen

Was die Gewerbesteuern für das laufende Jahr angeht, ist Birgit Küpers recht optimistisch, dass die einkalkulierte Einnahme von rund 6,2 Millionen Euro auch erreicht werden könnte. Aktuell legten die Mitteilungen sogar nahe, dass 1,2 Millionen Euro mehr fließen könnten. Aber Birgit Küpers ist vorsichtig und will das letzte Quartal abwarten.

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Dennoch: „Nennenswerte Anträge auf Herabsetzung der Gewerbesteuermessbeträge oder Stundungsanträge wurden seit dem letzten Finanzzwischenbericht nicht gestellt“, teilte sie mit. Wie die Unternehmen in Südlohn und Oeding die Corona-Krise weggesteckt haben, ob es eine „Delle“ bei den Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde geben wird, werde sich eher in den nächsten Jahren zeigen.

Die Kredite, die die Gemeinde voraussichtlich aufnehmen muss, um ihre Investitionen zu stemmen, beziffert die Kämmerin auf rund 4,3 Millionen Euro. Anfang des Jahres war bereits ein Kredit aus dem Programm „Gute Schule“ in Höhe von zwei Millionen Euro zu einem Zinssatz von null Prozent aufgenommen worden. Mit rund sechs Millionen an neuen Krediten bleibe die Gemeinde im Rahmen dessen, was zu Jahresbeginn einkalkuliert war.

Wie sich die Corona-Krise auf die Gemeindefinanzen auswirkt

Wie hat sich die Coronapandemie direkt auf die Gemeindekasse ausgewirkt? Mehrausgaben gab es an verschiedenen Stellen, wie Birgit Küpers im Zwischenbericht aufgelistet hat. Insgesamt belaufen sie sich aktuell auf knapp 107.000 Euro. Darunter fällt der Zuschuss für Handel und Wirtschaft in Südlohn und Oeding in Höhe von 25.000 Euro für den Schlinge-Gutschein genauso wie die knapp 10.000 Euro für die Hygienemaßnahmen in den gemeindlichen Schulen oder die mehr als 3000 Euro für die Umsetzung der Corona-Regeln in den Wahllokalen am 13. September.

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Die Kämmerin plant, den Haushalt für 2021 in der Dezember-Ratssitzung einzubringen. Birgit Küpers geht davon aus, dass das für dieses Jahr geplante Investitionsvolumen nicht ganz abgearbeitet werden könne. Mit Blick auf den Haushalt 2021 wolle sie weitgehend auf die Übertragung der Geldsummen für bestimmte Projekte, die nicht an die Reihe gekommen sind, verzichten. „Insbesondere noch nicht begonnene Maßnahmen sollen komplett neu veranschlagt werden“, schlägt sie vor. Das diene einer besseren Übersicht.

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