Wütende Diskussion über Beschwerdemanagement und die erste Anregung der WSO

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Eine wütende Diskussion zwischen Christian Vedder und Maik van de Sand hat eine Anregung der WSO ausgelöst. Das Beschwerdemanagement, das die Gruppe forderte, gibt es in der Gemeinde längst.

Südlohn

, 19.01.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gemeinde soll ein digitales Beschwerdemanagement bekommen und auch die Internetseite überarbeiten. Die Gruppe „WSO – Offene Einwohnerbeteiligung“ hatte eine entsprechende Anregung eingereicht. Doch das Angebot gibt es längst.

Bürgermeister Christian Vedder machte am Mittwoch im Haupt- und Finanzausschuss seinem Ärger darüber Luft: „Da wird eine Sau werbewirksam durch das Dorf getrieben“, sagte er. Das Beschwerdemanagement sei seit 2011 online. Ein Anruf bei der Verwaltung hätte die Fragen aus der Welt schaffen können.

Relaunch der Internetseite ist geplant

Auch der Relaunch der Internetseite sei längst in Auftrag gegeben, habe sich im vergangenen Jahr aber noch einmal verzögert. Das solle nun im ersten Quartal 2020 geschehen. Auch den hatte die WSO dringend angemahnt.

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Christian Vedder erklärte, dass sich Südlohn im Vergleich zu anderen Kommunen ähnlicher Größe nicht verstecken müsse. Außerdem erwarte er, dass jemand mit Erfahrung in der Südlohner Kommunalpolitik wie Maik van de Sand auch einen Finanzierungsvorschlag bei Anträgen mitliefert. „Das haben Sie nicht getan“, sagte er.

Van de Sand in der Defensive

Maik van de Sand (Grüne) ging in die Defensive: Er will die WSO als Vorsitzender in die nächste Kommunalwahl führen, sitzt aber noch als Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat. Die Fraktion löst er zum 31. Januar auf. „An dieser Anregung habe ich nicht mitgewirkt“, erklärte er. Und ein Bürger müsse ja wohl keine Deckungsvorschläge liefern.

„Wenn jemand das Wissen hat, darf ich auch erwarten, dass das auch passt“, so Vedder. Die Diskussion entwickelte sich weiter zum Streitgespräch zwischen Maik van de Sand und Christian Vedder.

„Beschwerdemanagement ist fehlerhaft“

Maik van de Sand: Auch wenn es ein Beschwerdemanagement gebe, sei es fehlerhaft. So fehlten am Abend der Sitzung beispielsweise Angaben zum Datenschutz oder zum Impressum auf den entsprechenden Seiten, erklärte van de Sand. „Davon steht in dem Antrag aber nichts“, konterte Bürgermeister Christian Vedder.

Hermann-Josef Frieling (CDU) beruhigte die Diskussion schließlich. „Ich bin bekennender Analogist“, sagte er. Aber wenn die Verwaltung die Anregung abgewogen habe, sei eine weitere Diskussion ja müßig. Er wünschte sich, dass die Planung für den neuen Onlineauftritt in einer der kommenden Sitzungen vorgestellt wird. „Wir entscheiden da ja gerade nicht über das Wohl und Wehe der Gemeinde“, urteilte er.

Frank Bengfort (CDU) bekam das Schlusswort: „Es ist ja auch immer gut, dass man alles, was man hat, auch regelmäßig auf den Prüfstand stellt.“

Die fehlenden Angaben wurden von der Gemeinde ergänzt. Das Beschwerdemanagement findet sich auf der Internetseite der Gemeinde Südlohn.

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