Seit über 200 Jahren feiert die Nachbarschaft Pingelerhook den Karneval mit dem traditionellen Wurstaufholen. Eine Familie aus dem Sickinghook darf mitfeiern.

Südlohn

, 04.03.2019, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Nachbarschaft Pingelerhook feiert man nachweislich seit über 200 Jahren Karneval. Nach dem man sich in den Anfängen auf den einzelnen Höfen in einer festgelegten Abfolge zum tollen treiben traf, sind heute die „Reiterstuben“ zum Mittelpunkt der närrischen Aktivität geworden.

Zum „Wurstaufholen“ werden aber nach wie vor alle 20 Haushalte im Pingelerhook aufgesucht, um die Mettwurst an die „Gaffel“ zu hängen, die dann gegen Abend von der gesamten Hooksgemeinschaft verzehrt wird. Beim Wurstaufholen wird auch eine alte Truhe mitgeführt, die in einer bestimmt festgelegten Reihenfolge für ein Jahr in einem Haushalt verbleibt. Dabei stehen spannende Verhandlungen an , die wie man es schon ahnen kann, der Form endet, das die Jahresmiete mit einem Liter Schnaps abgelöst werden muss.

Viel Schnaps getrunken

Bis in die 80er Jahre gab es beim Rundgang durch den Hook lediglich Schnaps zu trinken, danach stellte man nach und nach auf Bier um. Seit etwa 200 Jahren feiert auch die Familie Wehling-Wilgenbusch aus dem Sickinghook mit dem Pingelerhook Karneval. Wie es zu dieser närrischen Liason gekommen ist, bedarf es einer besonderen Erklärung: Ein Ur-Urahne des heutigen Hofbesitzers ist Viehhändler gewesen. Er traf beruflich bedingt auf die Karnevalsgesellschaft im Pingelerhook. Man bot ihm an, für 42 Pfennige mitfeiern zu dürfen.

Mit 42 Pfennigen eingekauft

Diese gegenseitige Vereinbarungen werden bis heute aufrecht erhalten: mit 42 Cent hinter dem Komma. Der Betrag vor dem Komma wird von der Gastfamilie immer großzügig verhandelt.

Einige Wochen vor Fasching rückt also immer eine Delegation aus dem Pingelerhook aus, um die Einladung zu überbringen.

Am Samstag machte sich der gesamte Pingelerhook mit „Kind und Kegel“ auf den Weg zur Familie Wehling im Sickinghof, um die Kiste wieder in den geregelten Umlauf zu bringen.

Wurstaufholen mit langer Tradition

Die Nachbarschaft Pingelerhook hat sich in diesem Jahr auf den Weg in den Sickinghook gemacht. © Foto Georg Beining

Hin und Rückweg wurde trotz der großen Entfernung zu Fuß zurückgelegt, aber nicht ohne einen Verpflegungsstopp einzulegen; schließlich musste man die „Kiste“ noch zum Hof Schücker tragen, wo sie jetzt bis zum nächsten Fasching verbleibt.

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