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Abendsprechstunde „Herzschwäche – wenn der Lebensmotor stockt“

Ärztin spricht mit einem älteren Patienten in der Sprechstunde
Statistics shows that everything is normal © Adobe Stock
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Ein schwaches Herz ist keine normale Alterserscheinung. Sie entwickelt sich über Jahre hinweg als Folge anderer Herzerkrankungen. Eine rechtzeitige gezielte Behandlung kann die Leistungsfähigkeit des Herzens noch lange erhalten. Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an Herzschwäche.

Offenbar aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, bleiben Patienten mit Herzschwäche mit teils gefährlichen Symptomen aber zu Hause und scheuen den Weg ins Krankenhaus. Diese Scheu kann lebensgefährlich sein. In der MLZ-Abendsprechstunde referiert Dr. Alessandro Cuneo über das Thema „Herzschwäche“ und all seine Facetten. Cuneo ist der neue Chefarzt der I. Medizinischen Klinik – Kardiologie, Angiologie und Diabetologie am St. Marien-Krankenhaus in Ahaus.

Abendsprechstunde „Herzschwäche“: Alle Infos

Bei der MLZ-Abendsprechstunde wird Dr. Alessandro Cuneo in seinem Vortrag über viele weitere Aspekte zum Thema „Herzschwäche“ sprechen und auch gern auf Fragen aus dem Publikum eingehen. Beginn der kostenlosen Veranstaltung am 10. November ist um 19 Uhr. Anmelden können Sie sich online über folgenden Link: https://www.klinikum-westmuensterland.de/veranstaltungen/veranstaltungen-fuer-patienten/

Herzschwäche bedingt weitere Krankheiten

Herzschwäche ist keine eigenständige Erkrankung. In ihr münden andere Herzkrankheiten – bei Weitem am wichtigsten: die koronare Herzkrankheit und hoher Blutdruck, allein oder gemeinsam mit Diabetes. „Besonders gefährlich wird es, wenn koronare Herzkrankheit, hoher Blutdruck und Diabetes gemeinsam auftreten. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit einer Herzschwäche und ihrer Komplikationen, aber auch das Sterberisiko überproportional an.

Auch die Dreierkombination Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes erhöht das Risiko eine Herzschwäche zu entwickeln um ein Vielfaches“, erklärt Chefarzt Dr. Alessandro Cuneo, der neue Chefkardiologe im Ahauser St. Marien-Krankenhaus. Der 52-Jährige spricht aus langjähriger Erfahrung und bringt eine ganze Menge an Expertise mit nach Ahaus. Schwerpunkte des kardiologischen Fachbereiches sind z.B. alle Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufsystems. Zum Leistungsspektrum gehören Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, Herzschwäche, Herzklappenfehlern und entzündliche Herzerkrankungen.

Als zertifiziertes Hypertonie-Zentrum der DHL (Deutsche Hochdruckliga) wir den Patientinnen und Patienten eine kompetente Anlaufstelle angeboten, um mit optimierten Therapiemöglichkeiten Ursachen und Folgen des schwer einstellbaren Bluthochdrucks umfassend abzuklären und zu therapieren. Im Bereich der sogenannten „Angiologie“ können Patienten mit angeborenen und erworbenen Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße sowie diabetischen Fußsyndromen, thrombotisch-embolischen Erkrankungen und Blutgerinnungsstörungen behandelt werden.

Was ist eine Herzschwäche?

„Die chronische Herzschwäche ist ein Zustand, bei der die Pumpkraft des Herzens so weit abnimmt, dass nicht mehr genügend Blut und damit Sauerstoff und Nährstoffe zu Organen wie Gehirn, Nieren oder Muskeln gepumpt werden“, sagt Dr. Alessandro Cuneo.

Das hat schwerwiegende Folgen: Der ganze Körper wird in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt nicht nur zu einschneidenden Beschwerden, in ihrem fortgeschrittenen Stadium bedroht die Herzschwäche das Leben des Patienten. Je früher die Herzschwäche (Herzinsuffizienz) erkannt wird, umso eher kann man mit den heutigen Therapiemöglichkeiten die fatale Entwicklung der Krankheit aufhalten oder verlangsamen.

Wie erkennt man die chronische Herzschwäche?

Die chronische Herzschwäche beginnt schleichend mit Atemnot und einer Abnahme der Leistungsfähigkeit. Zunächst können die Beschwerden ganz unspektakulär sein. Zum Beispiel: Immer hat man mit Freunden eine Wanderung gemacht. Das gibt man auf, weil es bergauf zu anstrengend ist. Zu Bahn und Bus rennt man nicht mehr, weil man schnell außer Atem kommt.

Wenn man die Treppe hinaufsteigt, geht einem die Luft aus, sodass man zwischendurch stehen bleiben muss. Man ist müde, abgeschlagen, an den Fußgelenken und am Fußrücken stellen sich Wassereinlagerungen ein, die wie Schwellungen aussehen: sogenannte Ödeme. Sie sind dadurch zu erkennen, dass durch Druck mit einem Finger bleibende Dellen in dem geschwollenen Bereich, z.B. an den Fußgelenken, entstehen.

Wie wird die Herzschwäche diagnostiziert?

Jeder, der unter Atemnot leidet, sollte den Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich um eine Herzkrankheit handelt. Der Arzt erfährt viel durch die Vorgeschichte des Patienten und die körperliche Untersuchung. Bedeutsam sind die sichtbaren Stauungszeichen: Wassereinlagerungen in der Lunge zeigen, dass die linke Herzkammer erkrankt ist. Bei lang bestehender Schwäche der linken Herzkammer mit Drucksteigerung im Lungenkreislauf kommt es auch zu einer Überlastung der rechten Herzkammer und zu Wassereinlagerungen in den Gelenken, besonders im Unterschenkel. Im fortgeschrittenen Stadium kann sich Körperflüssigkeit in der freien Bauchhöhle (Aszites) stauen oder zwischen Rippenfell und Lunge die Entfaltung der Lunge und damit das Atmen behindern (Pleuraerguss).

Eine Erweiterung der großen Halsvenen, insbesondere im Liegen, zeigt, dass die rechte Herzkammer nicht mehr genug Blut aufnehmen kann. „Wenn auch nur der geringste Verdacht auf eine Herzschwäche besteht, hat der Hausarzt die Aufgabe, den Patienten an einen Kardiologen zu überweisen, damit die Herzschwäche sicher diagnostiziert und behandelt werden kann. Leider kommt es immer wieder vor, dass die Überweisung zum Facharzt oder in eine Spezialambulanz für Herzinsuffizienz unterbleibt und dadurch die Chancen sinken, die Herzschwäche wirksam zu bekämpfen“, so Dr. Alessandro Cuneo.

Welche Untersuchungen sind nötig?

Die beste Beurteilung der Herzfunktion ermöglicht die Ultraschalluntersuchung (Echokardiographie). Dadurch ist zu erkennen, ob der Herzmuskel dicker oder dünner geworden ist, ob der gesamte Herzmuskel oder nur bestimmte Wandabschnitte geschädigt sind. Zu sehen ist auch, ob Herzklappendefekte Ursache der Herzschwäche sind. Das EKG kann den Arzt auf eine Vergrößerung der linken Herzkammer oder eine Verdickung des Herzmuskels hinweisen.

Das EKG kann auch Hinweise auf einen zurückliegenden Herzinfarkt geben. Das Belastungs-EKG zeigt, inwieweit die körperliche Belastbarkeit des Patienten eingeschränkt ist, und kann auf eine koronare Herzkrankheit hinweisen. Manchmal ist eine Röntgenaufnahme nötig, um genaue Vorstellungen von der Herzgröße zu bekommen. Sie dient auch dazu, die Flüssigkeitseinlagerungen in der Lunge nachzuweisen.

Wenn die Diagnose Herzschwäche feststeht – auf was muss sich der Patient gefasst machen?

Der Patient muss wissen, dass die chronische Herzschwäche die Tendenz hat fortzuschreiten. Die Pumpkraft des Herzens nimmt bei vielen Patienten mit der Zeit immer weiter ab. Anfangs rufen nur große Anstrengungen Beschwerden hervor, später auch kleine. Ist die Erkrankung fortgeschritten, kann es zu Komplikationen kommen: Bei vielen Patienten werden die Nieren im Laufe der Zeit geschädigt, sodass sie nicht mehr ausreichend Wasser und Salz ausscheiden.

Häufig treten Herzrhythmusstörungen auf, die das Herz belasten. Blutarmut und Eisenmangel können den Gesundheitszustand weiter verschlechtern. Ziel der modernen Therapie der Herzschwäche ist es, in die Mechanismen einzugreifen, die nach heutigem Wissen zum Fortschreiten der Erkrankung beitragen, um die Verschlechterung der Krankheit aufzuhalten oder sie zumindest zu verlangsamen. Die Chancen dafür sind umso besser, je früher die Herzschwäche erkannt wird.

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