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Nachhaltigkeit

Tipps für einen vogelfreundlichen Garten

Amsel, Drossel, Fink und Star: Damit sich die Vögel aus dem Kinderlied im Garten wohlfühlen, brauchen sie mehr als Körnerfutter im Winter.
© picture alliance/dpa

Ein saftiger Regenwurm hier, ein stabiler Ast zum Sitzen da, und ab und zu eine Schale Wasser zum Planschen: Vögel brauchen eigentlich nicht viel, um sich wohlzufühlen. Es ist aber mehr als nur die Winter-Fütterung.

Längst findet man viel mehr Vogelarten in Gärten als in der freien Natur. „Das war vor 200 Jahren noch ganz anders. In der damals noch strukturreichen, kleinteiligen Landschaft lebten bis zu 80 Prozent mehr Vögel als in der heutigen Kulturlandschaft“, berichtet Staudengärtnerin Svenja Schwedtke aus Bornhöved (Schleswig-Holstein). Unter anderem das Insektensterben zwingt die Vögel in die Gärten. Denn hier finden sie Nahrung und ein Zuhause.

Aber wie sieht ein guter Vogelgarten eigentlich aus? Und was müssen Gartenbesitzer alles beachten?

Vogelschlag: Fensterscheiben markieren

Eine vogelfreundliche Umgebung beginnt nicht erst im Garten, sondern schon an der Veranda oder auf der Terrasse. Genauer gesagt: An der Fensterscheibe. Über 18 Millionen Vögel krachen laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) jedes Jahr an Fenster, Tausende sterben an den Folgen der Kollision.

Beerensträucher im Garten sind eine gute Ergänzung für den Nahrungsplan der Vögel im Winter. © dpa © dpa

An den Scheiben sollten daher sogenannte hochwirksame Muster angebracht werden. Dazu zählen nicht Vogelsilhouetten. Sondern vertikale oder horizontale, wenige Millimeter dünne Linien, die in Abständen von fünf bis zehn Zentimetern auf die Fensterscheiben angebracht werden.

Meisenknödel? Ja, aber…

Wer Vögeln insbesondere in der kalten Jahreszeit etwas Gutes tun will, der hängt Meisenknödel auf. Das kann man übrigens auch auf seinem Balkon tun. Aber Meisenknödel ist nicht gleich Meisenknödel, erklärt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Das Netz sollte beispielsweise nicht aus Plastik bestehen. Denn darin können sich leicht die kleinen Beinchen und Krallen der Vögel verheddern und verletzen.

In einem möglichst naturbelassenen, etwas wilden Garten fühlen sich Insekten wohl – und die frisst der Buntspecht. © dpa © dpa

Alternativ kann man auch Futterspender aufstellen. Hier mahnt der Nabu aber an, dass die Tiere nicht im Futter herumlaufen dürfen. Sonst können Krankheiten übertragen werden. Aus dem gleichen Grund darf das Futter nicht nass werden. Übrigens: Als Futter eignen sich Sonnenblumenkerne gut.

Aber Vorsicht: Zwischen April und Juli gelten besondere Einschränkungen zur Jungenfütterungszeit. Die Kleinen vertragen nämlich weder Fettfutter, noch Erdnüsse oder ganze Sonnenblumenkerne. Besser verfüttert man möglichst kleine Samen von Wildkräutern oder frisches, nicht getrocknetes Insektenfutter.

Vorsicht beim Rückschnitt

Staudengärtnerin Schwedtke plädiert dafür, im Herbst den Garten vogelfreundlich für die kalte Jahreszeit vorzubereiten. So rät sie beispielsweise dazu, verblühte Stauden, Gräser und Wildkräuter nicht vollständig abzuschneiden, sondern bis zum Frühjahr stehenzulassen. „Die Samen vieler Arten fallen nach und nach aus, so dass die Piepmätze lange gut davon haben.“

Und Schwedtke hat einen Pflanztipp: „Beerensträucher und Wildsträucher wie Schlehe, Berberitzen, Schneeball, Vogelkirsche oder Weißdorn produzieren Früchte, die lange in den Winter hinein Nahrung bieten.“ Spätestens im Herbst sollten diese Gehölze gepflanzt werden.

So eine Bepflanzung hat einen weiteren Vorteil: In einem möglichst naturbelassenen, etwas wilden Garten fühlen sich auch Insekten wohl. Und die haben wiederum die Vögel zum Fressen gern.

Den Vögeln Nistmöglichkeiten bieten

Doch nicht nur bei der Nahrung sind die Vögel auf die Gartenbesitzer angewiesen. Um ihren Nachwuchs eine Kinderstube zu bieten, brauchen Vögel Nistplätze, die sicher sind vor etwa Katzen. „Dornenbüsche wie Schlehen, Weißdorn, Brombeeren und Wildrosen bieten wunderbare Nistmöglichkeiten, denn dorthin kommen wenig Feinde“, sagt Gärtnerin Schwedtke.

In der Brutsaison der Vögel ist es übrigens zwischen März und September verboten, Bäume, Sträucher und Hecken großflächig zurückzuschneiden. Der genaue Zeitraum, in dem das Schneiden und Fällen untersagt ist, wird von den jeweiligen Kommunen geregelt, erklärt der BUND.

Vogelfutter wird am besten über einen Futterspender angeboten – und nicht im Netz, an dem sich die Vögel verletzen können. © dpa © dpa

Alternativ kann man Vögeln Nistkästen anbieten. „Hier ist es wichtig, dass die Einfluglöcher nach Osten zeigen und dass die Kästen katzensicher hängen“, sagt Schwedtke. Außerdem sollten sie nicht direkt in der Sonne hängen.

Magnus J. K. Wessel, Leiter Naturschutzpolitik und -koordination beim BUND, erklärt: „Besonders für Arten wie das Rotkehlchen oder den gefährdeten Gartenschläfer sind Nistkästen eine gute Unterstützung.“ Er erklärt außerdem, dass Nistkästen nicht vor März angebracht werden sollten, um die Tiere nicht in ihrer Winterruhe zu stören.

Bei der Reinigung sollte man auf chemische oder desinfizierende Mittel verzichten, raten die Naturschützer vom Nabu. Es reicht vollkommen aus, wenn der Kasten gründlich ausgefegt wird. Bei starkem Parasitenbefall kann mit klarem Wasser und gegebenenfalls etwas Sodalauge geputzt werden.

Damit man die Vögel im Garten richtig genießen kann, hat Schwedtke noch einen abschließenden Tipp: „Hängen Sie Vogelfutterhäuser auf, am besten dort, wo Sie die Vögel auch beobachten können. Und erleben Sie die Freude, Kleiber, Buntspecht, Stieglitz und Meisen am Futterhaus zuzuschauen.“ dpa

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