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Über 280.000 Ausfalltage in Pflegeberufen

Die Pflegebranche in Westfalen-Lippe ist im Vergleich zu anderen Berufen wesentlich häufiger von Arbeitsausfällen aufgrund psychischer Erkrankungen betroffen. © AOK/Hfr.
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Die Pflegebranche in Westfalen-Lippe ist im Vergleich zu anderen Berufen wesentlich häufiger von Arbeitsausfällen aufgrund psychischer Erkrankungen betroffen. So lag die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle wegen psychischer Erkrankungen bei Gesundheits-, Kranken- und Altenpflegerinnen und -pflegern im vergangenen Jahr fast 66 Prozent über dem Durchschnitt aller anderen Berufsgruppen.

Arbeitsunfähigkeit in der Pflege

In den vergangenen Jahren sind die Arbeitsunfähigkeitsfälle in der Pflege wegen psychischer Erkrankungen und Burnout kontinuierlich gestiegen. Allein von 2020 bis 2021 um 15,1 Prozent auf 8.902 Fälle. Diese führten insgesamt zu 284.650 Fehltagen. „Das macht deutlich, dass die besonderen Probleme in der Pflege durch die Pandemie noch einmal verschärft worden sind und die Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessert werden müssen“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest.

Seit Jahren zeigen AOK-Analysen, dass psychische und psychosomatische Erkrankungen beim Pflegepersonal zunehmen. So sind nicht nur die Anforderungen in der Pflege komplexer geworden. Auch der Fachkräftemangel führt zu Arbeitsverdichtungen und Mehrbelastungen.

AOK fordert Entlastung in Pflegeberufen

„Die Beschäftigten in der Pflege brauchen dringender denn je Entlastung und einen Ausgleich zu den wachsenden Anforderungen ihres Berufs“, fordert Ackermann. Einen solchen Ausgleich kann die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) schaffen. Sie trägt dazu bei, Arbeitsbelastungen zu vermindern, die individuelle Gesundheit der Pflegefachpersonen zu stärken und die Einrichtungen, in denen sie arbeiten, gesundheitsgerechter zu gestalten. Dazu hat die AOK die Initiative ‚Pflege.Kräfte.Stärken‘ gestartet. „Wir bauen unsere speziellen Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der Pflege weiter aus – insbesondere durch zusätzliche digitale Angebote wie Online-Seminare“, so AOK-Chef Ackermann.

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