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Urologische Erkrankungen – Facharzt des Ahauser Krankenhauses beantwortet Leserfragen

Klinikum Westmünsterland
Dr. Björn Haben ist Facharzt für Urologie und Kinderurologie. Im Jahre 2008 wechselte er als Chefarzt in das St. Marien-Krankenhaus Ahaus und ist seit 2013 zugleich auch Ärztlicher Direktor. © Klinikum Westmünsterland
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Mit dem Urologen verbinden viele einen Facharzt für Männer, vergleichbar mit dem Gynäkologen als Facharzt für Frauen. Das stimmt so jedoch nicht. Zwar behandeln Urologen auch Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane, aber in erster Linie sind sie ausgewiesene Spezialisten für die Nieren, den Harnleiter, die Harnblase, die Harnröhre (also für die harnbildenden und harnableitenden Organe) sowie die Prostata.

Beschwerden in den meisten dieser Bereiche können sowohl Männer als auch Frauen betreffen. Der Urologe ist also immer auch ein Facharzt für Frauen.

Etwa jeder zweite Mensch in Deutschland erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs (51 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen). Rund ein Viertel dieser bösartigen Tumore treten im männlichen und weiblichen Harntrakt beziehungsweise an den Genitalien auf. Der Urologe ist somit der wichtigste Ansprechpartner für die Diagnosestellung und Therapiesteuerung dieser Krebserkrankungen. Zu den von Urologen am häufigsten entdeckten und behandelten Tumoren gehören bösartige Veränderungen der Prostata, der Harnblase, der Nieren und der Hoden.

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Dr. Björn Haben im Patientengespräch – 2008 wechselte der Facharzt für Urologie und Kinderurologie als Chefarzt in das St. Marien-Krankenhaus Ahaus und ist seit 2013 zugleich auch Ärztlicher Direktor. © Klinikum Westmünsterland

„Durch frühzeitige Erkennung und verbesserte sowohl diagnostische als auch therapeutische Verfahren konnte die Heilungsrate aller urologischen Krebserkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend verbessert werden“, erklärt Dr. Björn Haben, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie im St. Marien-Krankenhaus Ahaus und betont, dass Vorsorge-Untersuchungen in bestimmten Altersgruppen keineswegs überflüssige Termine sind, sondern oft eine entscheidende Richtung für die weitere Lebensqualität der Patienten vorgeben.

Krebsfrüherkennung

Krebsfrüherkennungsuntersuchungen haben das Ziel, Tumore möglichst in frühen Stadien ihrer Entwicklung aufzuspüren. Frühe Stadien lassen sich nämlich meist erfolgreicher und auch schonender behandeln als späte Stadien, in denen möglicherweise sogar schon Tochtergeschwülste (Metastasen) entstanden sind.

Symptome und Vorboten

Der Experte Dr. Haben, der seit 2008 Chefarzt in Ahaus ist und das dortige durch die DKG (Deutsche Krebsgesellschaft) zertifizierte Prostatakarzinomzentrum leitet, spricht aus jahrelanger Erfahrung und kennt die Tücken der jeweiligen urologischen (Krebs-)Erkrankungen. Einige Symptome und Vorboten sind schmerzfrei und sind zum Beispiel mit vermeintlich harmlosen Blutungen oder Vergrößerungen verbunden. Was sich genau dahinter verbirgt, kann nur der Arzt feststellen und im akuten Verdachtsfall weiter an den Spezialisten überweisen. Dieser wiederum kann dann weiter überweisen an die Experten des UZA (Urologisches Zentrum Ahaus) im Ahauser St. Marien-Krankenhaus.

Prostatakrebs

Frühzeitig einmal durchchecken lassen kann oftmals (überlebens-)wichtig sein. Für viele Männer ist es zum Beispiel immer noch ein hochsensibles Thema, dem „Mann“ sich aber rechtzeitig widmen sollte: Die Prostata, eine kleine Drüse im Becken des Mannes, die mit zunehmendem Alter häufig Probleme bereitet. Prostatakrebs ist mit etwa 65.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Männern und die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. Risikofaktoren sind das steigende Alter, bestimmte Ernährungsweisen und eine familiäre Belastung. Testosteron und Geschlechtsverkehr haben keinen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko.

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Modernste Untersuchungsräume – Als eines von deutschlandweit nur etwa 40 Zentren wurde das Ahauser Prostatakarzinomzentrum (PKZ) von der renommierten Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) für das Zweitmeinungsverfahren zugelassen. © Klinikum Westmünsterland

Prostatakrebs kann sich sehr unterschiedlich verhalten: Zum einen gibt es Karzinome, die in der Übergangszone entstehen, also in dem Bereich des Organs, der sich mit zunehmendem Alter zur gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie – BPH) umwandelt. Diese Karzinome werden meist zufällig bei der Operation der gutartigen Vergrößerung entdeckt und dementsprechend auch als Zufallskarzinom (inzidentielles Karzinom) bezeichnet.

Prostatakrebsfrüherkennung

Zum anderen gibt es das sogenannte stumme (latente) Prostatakarzinom, das dem Mann zu Lebzeiten keinerlei Beschwerden verursacht und auch nicht gesundheitsgefährdend ist. Durch systematische Untersuchungen der Vorsteherdrüsen verstorbener Männer stellte man fest, dass etwa 30 Prozent der über 50-Jährigen ein solch stummes Prostatakarzinom in sich tragen. Wichtig: Von den gesetzlichen Krankenkassen wird Männern im Alter von über 45 Jahren eine kostenlose Prostatakrebsfrüherkennung angeboten, allerdings leider ohne die Laborbestimmung des „PSA“-Wertes, der entscheidende Hinweise für das Vorliegen eines Prostatakarzinoms geben kann.

Nierenkrebs

Die Zahl der Neuerkrankungen bei Nierenkrebs steigt seit Jahren an. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass Nierentumore durch die verbesserte und fast überall eingesetzte Ultraschalltechnik früher entdeckt werden. Bei bis zu 25 Prozent der Betroffenen mit Nierenkrebs ist die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose aber bereits fortgeschritten (metastasiert).

Harnblasenkrebs

Harnblasenkrebs ist eine eher seltene Krebserkrankung. Besondere Risikofaktoren sind Rauchen, Alkohol und der Kontakt mit bestimmten chemischen Stoffen. Männer sind dabei fast doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Das Tückische an der Erkrankung: Häufig wird die Diagnose erst in einem späten Stadium gestellt, da sich der Tumor in der Blase lange Zeit kaum bemerkbar macht.

Krebserkrankungen der ableitenden Harnwege (Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre) sind mit etwa drei Prozent im Vergleich zu anderen Krebsarten relativ selten. Die Tumore gehen fast immer von der Schleimhaut der ableitenden Harnwege aus. Diese Schleimhaut heißt Urothel und die Tumore deshalb Urothel-Tumore. Mehr als 90 Prozent wachsen in der Harnblase (Harnblasenkarzinome).

Hodenkrebs

Hodenkrebs ist eine eher seltene Krebserkrankung. Allerdings ist er die häufigste Krebsart bei jungen Männern zwischen 25 und 45 Jahren. Wichtigster Risikofaktor ist der Hodenhochstand.

Früh erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut. Etwa bei fünf Prozent aller Männer mit Hodenkrebs entsteht ein zweiter Tumor im anderen, dem Gegenhoden. Meist liegen zwischen der ersten und der zweiten Diagnose weniger als fünf Jahre, im Einzelfall können aber auch bis zu zehn Jahre vergehen. Warum Hodenkrebs entsteht, ist noch nicht endgültig geklärt.

„Insgesamt wird es immer wichtiger, dass die Patienten sensibilisiert sind und selbst Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen“, richtet Dr. Björn Haben einen Appell an jeden einzelnen. „Der Körper sendet häufig Warnzeichen. Mit Beschwerden wie Schmerzen beim Wasserlassen oder Blut im Urin sollten man zum Arzt gehen. Ab einem gewissen Alter ist vor allem für Männer ein regelmäßiger Besuch beim Urologen sinnvoll – nicht nur für die Prostatavorsorge“, ergänzt der erfahrene Urologe.

Telefonsprechstunde am 26. Oktober

Sie haben Fragen zum Thema? Dann heißt es für Sie „Frag doch mal den Arzt“ und rufen Dr. Björn Haben an. Am Mittwoch, 26. Oktober, zwischen 14 und 16 Uhr unter der Telefonnummer (02561) 99-23010. Weitere Infos unter: www.urologisches-zentrum-ahaus.de

Ausgezeichnetes Prostatakarzinomzentrum (PKZ) in Ahaus

Das PKZ Ahaus bietet Patienten, die zuvor in einer Erstdiagnose das Untersuchungsergebnis „Prostatakrebs“ erhalten haben die Möglichkeit einer validierten und unverbindlichen Zweitmeinung an. Als eines von deutschlandweit nur etwa 40 Zentren wurde das Ahauser PKZ von der renommierten Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) für das Zweitmeinungsverfahren zugelassen. Jeder Fall wird in der sogenannten Tumorkonferenz einem Team aus Experten der operativen Urologie, der Strahlentherapie, der Onkologie sowie Pathologie und Radiologie vorgestellt und eine individuelle Therapieempfehlung erarbeitet. Diese Empfehlung kann Patientinnen und Patienten die größtmögliche Sicherheit geben, genau den richtigen Behandlungsweg gegen den Prostatakrebs einzuschlagen. Das geschieht mit schonenden Therapieformen unter Einsatz modernster Medizintechnik.

Zur Person: Dr. Björn Haben

Dr. Björn Haben ist Facharzt für Urologie und Kinderurologie mit den Zusatzbezeichnungen „spezielle urologische Chirurgie, Andrologie, medikamentöse Tumortherapie, Röntgendiagnostik Harntrakt und interventionelle Radiologie“. Im Rahmen des PKZ (Prostatakarzinomzentrums) Ahaus ist der 58-Jährige außerdem als zertifizierter Prostataoperateur tätig. Der zweifache Familienvater absolvierte seine Ausbildung nach dem Studium der Medizin an der Universitätsklinik des Saarlandes zunächst in der renommierten Urologischen Uniklinik des Saarlandes in Homburg, danach am St.-Antonius-Hospital Eschweiler. Nach der Facharztanerkennung im Jahre 1996 erhielt er eine eigens neu geschaffene Oberarztstelle, in 2003 wurde er zum Leitenden Oberarzt ernannt. Im Jahre 2008 wechselte er als Chefarzt in das St. Marien-Krankenhaus Ahaus und ist seit 2013 zugleich auch Ärztlicher Direktor.

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