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Wanderungen auf der Spur der Steine an Lahn, Nahe und in der Eifel

Der malerische Blick auf den Rockeskyller Kopf.
Der malerische Blick auf den Rockeskyller Kopf. © Helmut Gassen
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Schwarzer Lavastein, heller Marmor und der sogenannte Rotliegende: Rheinland-Pfalz wird durch seine farbenfrohe geotopische Vielfalt ausgezeichnet. Dessen reiche Erdgeschichte lässt sich sowohl auf Wanderwegen durch beeindruckende Landschaften als auch in verschiedenen Erlebniswelten entdecken. Hier erfährt man Spannendes, zum Beispiel vom Ursprung der Gesteine bis hin zu deren Verarbeitung in großen Bauprojekten.

Mit allen Sinnen auf den Spuren der Lava

Im Herzen der Vulkaneifel liegt der Rockeskyller Kopf, eine Lavaabbaugrube. Der Vulkan ist ein besonderes Geotop, denn im Gestein sind alle Stufen seiner Entwicklung deutlich zu erkennen, die vor etwa 1,8 Millionen Jahren begann. Wie in einem Bilderbuch sind die Vulkanbauten und vulkanischen Ablagerungen zu sehen. Auf einem 4,4 Kilometer langen Rundweg kann man die Hand auf erkaltete Lava und Schlacken-Aschenschichten legen, den Kraterrand sehen und nachvollziehen, wie die vulkanische Aktivität von einem Schlot zum anderen wanderte. Mammutjäger, Kelten und Römer besiedelten und verehrten den Berg.

Der Lava-Dome in Mendig
Die Vulkanausbrüche in der Eifel werden im Lava-Dome in Mendig ebenso anschaulich wie abwechslungsreich erklärt. © Klaus-Peter Kappest/RPT

Unterwegs gibt es schöne Ausblicke auf die Kasselburg und das Kylltal sowie Informationstafeln, auf denen die Vulkantätigkeit näher erklärt wird. Die Lavaabbaugrube selbst kann im Rahmen von geführten Touren, angeboten vom Naturpark und UNESCO Global Geopark Vulkaneifel, mit Gästeführerin Doris Clemens besichtigt werden. Im Lava Dome Mendig kann man den Ausbruch eines Vulkans zudem hautnah erleben. Obwohl dieser natürlich nicht echt ist, hinterlässt die Inszenierung einen bleibenden Eindruck.

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Lahnmarmor reist um die ganze Welt

Die Marmorbrücke in Villmar an der Lahn
Die Marmorbrücke in Villmar an der Lahn: Lange gab es in Villmar an der Lahn gar keine Brücke. Doch dann kam die Eisenbahn, deren Trasse jedoch auf der anderen Talseite verlief. Also musste eine Brücke her. © Jennifer Hauschild/RPT

Auf der 13,5 Kilometer langen Etappe des Lahnwanderweges von Villmar nach Limburg überqueren Wanderer den Fluss über eine Marmorbrücke. In der Brücke ist eine Menge Marmor verbaut, der im Lahntal bis 1970 abgebaut wurde. Im Lahn-Marmor-Museum in Villmar, das direkt am Wanderweg liegt, erfahren die Besucher alles über den Marmorabbau und dass der Begriff „Marmor“ weit gefasst ist, da es sich bei dem Lahnmarmor um polierbaren Kalkstein handelt.

Aber allein die Tatsache, dass dieser unter anderem für die Eingangshalle des Empire State Buildings in New York oder den Palast des Maharadschas von Tagore sowie zum Beispiel für den Berliner, Kölner, Würzburger und Mainzer Dom verwendet wurde, lässt diese kleine Abwertung im Licht des Ruhms verblassen. Auch direkt am Lahnwanderweg – zum Beispiel im Weilburger Schloss, auf Burg Runkel und in den Brunnenhallen des Kaiserbades Bad Ems – glänzt der spiegelglatte Lahnmarmor in leuchtenden Grau-, Schwarz- und Rottönen.

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Vilmar an der Lahn ist Zentrum des Lahn-Marmors
Der Ort Villmar an der Lahn und seine Umgebung sind das Zentrum des Lahn-Marmors. Dieser Marmor ist wegen seiner reichen Farbigkeit und Polierfähigkeit ein hochgeschätzter Kalkstein. © Dominik Ketz/RPT

Steinlagen prägen Nahewein

Wallhausen ist mit über 350 Hektar Weinbergfläche eine der größten Weinbaugemeinden an der Nahe. Hier gedeihen überwiegend Weißweine, aber auch Rotweine, deren Bedeutung in der Region immer mehr zunimmt. Das milde Klima und die vielfältige Bodenstruktur geben den Trauben eine besondere Qualität. Die Vitaltour „Stein, Wein und Farbe“ gibt Wanderern einen Einblick in die Erdgeschichte der Region.

Die Wanderung startet am Parkplatz „Rauer Kreuz“ an der Abzweigung der Straße in Richtung Hergenfeld. Entlang einer Weinbergmauer, deren Steine grün, grau und rötlich schimmern, geht es direkt durch eine „Paradies“ genannte Schlucht zum sogenannten „Millionenschritt“, einer weiteren wildromantischen Schlucht: Hier verläuft die geologische Hunsrück-Südrand-Störung. Diese markiert die Grenze zweier unterschiedlicher geologischer Gebiete, die auch zwei verschiedenen Urlaubsregionen zugeordnet werden: Während der Hunsrück von Schiefer und Quarziten aus dem Zeitalter des Devon geprägt wird, ist die Region rund um die Nahe vor allem auf einem Gestein namens Rotliegendem aufgebaut.

Weinbergsschaukel auf dem Johannisberg
Weinbergsschaukel auf dem Johannisberg: Die Vitaltour „Stein, Wein & Farbe“ vermittelt in herausragender Weise die Beziehungen von Erdgeschichte, Terroir, Bodennutzung und Architektur. © Holger Bernert/RPT

Mit einem Schritt ist es so in Wallhausen möglich, Millionen Jahre Erdgeschichte zu überqueren. Durch Eichenwald führt der Weg ins Limbachtal und zum Rabenfels, einer fast senkrecht nach oben ragenden Felswand in einem alten Steinbruch. Alte Eichen und Buchen begleiten den Weg auf die Hochfläche und werden dort von Wiesen und Feldern abgelöst. Auf dem Weg zum Johannisberg ist die Fernsicht inklusive. Besonders schön ist sie am Gipfelkreuz oder ein Stück weiter auf der Weinbergschaukel.

Wer sich für Erdgeschichte interessiert, der ist in der Edelstein-Erlebniswelt an der Nahe richtig: Hier gibt es Spannendes über die Steine in der Region zu erkunden. Neben dem Rotliegenden kann man hier mehr über funkelnde Edelsteine erfahren.

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Auf der Spur der Steine an Lahn, Nahe und in der Eifel – Einblicke

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