GWA Kreis Unna erklärt

Wie man Bioabfall richtig entsorgt

Von Eigenkompost bis Gemeinschaftstonne: GWA Unna gibt Tipps zur Mülltrennung.
Die wertvollen Inhaltsstoffe des Bioabfalls sollten im Kreislauf bleiben und weitergenutzt werden. © Pixabay

Das Umweltbundesamt (UBA) sieht die Eigenkompostierung nicht als Alternative zur Getrenntsammlung an ,sondern als eine sinnvolle Ergänzung dazu,sofern sie fachgerecht betrieben wird. So heißt es in der Kompostfibel des UBA.

„Bioabfall ist zu schade zum Verbrennen. Die wertvollen Inhaltsstoffe sollen im Kreislauf bleiben und weitergenutzt werden. Kompost ist ein Naturdünger und Bodenverbesserer, er kann Kunstdünger mehr als ersetzen“,sagt Dorothee Weber, Abfallberaterin der Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna mbh(GWA).

Kompostierbare Abfälle: Die rechtlichen Rahmenbedingungen

Rechtliche Vorgaben, die die Verwertung aller kompostierfähigen Abfälle vorschreiben, finden sich u.a. im Kreislaufwirtschaftsgesetz Landesabfallgesetz NRW, den Satzungen des Kreises Unna und der Kommunen.

Damit sämtliche auf einem Grundstück anfallenden kompostierfähigen Abfälle verwertet werden, gibt es einen Anschluss- und Benutzungszwang an die Biotonne für jeden Haushalt. Dieser ist in der Abfallsatzung der Stadt/Gemeinde festgelegt.

Welche Ausnahmen gibt es?

Werden sämtliche kompostierfähigen Abfälle (alles, was in die Biotonne soll)eines Grundstücks nachweislich auf demselben Grundstück fachgerecht kompostiert und auch verwertet, ohne dass das Wohl der Allgemeinheit gefährdet ist, besteht die Möglichkeit auf einen Befreiungsantrag. Allerdings sind die Anforderungen an eine fachgerechte Kompostierung sehr hoch.

So empfiehlt das UBA z.B. eine freie Gartenfläche von mindestens 50 Quadratmeter pro Bewohner, auf die der fertige Kompost aufgebracht werden kann. Das Umweltbundesamt sieht die Eigenkompostierung als eine sehr sinnvolle Ergänzung zur Biotonne an, die jedem Haushalt im Kreis Unna in verschiedenen Größen zur Verfügung gestellt wird.

Seit wann gibt es eigentlich die Biotonne?

Die Biotonne gibt es im Kreis Unna bereits seit 25 Jahren. Kompostierbare Küchen- und Gartenabfälle gehören da hinein, beispielsweise Orangen- und Bananenschalen, Laub, Rosenschnitt, „Unkraut“ oder Kaffeefilter.

Eine gute Lösung ist die Biotonne als Ergänzung. © GWA © GWA

Nicht hinein gehören Plastik-und Bioplastiktüten! Sie sind gar nicht oder nur teilweise kompostierbar und müssen aufwendig als Störstoffe entfernt werden. Das gilt auch für Abfälle wie z.B. Blumentöpfe, Tapeten, Verpackungen, Holz und Steine.

Wie man Abfall im Haushalt richtig trennt

Damit der Rohstoff Bioabfall umweltgerecht verwertet werden kann, ist es wichtig, die Abfälle im Haushalt richtig zu trennen. Nur dann kann die Verarbeitung zum gütegeprüften GWA-Qualitätskompost „Lumbricus“ gelingen.

Wer sich für eine Eigenkompostierung mit Befreiung von der Biotonne entscheidet, sollte sich an die Vorgaben der Kompostfibel des UBA halten und die Regeln der „guten Praxis“ beherzigen.

Arbeitskraft und Engagement gefragt

„Wer sich nicht richtig auskennt, unterschätzt oft den Aufwand. Unsachgemäßes Kompostieren lockt Ungeziefer an und durch Fäulnisprozesse kann es zu Geruchsbelästigungen kommen. Im Kompostwerk können alle Bioabfälle kompostiert werden,denn dort werden durchgängig Temperaturen von bis zu 70°C erreicht, der Kompost ist hygienisiert. Das ist im Gartenkomposter aufgrund der geringen Menge schlicht nicht möglich!“, weiß GWA-Abfallberaterin Dorothee Weber.

Um den Kreislauf zu schließen, muss der fertige Kompost im eigenen Garten als Dünger ausgebracht werden. Finden sich dann auf kleinem Raum nur Rasen und Zierbeete, wird der Boden langfristig überdüngt und das Grundwasser leidet.

Wie man richtig kompostiert

Eigenkompostierung nur bequem zu kompostierender Bioabfälle und Entsorgung der anderen Bioabfälle über die Restmülltonne ist einer-seits nicht zulässig und andererseits im Sinne des Umweltschutzes und der Gebührengerechtigkeit auch nicht akzeptabel. Sinnvoll ist die Kombination aus Eigenkompostierung und (kleiner) Biotonne.

In einigen Kommunen besteht auch die Möglichkeit, auf eine Gemeinschaftsbiotonne. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sämtliche Bioabfälle werden – wie gesetzlich vorgeschrieben – zu günstigen Konditionen verwertet (Kosten im Kreisdurchschnitt für Abholung und Verwertung: 2,40 Euro pro Abfuhr alle 14 Tage).Und das ist gut für den jeweiligen Haushalt und natürlich für die Umwelt.

Weitere Informationen und Kontakt

Mehr Infos zur Biotonne/Eigenkompostierung unter: www.gwa-online.de oder Tel.: (02303) 284 0

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