Schwimmen mit der Familie

Badeausflug mit Kindern: Diese Sicherheits-Tipps sollten Sie beherzigen

Die wichtigste Regel beim Badeausflug mit kleinen Kindern: Immer in Griffweite bleiben. Aber auch für größere Kinder und bei der Rettung Erwachsener gibt es wichtige Dinge zu beachten.
Welch ein Badespaß! Doch Mama ist die ganze Zeit in Griffweite. © Benjamin Nolte/dpa-tmn

Kinder lieben Wasser. Es zieht sie magisch an. Eltern sollten zur Stelle sein, falls etwas passiert. Hier sind ein paar Sicherheitstipps.

Wichtig im Wasser! Immer in Griffweite bleiben

„Das Kind sollte nicht ständig an der Hand geführt werden. Aber wenn ein Nichtschwimmer-Kind untergehen sollte, kann man sofort zugreifen“, sagt Harald Rehn, Referent für die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

„Am Badesee oder der Küste sollte man auch immer im Blick haben, von wo der Wind weht und wie das Ufer beschaffen ist, also lange flaches Wasser oder plötzlich abfallender Boden.“ Wichtig sei, so nah am Kind zu bleiben, dass man mit einem Griff jede Situation retten könne.

Wie erkennt man Ertrinkende?

Ertrinkende sind nicht an lauten Hilfeschreien zu erkennen, sondern durch aufmerksame Beobachtung. Denn: Wer wirklich in Not ist, der ist zu Lautäußerungen gar nicht mehr in der Lage. Darauf weist die DLRG hin.

„Geraten Kinder in Not, kippen sie in der Regel nach vorne unter Wasser. Dann sieht man höchstens noch den Hinterkopf“, erklärt DLRG-Experte Achim Wiese. „Erwachsene kippen eher nach hinten, hier ragt eher die Nase aus dem Wasser.“

Wie rettet man ertrinkende Kinder?

Bei kleinen Kindern sollte jeder helfen. „Es können auch ungeübte Retter einen Einsatz riskieren“, so Wiese. Vorausgesetzt es handelt sich um ein ruhiges Gewässer, also zum Beispiel einen Badesee oder ein Schwimmbecken.

Dann sollte man „beim Helfen keine Angst haben, etwas falsch zu machen. Ein Kind ins flache Wasser zu ziehen und zu fragen, ob alles in Ordnung ist oder wie man helfen kann, ist nie falsch“, sagt Harald Rehn. Sei man weiter entfernt, sollte man sofort laut um Hilfe rufen, etwa „Kind in Gefahr!“ und natürlich den Rettungsdienst 112 alarmieren.

Ob mit Schwimmflügeln oder nicht: Eltern sollten ihre Kinder immer im Blick behalten. © Frank May/dpa

5 wichtige Baderegeln im Überblick:

1. Generell sollte man möglichst an Stellen baden, wo es eine Badeaufsicht gibt.

2. Wenn keine da und man alleine unterwegs ist, sucht man sich lieber einen Platz, an dem auch andere Menschen sind – so bemerkt es jemand, wenn man in Schwierigkeiten gerät.

3. Langsam an kaltes Wasser gewöhnen: Aufgeheizt ins kalte Wasser zu rennen ist keine gute Idee. „Der Körper wärmt sich beim Sonnenbaden auf, die Adern dehnen sich – und ziehen sich dann plötzlich zusammen, wenn man ins Wasser hüpft“, erklärt Wiese. „Das kann zu Bewusstlosigkeit oder Herzinfarkt führen, und damit dazu, dass man ertrinkt. Gerade Senioren sollten sich unbedingt langsam ans Wasser gewöhnen.“ Das geht, indem man erstmal Füße oder Arme vorsichtig ins kühle Nass hält.

4. Nicht mit ganz vollem oder leeren Magen ins Wasser: Wenn du vollgefuttert bist, braucht dein Körper die Energie zum Verdauen. Mit einem leeren Magen hast du vielleicht nicht genug Kraft zum Schwimmen.

5. Bei Gewitter aus dem Wasser: Wenn ein Blitz in der Nähe einschlägt, kann das lebensgefährlich sein. Geh am besten direkt in ein Gebäude, wenn ein Unwetter aufzieht.

Am besten wird dort gebadet, wo es eine Badeaufsicht gibt. © Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Wichtig zu wissen: Kleine Kinder sollten kein Poolwasser trinken.

Denn es gibt Keime, die Chlor und andere Chemikalien im Becken überleben. Kinder seien besonders gefährdet, da sie im Pool ungefähr das Vierfache an Wasser schlucken als Erwachsene, erläutert Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Mögliche Folgen einer Infektion mit Parasiten wie Kryptosporidien und Lamblien sind wässrige Durchfälle, Bauchkrämpfe und Erbrechen – diese zeigen sich rund eine Woche nach dem Baden und dauern bis zu zwei Wochen an.

Wie rettet man ertrinkende Erwachsene?

Wer eine Person in Notlage entdeckt, sollte sofort den Notruf 112 verständigen. Selber einen Rettungsversuch zu starten, ist eine heikle Angelegenheit. Wiese empfiehlt das bei Erwachsenen in Not nur, wenn derjenige fachliches Wissen besitzt – also sowohl das Gewässer als auch das Gewicht der Person in Not einschätzen kann und mit Rettungsvorgängen vertraut ist.

Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Ertrinkende sich an den Retter klammert und beide in Not geraten, weil dieser sich nicht aus dem Klammergriff befreien kann. Lieber sollten sich Ersthelfer nach einem Rettungsring oder großen Stück Holz umsehen, an dem sich der Ertrinkende festhalten kann.

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