Datenleck bei WhatsApp Halbe Milliarde Handynummern geklaut - Millionen deutsche Nummern dabei

Auf dem Bildschirm eines Smartphones sieht man das Icon der App Whatsapp.
Fast eine halbe Milliarde aktiver Whatsapp-Kontakte werden aktuell online zum Kauf angeboten. © picture alliance/dpa
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Ein Datenleak bei WhatsApp sorgt aktuell für Aufregung. Ein Hacker versucht aktuell eine Datenbank mit 487 Millionen WhatsApp-Kontakten im Netz zu verkaufen. Darunter seien auch sechs Millionen deutsche Nummern, wie das Forum Cybernews berichtete. Wie er an die Daten gekommen ist, ist noch unklar. WhatsApp bzw. die Mutter Meta möchte sich bislang nicht zu dem Vorfall äußern.

Die meisten gestohlenen Nummern, rund 45 Millionen, stammen aus Ägypten, 35 Millionen aus Italien, 32 Millionen aus den USA und 29 Millionen aus Saudi Arabien. Aber auch mehrere Millionen französische, türkische, französische und russische WhatsApp Kontakte seien in dem Datenpaket enthalten.

Datenklau vermutlich durch automatisierte Suche

Die Nummern scheinen echt zu sein: Mit der Fachredaktion von „Cybernews“ teilte der Hacker einen kleinen Satz der Daten. Der Blog bestätigt: Alle Nummern, die der Verkäufer zu Probezwecken verschickt hatte, sind tatsächlich über Whatsapp erreichbar.

Wie der Hacker an die Rufnummern gekommen ist, wollte er nicht verraten und sprach laut „Cybernews“ lediglich von „eigenen Methoden“. „Cybernews“ spekuliert, dass eine automatisierte Suche nach möglichen Kontakten, auch „Scraping“ genannt, dahinterstecken könnte. Beim „Scraping“ werden öffentlich zugängliche Daten im großen Stil zusammengetragen. Die AGB von Whatsapp verbietet dies ausdrücklich.

Wie kann man sich schützen?

Aktuell gibt offenbar noch keine Möglichkeit, um zu prüfen, ob die eigene Rufnummer Teil der Datenbank ist. Experten raten dringend dazu, unseriösen Quellen Daten zum Zwecke eines solchen Abgleichs nicht auszuhändigen. Erst wenn verlässliche und altgediente Webseiten wie „Haveibeenpwned“ die Datenbank integriert haben, ist ein kurzer Check problemlos möglich.

Sollte sich Ihre Rufnummer in der Datenbank befinden – und diese in den falschen Händen landen – drohen Ihnen zum Glück „nur“ ungebetene Kontaktaufnahmen. Es gilt, was immer gilt: Sollte Sie eine unbekannte Nummer kontaktieren, seien Sie unabhängig vom Inhalt der Nachricht skeptisch. Hinterfragen Sie, klicken Sie auf keinen Fall auf Links und rufen Sie, sofern sich die Gegenseite als jemand ausgibt, den Sie kennen, zur Sicherheit bei dieser Person an. Mit diesen einfachen Regeln lassen sich die meisten Betrügereien effizient verhindern.

Facebook: Riesige Datenpanne bereits 2021

Kommt Ihnen eine Rufnummer komisch vor und hört nicht auf, Sie zu belästigen, lässt sich der Kontakt schnell und einfach blockieren. Was die Weitergabe Ihrer Daten, beispielsweise Ihr Profilbild, betrifft, erfahren Sie in dieser Galerie, wie Sie sich am besten vor Fremdzugriffen absichern.

Im April 2021 hatte es bei Facebook bereits eine beispiellose Datenpanne gegeben. Von dem enormen Datenleck waren rund 533 Millionen Menschen betroffen, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete. Über eine halbe Milliarde Datensätze wurden gestohlen und veröffentlicht. Auch die privaten Informationen von 6 Millionen Deutschen Nutzern waren betroffen.

Wie Ruhr24 berichtete, gehörten zu den veröffentlichten Informationen beispielsweise Mail-Adressen, Geburtstage, Arbeitgeber, geographische Standorte, Namen und Telefonnummern. Die Folge: Es habe riesige Wellen an Spam-Anrufen, SMS und Mails gegeben.

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