Corona-Impfstoff

EU dementiert: Verträge mit Johnson & Johnson und Astrazeneca weiter möglich

Die EU-Kommission plant künftig mehr auf Impfstoffe der mRNA-Technologie zu setzen. Trotzdem seien weitere Verträge für die Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson nicht ausgeschlossen.
Die EU will die Impfstoff-Verträge mit dem britisch-schwedischen Hersteller offenbar nicht verlängern. Auch Johnson & Johnson ist betroffen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die EU-Kommission will bei den nächsten Bestellungen für Corona-Impfstoffe vor allem auf die neuartige mRNA-Technologie setzen, die zum Beispiel Biontech/Pfizer und Moderna nutzen. Dies bestätigten Kommissionskreise am Mittwoch in Brüssel. Dies bedeute aber nicht, dass Hersteller wie Astrazeneca und Johnson & Johnson bei künftigen Verträgen bereits aus dem Rennen seien oder deren Verträge nicht verlängert würden.

Entsprechende Berichte seien falsch, sagte ein EU-Beamter. Es sei viel zu früh, darüber jetzt zu entscheiden.

Zuvor hatte „La Stampa“ berichtet, die EU-Kommission habe entschieden, die Lieferverträge für Corona-Impfstoffe mit den Pharmakonzernen Astrazeneca und Johnson & Johnson nicht zu verlängern. Stattdessen wolle die EU-Behörde einzig auf die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna setzen, die die mRNA-Technologie nutzen.

Kommission erwartet Klärung von Lieferausfällen

Die Verträge mit Astrazeneca und Johnson & Johnson gelten noch für 2021. Ab 2022 sollten sie dann laut „La Stampa“ vom europäischen Markt verschwinden.

Außerdem berichtet „La Stampa“, dass die Kommission eine Klärung von Johnson & Johnson bezüglich der angekündigten Lieferausfälle erwartet. Der US-amerikanische Pharmakonzern hat am Dienstag mitgeteilt, dass er seinen Impfstoff vorerst nicht an die EU-Staaten ausliefert.

Grund dafür seien sechs nach der Impfung mit dem Vakzin aufgetretene Thrombosefälle. Eine Person war dabei gestorben. Ob ein direkter Zusammenhang zwischen der Verabreichung des Vakzins und den Krankheitsfällen besteht, ist noch nicht bekannt. Die US-Gesundheitsbehörde empfahl am Dienstag, die Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson vorerst auszusetzen.

Zehn Millionen Impfdosen von Johnson & Johnson

Am Montag hatte Johnson & Johnson mit der Lieferung in die EU-Staaten begonnen. Die Brüsseler Behörde erwartet bis Ende Juni 55 Millionen Dosen des Impfstoffs. Gut zehn Millionen Dosen sollen nach Deutschland gehen. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass die Kommission bis zu 1,8 Milliarden Impfstoffdosen für Auffrischungen und für Kinder bestellen will.

RND/jo/dpa

Der Artikel "EU dementiert: Verträge mit Johnson & Johnson und Astrazeneca weiter möglich" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland
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