Schüsse an Schule

Mindestens elf Tote bei Schüssen an Schule in Russland

In einer Schule in Russland sind am Dienstag Schüsse abgefeuert worden. Wie russische Staatsagenturen berichten, wurden dabei mindestens elf Menschen getötet - darunter viele Kinder.
An einer Schule in Kasan, Russland, hat es am Dienstagmorgen eine Schießerei gegeben. Dabei sollen mindestens neun Menschen getötet worden sein. © picture alliance/dpa/Sputnik

Bei einem Angriff mit Schusswaffen auf eine russische Schule sind mehrere Menschen getötet worden. Zwei russische Staatsagenturen berichteten am Dienstag übereinstimmend von elf Todesopfern in der Großstadt Kasan in der Republik Tatarstan – darunter die meisten Kinder. Die Pressestelle des Republikchefs Rustam Minnichanow bestätigte zunächst acht Getötete.

18 Schulkinder werden in Krankenhäusern behandelt. Sechs von ihnen seien in einem kritischen Zustand, teilten die Behörden am Dienstag der Agentur Interfax zufolge mit. Die ersten Operationen liefen bereits. Ärzte untersuchten demnach auch Kinder mit Verletzungen, Knochenbrüchen und Blutergüssen. Minnichanow sprach von einer „großen Tragödie“.

Zeugen haben Explosion gehört

Zeugen berichteten auch von einer Explosion. Auf Amateurvideos war zu sehen, wie Rauch aus einem mehrstöckigen weißen Gebäude stieg. Es waren Schreie zu hören. Zahlreiche Schüler wurden aus dem Gebäude in einen benachbarten Kindergarten gebracht. Ein lokaler Fernsehsender berichtete, dass Kinder aus den Fenstern des dritten Stocks gesprungen seien. In Russland hatten die Schulen erst am Dienstag nach mehr als einwöchigen Ferien begonnen.

Hinter dem blutigen Angriff steht nach Darstellung der Behörden ein Einzeltäter. „Es gab nur einen Täter“, sagte eine Behördensprecherin am Dienstag der Agentur Interfax zufolge in der Stadt Kasan. „Informationen über zwei sind nicht richtig.“ Zuvor war noch von einem möglichen zweiten Tatverdächtigen die Rede gewesen.

19-Jähriger soll Tat bei Messengerdienst Telegram angekündigt haben

Der festgenommene 19-Jährige soll Medienberichten zufolge vor etwa vier Jahren seinen Schulabschluss gemacht haben. Kurz vor der Tat soll er das Verbrechen im Nachrichtenkanal Telegram angekündigt haben. Er soll zunächst mit einem Maschinengewehr die Schule durch einen Haupteingang betreten und sofort um sich geschossen haben.

Angehörige der Opfer und Betroffene haben sich vor dem Gymnasium Nr. 175 versammelt. Bei einem Angriff auf die Schule sind mehrere Menschen getötet worden.
Angehörige der Opfer und Betroffene haben sich vor dem Gymnasium Nr. 175 versammelt. Bei einem Angriff auf die Schule sind mehrere Menschen getötet worden. © picture alliance/dpa/Sputnik © picture alliance/dpa/Sputnik

Auf Videos von vor Ort war zu sehen, wie Rettungswagen und Polizeifahrzeuge mit Blaulicht und Sirene zu der Schule rasten. Menschen standen vor dem Gebäude und beobachteten die Lage. Später wurde die Schule weiträumig abgesperrt.

Kasan liegt etwa 720 Kilometer östlich von Moskau. In Russland hatten die Schulen erst am Dienstag nach mehr als einwöchigen Ferien begonnen.

Angriffe häufig von Schülern verübt

Schießereien an Schulen gibt es in Russland eher selten. Allerdings haben solche Vorfälle in jüngster Zeit zugenommen. Oft wurden solche Angriffe von Schülern verübt. Nach früheren Angriffen auf Schulen haben viele Bildungseinrichtungen in dem Riesenreich Wachpersonal an Eingängen. Ob das auch bei der Schule Nummer 175 in Kasan der Fall war, war zunächst unklar.

Die letzte große Tragödie gab es im Oktober 2018, als in der Stadt Kertsch ein 18-Jähriger an einer Berufsschule um sich geschossen und einen Sprengsatz gezündet hatte. Er und 20 weitere Menschen starben.

Bewaffnete Einsatzkräfte gehen zum dem Gymnasium Nummer 175. Bei einem Angriff auf die Schule sind mehrere Menschen getötet worden.
Bewaffnete Einsatzkräfte gehen zum dem Gymnasium Nummer 175. Bei einem Angriff auf die Schule sind mehrere Menschen getötet worden. © picture alliance/dpa/Sputnik © picture alliance/dpa/Sputnik

Einen der schlimmsten Überfälle auf eine Schule gab es 2004 in Nordossetien. Damals brachten tschetschenische Rebellen mehr als 1000 Lehrer, Schüler und Eltern in ihre Gewalt, die sich dort zum Beginn des neuen Schuljahres versammelt hatten. Sie verlangten die Unabhängigkeit Tschetscheniens und pferchten ihre Geiseln in einer Turnhalle ein. Zwei Tage später stürmten russische Spezialeinheiten die Halle. Dabei kamen mehr als 300 Menschen um, mehr als die Hälfte waren Kinder.

RND/dpa

Der Artikel "Mindestens elf Tote bei Schüssen an Schule in Russland" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland
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