RKI weist Risikogebiete neu aus: Türkei und Kroatien jetzt Hochinzidenzgebiete

Das Robert-Koch-Institut hat am Freitag die Liste der Risikogebiete aktualisiert und die Türkei sowie Kroatien als Hochinzidenzgebiete eingestuft. Ein Land hat keine Reisewarnung mehr.
Flugzeuge auf einem Rollfeld © picture alliance/dpa/Agencia Uno

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Freitagmittag die Liste der internationalen Risikogebiete aktualisiert und einige Änderungen vorgenommen. Neu auf der Liste der Hochinzidenz­gebiete sind die Türkei, Kroatien, Armenien und die Ukraine. Nicht mehr als Hochinzidenzgebiete gelten hingegen Malta, Lettland und die Slowakei. Sie sind nun wieder als normale Risikogebiete eingestuft.

Auch bei der Bewertung von Spanien gab es eine Änderung. Während die Balearen mit den beliebten Urlaubsinseln Mallorca und Ibiza nach wie vor kein Risikogebiet sind, ist die autonome Gemeinschaft Extremadura an der Grenze zu Portugal neu auf der Liste der Risikogebiete.

Das sind die neuen Risikogebiete und Hochinzidenzgebiete

Entwarnung gibt es hingegen aus Israel: Das gesamte Land, das weltweit auch bei der Impf-Quote Vorreiter ist, gilt nicht mehr als Risikogebiet. Allerdings ändert sich für Reisende aus Deutschland nicht wirklich etwas: Israel hat nach wie vor seine Grenzen für Tourismus geschlossen, nur Personen, die ihren Lebensmittelpunkt in dem Land haben, dürfen einreisen.

Neu auf der Liste der Hochinzidenzgebiete (Sieben-Tage-Inzidenz über 200):

  • Armenien
  • Kroatien
  • Türkei
  • Ukraine
  • Finnland: die Region Kymenlaakso gilt nun auch als Risikogebiet.
  • Spanien: die autonome Gemeinschaft Extremadura gilt nun auch als Risikogebiet.
  • Lettland (zuvor Hochinzidenzgebiet)
  • Malta (zuvor Hochinzidenzgebiet)
  • Slowakei (zuvor Hochinzidenzgebiet)

Keine Risikogebiete mehr sind:

  • Finnland: Die Region Kanta-Häme gilt nicht mehr als Risikogebiet
  • Israel

Die Änderungen der Risikogebiete treten am Sonntag, 11. April, Mitternacht, inkraft.

Keine neuen Virusvariantengebiete auf RKI-Liste

Seit der vorigen Änderung gibt es keine neuen Virusvariantengebiete. Aus deutscher Sicht gelten derzeit zehn Länder und Regionen als solche. Davon sind acht im südlichen Afrika (Botswana, Eswatini, Lesotho, Simbabwe, Malawi, Mosambik, Sambia, Südafrika). Die anderen zwei sind Brasilien und in Frankreich das Departement Moselle.

Die Bundesregierung hat ein Beförderungsverbot für Virusvariantengebiete erlassen, um die grenzüberschreitende Verbreitung von besonders ansteckenden Corona-Mutationen einzudämmen.

Es gelten Ausnahmen für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr. Es gilt zudem eine strikte Quarantänepflicht für diese Reisenden, sie müssen in fast allen Bundesländern für 14 Tage in Quarantäne. Ein Freitesten ist nicht möglich.

Viele Länder weltweit sind Hochinzidenzgebiete

Als Hochinzidenzgebiete sind derzeit viele Länder eingestuft, darunter Ägypten, Albanien, Andorra, Armenien, Bahrain, Bolivien, Bulgarien, Chile, Ecuador, Estland, Frankreich inklusive aller Übersee-Gebiete (außer Département Moselle), Iran, Jordanien, Kolumbien, Kosovo, Kroatien, Kuwait, Libanon, Mexiko, Moldau, Montenegro, Niederlande inklusive der autonomen Länder und Übersee-Regionen, Nordmazedonien, Palästina, Paraguay, Peru, Polen, Schweden, Serbien, Seychellen, Slowenien, Sudan, Syrien, Tansania, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Uruguay, Vereinigte Arabische Emirate und Zypern.

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland kommt, muss bei der Einreise einen maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen.

Inzwischen müssen sich alle Menschen, die aus dem Ausland mit dem Flugzeug nach Deutschland reisen wollen, bereits maximal 48 Stunden vor dem Flug auf Corona testen lassen.

Das gilt unabhängig von der Inzidenz und davon, ob sie aus einem Risikogebiet kommen oder nicht. Die entsprechende neue Einreiseverordnung ist seit 30. März in Kraft.

Testpflicht für alle Flugreisenden vor Einreise

Damit besteht für Flugreisende inzwischen kein Unterschied mehr, ob sie aus einem Risikogebiet oder einem Hochinzidenzgebiet einreisen – sie müssen jeweils maximal 48 Stunden vor Abflug einen Corona-Test machen. Einen Unterschied in der Bewertung von Risiko- und Hochinzidenzgebieten gibt es derzeit nur für Reisende, die nicht mit dem Flugzeug reisen.

Wer hingegen mit dem Auto aus einem Risikogebiet kommt, kann bis 48 Stunden nach der Ankunft in Deutschland einen Corona-Test machen, kommt der Reisende mit dem Auto aus einem Hochinzidenzgebiet ist vorher ein Test notwendig. In beiden Fällen fällt danach aber eine zehntägige Quarantäne an, von der man sich ab dem fünften Tag freitesten kann.

Bisher Ende März konnten Reiserückkehrer, die aus einem Land einreisen, das nicht als Risikogebiet gilt, frei nach Deutschland kommen: ohne Corona-Test und ohne Quarantäne. Doch nun müssen auch sie einen Nachweis über ein negatives Testergebnis vor der Abreise nach Deutschland vorzeigen.

Wer der Airline keinen entsprechenden Nachweis vorlegen kann, dürfe nicht befördert werden, heißt es vom Gesundheitsministerium in einem entsprechenden Entwurf. Diese generelle Testpflicht wurde nach Kritik an Tausenden Mallorca-Urlaubern eingeführt.

rnd/msk/gei/bv

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