Reisen

Tourismusverbot an der Ostsee: Wie einige Camper dennoch legal Urlaub auf Rügen machen

Eigentlich ist die Einreise nach Mecklenburg-Vorpommern tabu. Für Dauercamper gibt es Ausnahmen - Ferienhäuser dürfen aber nicht vermietet werden. Warum die Regeln so widersprüchlich sind.
Eigentlich ist derzeit die Einreise nach Mecklenburg-Vorpommern für Touristen tabu. Für Dauercamper gibt es aber Ausnahmen: Sie dürfen völlig legal Urlaub auf einem Campingplatz auf Rügen machen. (Symbolbild)
Eigentlich ist derzeit die Einreise nach Mecklenburg-Vorpommern für Touristen tabu. Für Dauercamper gibt es aber Ausnahmen: Sie dürfen völlig legal Urlaub auf einem Campingplatz auf Rügen machen. (Symbolbild) © picture-alliance/ dpa

Weder Tagestouristen noch Urlauber dürfen derzeit nach Mecklenburg-Vorpommern reisen – am Karfreitag musste die Polizei Dutzende Autofahrer ausgewiesen. Dennoch macht sich bei Camper aus ganz Deutschland gerade Urlaubsfeeling breit. Denn: Sie können ganz legal ihren Dauerstellplatz besuchen. Ein Schlupfloch in der Corona-Verordnung macht das möglich.

Den geltenden Regeln zufolge dürfen Dauercamper, die bis einschließlich 31. August 2020 einen Vertrag über mindestens sechs Monate für das Jahr 2020/2021 geschlossen haben, weiterhin ihren Dauerstellplatz nutzen. Daher kann beispielsweise Familie Tietz aus Sachsen-Anhalt derzeit ihr Campingglück auf Rügen genießen. „Auf diesen Urlaub haben wir uns so gefreut“, erzählt Katrin Tietz der „Ostsee Zeitung“, während die Frühlingssonne scheint und das Rauschen der Ostsee zu hören ist.

Ferienhäuser bleiben für Touristen tabu – Dauercamper können zu ihrem Bungalow reisen

Auf dem Zeltplatz in Göhren haben 350 Dauercamper einen Miet-oder Pachtvertrag. Davon sind etwa 20 Prozent Dauercamperplätze belegt. Daniel Nickel, Ressortmanager des zur Regenbogen AG gehörenden Zeltplatzes, geht allerdings davon aus, dass zu Ostern etwa 80 bis 90 Prozent der Dauercamper anreisen. Insgesamt verfügt der Platz aber über eine Kapazität für 3000 bis 3500 Urlauber. Die Sanitärhäuser mit WC und Duschen bleiben jedoch für die Gäste verschlossen. Für die Notdurft muss die Chemietoilette im Camper oder die Toilette in der eigenen Hütte herhalten.

Nur wenige Meter entfernt stehen Tipihäuser für Touristikcamper, die wie das Bungalow von Familie Tietz ebenfalls über ein separates Bad, eine Küche sowie Wohn- und Schlafräume verfügen. Dennoch dürfen sie nicht vermietet werden. Das Land begründet die Ausnahme für die Dauercamper damit, dass die Zahl der Besucher überschaubar und die Kontakte nachvollziehbar bleiben.

RND/bv

Der Artikel "Tourismusverbot an der Ostsee: Wie einige Camper dennoch legal Urlaub auf Rügen machen" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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