Krieg in der Ukraine

Ukraine-Konflikt: 57 Menschen bei Angriffen getötet – Selenskyj ordnet Mobilmachung an – Liveblog

Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ostukraine hat Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj eine allgemeine Mobilmachung angeordnet. Alle Entwicklungen im Liveblog.
Ukrainische Soldaten fahren in einem Militärfahrzeug
Ukrainische Soldaten fahren in einem Militärfahrzeug © picture alliance/dpa/AP

Über die aktuelle Lage in der Ukraine und über die Eskalation des Konflikts in Osteuropa berichten wir hier im Liveblog.

Die letzten Entwicklungen im Überblick:

  • Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ostukraine hat Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj eine allgemeine Mobilmachung angeordnet.
  • Die US-Regierung verlegt nach Russlands Angriff auf die Ukraine weitere Streitkräfte nach Europa.
  • Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) ist am Donnerstag im Verteidigungsausschuss des Bundestages aufgetreten. Dabei sagte sie unter anderem, wegen des Ukraine-Konflikts würden möglicherweise Reservisten eingezogen. Rund 20.000 von ihnen wären sofort einsatzfähig.
  • Die EU-Staaten haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag auf die Grundzüge des neuen Sanktionspakets gegen Russland verständigt.
  • Russische Truppen, Panzer und weitere Militärtechnik sind in die Ukraine eingedrungen, berichtet der ukrainische Grenzschutz. Die russische Armee steht kurz laut ukrainischem Grenzschutz kurz vor der Hauptstadt Kiew.
  • Beobachter warten seit Tagen auf eine russische Invasion in die Ukraine. Nun hat Präsident Putin einen Militäreinsatz angeordnet. Es gibt Berichte über Explosionen entlang der gesamten Grenze. Auch in der Nähe von Kiew soll es Schüsse und Explosionen gegeben haben.
  • Der ukrainische Sicherheitsrat hat für das ganze Land einen Ausnahmezustand angekündigt. Dieser soll zunächst 30 Tage dauern.
  • Wladimir Putin hat die selbst ernannten „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk in der Region Donbass in der Ostukraine anerkannt. Damit ist für Russland der Weg geebnet, in dieses Gebiet einzumarschieren.
  • Wie konnte der Russland-Ukraine-Konflikt so eskalieren? Die Hintergründe des Konflikts in Osteuropa.
  • Infos rund um den Ukraine-Konflikt können Sie auch in unserer Sonderausgabe nachlesen.

+++

Donnerstag, 24. Februar, 23.26 Uhr

Selenskyj ordnet allgemeine Mobilmachung in Ukraine an

Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ostukraine hat Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj eine allgemeine Mobilmachung angeordnet. Das Staatsoberhaupt habe ein entsprechendes Dekret unterschrieben, meldete die Agentur Unian unter Berufung auf das Präsidialamt in Kiew. Die Anordnung gilt demnach 90 Tage und sieht die Einberufung von Wehrpflichtigen und Reservisten vor.

Donnerstag, 24. Februar, 23.14 Uhr

Kriegsangst in der Ukraine: Menschen suchen Schutz in Metro-Stationen

Tausende Menschen haben in der ukrainischen Hauptstadt Kiew am Donnerstagabend in U-Bahn-Stationen Schutz gesucht. Bürgermeister Vitali Klitschko hat die Bewohner dazu aufgerufen. Bilder aus der Großstadt Charkiw im Osten des Landes zeigten, wie auch dort Menschen mit Decken auf dem Boden einer Metro-Station lagen. Viele hatten Wasserflaschen und Nahrungsmittel dabei. Die Straßen in Kiew seien am Abend fast menschenleer gewesen, berichtete ein Korrespondent der Deutschen-Presse-Agentur.

Menschen sitzen in einer U-Bahn-Station und nutzen diese als Bombenschutzraum. Russische Truppen haben ihren erwarteten Angriff auf die Ukraine gestartet.
Menschen sitzen in einer U-Bahn-Station und nutzen diese als Bombenschutzraum. Russische Truppen haben ihren erwarteten Angriff auf die Ukraine gestartet. © picture alliance/dpa/AP

Auf den Straßen waren demnach nur wenige Autos zu sehen. Seit 21 Uhr MEZ galt erstmals eine Sperrstunde. Dennoch war Kiew weiter wie gewohnt beleuchtet, unter anderem die Sehenswürdigkeiten wie die unter Unesco-Schutz stehende Sophienkathedrale und das Goldene Tor. Zudem zeigten alle TV-Sender nur noch das Programm des öffentlich-rechtlichen Fernsehens mit den entsprechenden Nachrichten.

Donnerstag, 24. Februar, 23.06 Uhr

Ukraines Zoll: Männer zwischen 18 und 60 dürfen Land nicht verlassen

Aufgrund des verhängten Ausnahmezustandes dürfen nach ukrainischen Behördenangaben männliche ukrainische Staatsbürger im Alter von 18 bis 60 Jahren das Land nicht verlassen. Man werde sie nicht über die Landesgrenze lassen, teilte der Leiter der ukrainischen Zollbehörde in Lemberg, Danil Menschikow, am Donnerstagabend (Ortszeit) auf Facebook mit. Er bat die Menschen, keine Panik zu verbreiten und nicht zu versuchen, eigenständig die Landesgrenze zu überqueren.

Donnerstag, 24. Februar, 22.43 Uhr

Gesundheitsminister: 57 Menschen bei Angriffen getötet

Bei den schweren Kämpfen nach Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine sind nach Angaben aus Kiew mindestens 57 Menschen getötet worden. 169 weitere seien verletzt worden, sagte Gesundheitsminister Wiktor Ljaschko am Donnerstagabend der Agentur Unian. Er rief die Bevölkerung zur Blutspende auf. Das medizinische Personal arbeite rund um die Uhr. Zudem sollten Patienten, die keine Akutfälle seien, ambulant behandelt werden. Damit solle eine Überlastung der Krankenhäuser verhindert werden.

Donnerstag, 24. Februar, 22.16 Uhr

Ukrainische Armee: Lage nahe Separatistengebieten angespannt

Die Lage im Osten der Ukraine nahe der von den Separatisten kontrollierten Gebiete ist nach Angaben des ukrainischen Militärs weiter unruhig. Die Situation im Einsatzgebiet Donezk sei angespannt, werde aber von der Armee kontrolliert, heißt es in einem Bericht der ukrainischen Armee am Donnerstagabend (Ortszeit). Der Beschuss durch Russland dauere an. In Richtung Luhansk seien tagsüber die heftigsten Kämpfe um die Orte Schtschastja, Stanyzja Luhanska, Lobatschewe und Bilowodsk geführt worden. In den Kämpfen um Schtschastja seien zwei feindliche Panzer zerstört und ein Panzer und eine Flugabwehrkanone erbeutet worden, hieß es weiter.

Ukrainische Soldaten sitzen auf gepanzerten Mannschaftstransportern, die auf einer Straße in der Region Donezk in der Ostukraine fahren.
Ukrainische Soldaten sitzen auf gepanzerten Mannschaftstransportern, die auf einer Straße in der Region Donezk in der Ostukraine fahren. © picture alliance/dpa/AP

In Schtschastja habe die Armee mehrere Gefangene genommen, hieß es weiter. Trotz umfangreicher Angriffe sei es „dem Feind“ nicht gelungen, aus dem Osten tief in die Ukraine vorzudringen. Alle wichtigen Siedlungen und wichtige Infrastruktur halte man weiter. Nach aktuellem Stand seien keine weiteren Versuche des Durchbruchs durch „den Feind“ registriert worden. An manchen Orten sei die Feueraktivität zurückgegangen. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Donnerstag, 24. Februar, 21.58 Uhr

Kreml: Putin telefoniert mit Macron

Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine hat Russlands Staatschef Wladimir Putin mit seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron telefoniert. Das teilte der Kreml am Donnerstagabend in Moskau mit. Es habe einen „ernsthaften und offenen Meinungsaustausch über die Lage in der Ukraine“ gegeben. Putin habe ausführlich seine Gründe für den Einmarsch erläutert, hieß es in der Mitteilung weiter. Beide hätten vereinbart, in Kontakt zu bleiben.

Macron ist der erste westliche Politiker, der mit Putin nach dessen international scharf kritisierten Einsatzbefehl sprach. Die Initiative für das Telefonat sei von Paris ausgegangen. Macron hatte sich verstärkt für eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts eingesetzt und den Kremlchef auch persönlich in Moskau getroffen. Beide telefonierten zuletzt mehrfach miteinander.

Donnerstag, 24. Februar, 21.36 Uhr

Ukraine: Russland hat offenbar strategisch wichtige Insel erobert

Russische Truppen haben nach Angaben der Ukraine die Schlangeninsel im Schwarzen Meer womöglich erobert. Der Kontakt zum Grenzschutz und Soldaten dort sei abgerissen, teilte der Grenzschutzdienst am Donnerstagabend mit. Den ganzen Tag über habe „der Feind“ die Insel umstellt und mit Schiffskanonen beschossen. Sie ist eine der wenigen Inseln, die die Ukraine besitzt. Sie ist vor allem für Anrechte auf Bodenschätze im Meer strategisch wichtig und war lange zwischen Rumänien und der Ukraine umstritten. Die kleine Schlangeninsel war Anfang der 2000er Jahren Gegenstand eines gütlich beigelegten Territorialstreits zwischen Rumänien und der Ukraine.

Donnerstag, 24. Februar, 21.14 Uhr

EU-Gipfel stimmt neuen Sanktionen gegen Russland zu

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben am Donnerstag bei einem Sondergipfel einem umfangreichen Sanktionspaket gegen Russland zugestimmt. Die Strafmaßnahmen betreffen unter anderem die Bereiche Energie, Finanzen und Transport. Zudem soll es Exportkontrollen für bestimmte Produkte sowie Einschränkungen bei der Visapolitik geben.

Donnerstag, 24. Februar, 21.03 Uhr

Pentagon: Russland will ukrainische Regierung in Kiew entmachten

Die US-Regierung geht davon aus, dass Russland im Zuge seines Angriffs auf die Ukraine die Regierung in Kiew stürzen will. „Wir gehen davon aus, dass (die russischen Streitkräfte) die Absicht haben, die Regierung zu entmachten und ihre eigene Regierungsform zu installieren, was diese ersten Schritte in Richtung Kiew erklären würde“, sagte ein führender Vertreter des US-Verteidigungsministeriums am Donnerstag nach einer Mitschrift des Pentagons.

Das ukrainische Militär leiste Widerstand gegen die russischen Soldaten, hieß es weiter. Es gebe unter anderem Kämpfe im Umkreis von rund 30 Kilometern der ukrainischen Hauptstadt Kiew sowie rund um die Großstadt Charkiw im Osten unweit der russischen Grenze. Die militärischen Handlungen der russischen Truppen seien eindeutig darauf ausgerichtet, wichtige Bevölkerungszentren einzunehmen, so der Beamte.

Donnerstag, 24. Februar, 20.54 Uhr

Geheimdienste: Russland kontrolliert gesamten Luftraum über der Ukraine

Russland hat den Angaben eines westlichen Geheimdienstvertreters den gesamten Luftraum über der Ukraine unter seine Kontrolle gebracht, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Weiter sagte er: „Viel wird davon abhängen, welchen Widerstand die Ukrainer leisten können. Aber ich gehe davon aus, dass die Russen in den kommenden Stunden versuchen werden, eine überwältigende Macht um die Hauptstadt zusammenzuziehen.“

Auch gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg kam ein Geheimdienstvertreter zu dem Schluss: Die Luftwaffe der Ukraine sei „im Grunde eliminiert“. Die Eroberung der Hauptstadt Kiew könnte nur noch Stunden entfernt sein.

Donnerstag, 24. Februar, 20.50 Uhr

Scholz will noch nicht alle Sanktionen gegen Russland ziehen

Bundeskanzler Olaf Scholz will zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle Sanktionsmöglichkeiten gegen Russland ausreizen. Vor den Beratungen mit den Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union sprach er sich am Donnerstagabend dafür aus, zunächst bei dem über die vergangenen Wochen für den Ernstfall vorbereiteten Sanktionspaket zu bleiben. Dies sei für die „Geschlossenheit und Entschlossenheit“ der EU wichtig. Man müsse sich „alles andere aufbehalten für eine Situation, wo das notwendig ist, auch noch andere Dinge zu tun“. Welche Situation er meint, sagte Scholz nicht.

Donnerstag, 24. Februar, 20.39 Uhr

Politikwissenschaftler gibt Westen Mitschuld an Eskalation in Ukraine

Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler wirft dem Westen eine Mitschuld an Russlands Angriff auf die Ukraine vor. „Die Nato, die USA eingeschlossen, haben Putin letzten Endes freie Hand gegeben“, sagte Münkler dem „Tagesspiegel“ (Freitag). „Der Westen hätte auf die russischen Forderungen weitgehend eingehen können und für die Ukraine nach dem Vorbild Finnlands einen „ewigen“ Neutralitätsstatus festschreiben können“, sagte Münker. Es sei entschieden worden, die Ukraine nicht unter den Schutzschirm der Nato zu stellen. Auf diese Weise sei Putin eine „Carte Blanche“ gegeben worden.

Donnerstag, 24. Februar, 20.17 Uhr

Biden: Plane kein Gespräch mit Putin – Freiheit wird siegen

US-Präsident Joe Biden plant kein direktes Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Ich plane nicht, mit Putin zu reden“, sagte Biden am Donnerstag bei einer Ansprache im Weißen Haus in Washington. Biden bezeichnete Russlands Angriff auf die Ukraine als großen Fehler Moskaus: „Putins Aggression gegen die Ukraine wird Russland am Ende teuer zu stehen kommen, wirtschaftlich und strategisch.“

Er betonte: „Diese Aggression kann nicht unbeantwortet bleiben.“ Amerika stehe für die Freiheit ein. Dies sei ein gefährlicher Moment für Europa und für die Freiheit auf der ganzen Welt. Doch die Freiheit werde sich am Ende durchsetzen. Die USA und ihre Verbündeten würden stärker aus dieser Krise hervorgehen, während Russland isoliert sein werde.

Donnerstag, 24. Februar, 20.06 Uhr

Biden kündigt Sanktionen gegen Russlands zweitgrößte Bank an

Nach Beginn des Kriegs in der Ukraine hat US-Präsident Joe Biden Sanktionen gegen Russlands zweitgrößte Bank angekündigt. VTB Bank und weitere russische Kreditinstitute würden damit vom US-Finanzmarkt und Geschäften in US-Dollar ausgeschlossen, sagte Biden am Donnerstag im Weißen Haus.

Donnerstag, 24. Februar, 20.05 Uhr

USA verlegen weitere US-Soldaten nach Deutschland

Die US-Regierung verlegt nach Russlands Angriff auf die Ukraine weitere Streitkräfte nach Europa. „Jetzt genehmige ich die Entsendung zusätzlicher US-Streitkräfte nach Deutschland als Teil der Nato-Reaktion“, sagte US-Präsident Joe Biden am Donnerstag im Weißen Haus in Washington.

US-Präsident Joe Biden
US-Präsident Joe Biden © picture alliance/dpa/AP

Donnerstag, 24. Februar, 19.44 Uhr

Hafenstadt Mariupol unter schwerem Beschuss

Die zwischen dem Donbas und der von Russland besetzten Halbinsel Krim gelegene Hafenstadt Mariupol ist unter schwerem Beschuss. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine diplomatische Quelle. Der für die Ukraine wichtige Zugang zum Asowschen Meer könnte für Russland Ausgangspunkt sein, um die geografische Lücke zwischen Krim und Donbas schließen.

Donnerstag, 24. Februar, 19.21 Uhr

OECD stellt Zusammenarbeit mit Russland auf den Prüfstand

Die Industrieländervereinigung OECD hat den russischen Angriff auf die Ukraine aufs Schärfste verurteilt. Es handele sich um eine eklatante Verletzung des Völkerrechts und eine ernsthafte Bedrohung der internationalen Ordnung, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag in Paris mit. Der OECD-Rat stelle sämtliche Zusammenarbeit mit Russland auf den Prüfstand und bewerte die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen. „Wir solidarisieren uns mit dem ukrainischen Volk“, hieß es.

Donnerstag, 24. Februar, 18.57 Uhr

Russland: Militär setzt Einsatz in Ukraine fort

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine dauert nach Angaben aus Moskau an. „Die Spezialmilitäroperation wird fortgesetzt“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. Nach seinen Angaben rückten die Separatistenkämpfer der Gebiete Donezk und Luhansk sechs bis acht Kilometer in ukrainisches Gebiet vor. Die russische Armee habe dabei unterstützt. Der Sprecher bestätigte die Eroberung des wichtigen Nord-Krim-Kanals. Dadurch sei die Wasserstraße „entsperrt“ und die Wasserversorgung der Schwarzmeer-Halbinsel Krim wieder hergestellt worden. Dabei seien auch russische Fallschirmjäger zum Einsatz gekommen.

Donnerstag, 24. Februar, 18.49 Uhr

Russische Truppen nehmen Kernkraftwerk in Tschernobyl ein

Russische Streitkräfte haben das Kernkraftwerk in Tschernobyl eingenommen. Das berichtet unter anderem die ukrainische Journalistin Anastasia Lapatina auf Twitter und bezieht sich dabei auf Aussagen des ukrainischen Regierungssprechers. Über den Zustand des ehemaligen Kernkraftwerks Tschernobyl und atomare Überreste könne aktuell nichts gesagt werden, heißt es.

Donnerstag, 24. Februar, 18.41 Uhr

Scholz: Putin sollte Entschlossenheit der Nato nicht unterschätzen

Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Entschlossenheit der Nato betont, das östliche Bündnisgebiet bei einem Angriff Russlands zu verteidigen. „Putin sollte die Entschlossenheit der Nato nicht unterschätzen, alle ihre Mitglieder zu verteidigen“, sagte Scholz am Donnerstag in einer Fernsehansprache. Von den Nato-Staaten grenzen die drei baltischen Staaten, Polen und Norwegen an Russland. Die Nato ist bereits dabei, ihre Streitkräfte im östlichen Bündnisgebiet zu verstärken. Auch die Bundeswehr ist beteiligt. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine gebe es nun einen Krieg, „wie wir ihn in Europa seit mehr als 75 Jahren nicht erlebt haben“, sagte Scholz. Putin wolle die Zeit zurückdrehen. Scholz betonte aber: „Es gibt kein Zurück in die Zeit des Kalten Krieges.“

Donnerstag, 24. Februar, 18.30 Uhr

Litauen verhängt Ausnahmezustand

Litauen hat angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine einen landesweiten Ausnahmezustand verhängt. Das Parlament in Vilnius billigte in einer Sondersitzung am Donnerstag einen entsprechenden Erlass von Staatspräsident Gitanas Nauseda. Die einstimmig verabschiedete Sonderregelung soll umgehend bis zum 10. März 2022 in dem baltischen EU- und Nato-Land gelten. „Angesichts der Umstände müssen wir rechtliche Maßnahmen ergreifen, um unsere äußere Sicherheit zu stärken“, begründete Nauseda seine Entscheidung nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrat.

Die Verhängung des Ausnahmezustands ermöglicht es etwa den Behörden, Fahrzeuge und Menschen im Grenzgebiet zu stoppen und zu durchsuchen. Größere Einschränkungen für die litauischen Bürger seien damit aber nicht verbunden, versicherte Regierungschefin Ingrida Simonyte.

Donnerstag, 24. Februar, 18.09 Uhr

Putin bezeichnet Angriff auf Ukraine als „notwendige Maßnahme“

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Einmarsch ins Nachbarland Ukraine als „notwendige Maßnahme“ bezeichnet. „Damit das verständlich ist: Das, was passiert, ist eine notwendige Maßnahme“, sagte Putin am Donnerstagabend bei einem Treffen mit russischen Wirtschaftsvertretern, das in Ausschnitten im Staatsfernsehen gezeigt wurde. „Uns wurden einfach keinerlei Chancen gelassen, anders aufzutreten.“

Putin betonte zugleich: „Wir können die geopolitischen Risiken nicht vollständig vorhersagen.“ Er versicherte aber, die Wirtschaft könne zu Recht erwarten, dass die Regierung nachvollziehbar handele. Die Verhängung neuer Sanktionen sei erwartet worden. Russland bleibe Teil der Weltwirtschaft. Es werde dieses System nicht beschädigen. Zugleich warnte der Kremlchef „unsere Partner“ davor, Russland wirtschaftlich zu isolieren.

Die aktuelle Lage im Video zusammengefasst:

Donnerstag, 24. Februar, 17.51 Uhr

Bundeswehr will möglicherweise Reservisten einberufen

Die Bundeswehr erwägt, wegen des Krieges in der Ukraine auch Reservisten einzuberufen. Das sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) am Donnerstag im Verteidigungsausschuss des Bundestages.

Nach RND-Informationen kündigte sie in der Sitzung an, mit dem Präsidenten des Reservistenverbandes, dem ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg, darüber sprechen zu wollen.

Aktuell gibt es rund 20.000 Reservisten, die an regelmäßigen Übungen teilnehmen und daher einsatzfähig wären. Die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldaten beträgt derzeit rund 180.000.

Donnerstag, 24. Februar, 17.44 Uhr

Bürgerrechtler: Über 160 Festnahmen bei Anti-Kriegs-Demos in Russland

Bei Demonstrationen gegen den Einmarsch ins Nachbarland Ukraine sind in Russland nach Angaben von Bürgerrechtlern mehr als 160 Menschen festgenommen worden. Das Bürgerrechtsportal Owd-Info zählte bis zum frühen Donnerstagabend 167 Festnahmen in mehr als 20 russischen Städten. Die Organisation veröffentlichte im sozialen Netzwerk Telegram Fotos von Menschen, die alleine oder in kleineren Gruppen Plakate mit Solidaritätsbekundungen für die Ukraine in die Höhe hielten. Bei den Festnahmen sollen demnach auch Demonstranten geschlagen worden sein.

Donnerstag, 24. Februar, 17.36 Uhr

Ukraine fordert Ausschluss Russlands aus Zahlungsverkehrssystem Swift

Wegen Russlands Angriffs fordert die Ukraine den Ausschluss des Landes aus dem internationalen Zahlungsverkehrssystem Swift. Wer gegen einen solchen Schritt sei, habe ebenfalls das „Blut unschuldiger ukrainischer Männer, Frauen und Kinder an den Händen“, twitterte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Donnerstag. Ein Ausschluss aus Swift gilt als eine Art „wirtschaftliche Atombombe“. Dies hätte zur Folge, dass russische Finanzinstitute vom globalen Finanzsystem ausgeschlossen würden. Swift ist das international wichtigste System zum Austausch von Informationen zu Transaktionen.

Donnerstag, 24. Februar, 17.22 Uhr

G7 fordert Russland zu Ende von Blutvergießen in Ukraine auf

Die USA, Deutschland und fünf weitere führende demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) haben Russland eindringlich aufgefordert, dass Blutvergießen in der Ukraine zu stoppen und seine Truppen abzuziehen. Die Staats- und Regierungschefs der Siebenergruppe verurteilten nach einer Videoschalte unter Leitung von Bundeskanzler Olaf Scholz am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung den russischen Angriff auf die Ukraine. Sie riefen die Weltgemeinschaft auf, „in der schärfsten Weise“ dagegen zu protestieren und „Schulter an Schulter“ mit der Ukraine zu stehen.

Donnerstag, 24. Februar, 17.18 Uhr

Ukraine: Russland hat Flughafen nahe Kiew erobert

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj hat Russland den Militärflughafen in der Nähe von Kiew eingenommen. Selenskyj sprach davon, dass Russland von der Weltgemeinschaft isoliert werde und nun ein „neuer Eiserner Vorhang“ das Land von der Welt abschneiden werde.

Donnerstag, 24. Februar, 17.10 Uhr

Ukraine: Kontrolle über Gebiete im Süden verloren

Nach dem Einmarsch russischer Truppen haben die ukrainischen Behörden nach eigenen Angaben die Kontrolle über Teile im Süden des Landes verloren. Das teilte die Regionalverwaltung des Gebiets Cherson am Donnerstag mit. Die Stadt Cherson liegt am Fluss Dnipro. Auch das Gebiet Henitschesk stehe nicht mehr unter ukrainischer Kontrolle. Es gab bereits am Nachmittag Bilder, die zeigen, dass russsiche Truppen am Dnipro den Staudamm von Nowa Kachowka erobert haben sollen. Befürchtet wird, dass Russland auch in die Schwarzmeer-Stadt Odessa einmarschiert. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer schwierigen Lage im Süden des Landes. Nach ukrainischen Angaben wurden auch ein Kanal und ein Wasserkraftwerk erobert.

Donnerstag, 24. Februar, 17.04 Uhr

Russland kündigt Vergeltungsmaßnahmen für Sanktionen an

Russland hat die neuen geplanten Sanktionen der Europäischen Union als „unfreundliche“ Maßnahmen kritisiert, wie die „Zeit“ berichtet. Die Sanktionen würden Moskau „nicht daran hindern“, die prorussischen Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen, teilte das russische demnach Außenministerium mit. Gemäß dem „Prinzip der Gegenseitigkeit“ des Völkerrechts werde Russland „harte Vergeltungsmaßnahmen ergreifen“.

Donnerstag, 24. Februar, 16.41 Uhr

Ukrainischer Gouverneuer: „Wir müssen uns verteidigen.“

Sergij Osachuk, Gouverneur der Region Oblast Tscherniwzi, berichtet im Interview mit WELT über die aktuelle Lage in der Ukraine. Dabei macht er klar: „Wir haben keine Wahl, wir müssen uns verteidigen.“

Donnerstag, 24. Februar, 16.35 Uhr

Krieg in der Ukraine: EU-Kommission hält Gasversorgung für gesichert

Die Gasversorgung der Europäischen Union ist nach Einschätzung der EU-Kommission trotz des Konflikts mit Russland sicher. „Wir haben wochenlang daran gearbeitet, auf das Schlimmste vorbereitet zu sein“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag in Brüssel. Dabei sei es auch darum gegangen, sicherzustellen, dass man unabhängig von jeglichem Druck durch russische Gaslieferungen sei. „Wir haben dieses Stadium erreicht.“

Donnerstag, 24. Februar, 16.21 Uhr

Russische Truppen kämpfen in Tschernobyl-Zone

Russische Truppen kämpfen in der Nähe des ehemaligen Kernkraftwerks Tschernobyl. Das hat der stellvertretende Innenminister der Ukraine bei Facebook mitgeteilt. Die Soldaten sollen von belarussischem Gebiet gekommen sein. „Wenn die Truppen das Atommülllager beschädigen, kann radioaktiver Atomstaub über das Gebiet der Ukraine, Belarus und in die EU gelangen.“ Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte bei Twitter die Kämpfe. „Unsere Soldaten geben ihr Leben, damit sich die Tragödie von 1986 nicht wiederholt.“

Donnerstag, 24. Februar, 16.15 Uhr

EU-Staaten verständigen sich auf Plan für neue Russland-Sanktionen

Die EU-Staaten haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag auf die Grundzüge des neuen Sanktionspakets gegen Russland verständigt. Angaben aus EU-Kreisen zufolge zielt es auf die Bereiche Energie, Finanzen und Transport ab. Zudem soll es Exportkontrollen für Hightech-Produkte und Software sowie Einschränkungen bei der Visapolitik geben.

Donnerstag, 24. Februar, 16.11 Uhr

Expertin: Sanktionen können Russland nur mittelfristig treffen

Die geplanten Sanktionen des Westens nach dem russischen Einmarsch können Russland nach Einschätzung einer Expertin nur mittelfristig treffen. Die geplante Beschränkung des Zugangs des russischen Staates auf den EU-Kapitalmarkt würde tendenziell die Refinanzierung erschweren, sagte Hella Engerer, Osteuropa-Expertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Angesichts geringer Staatsverschuldung und hoher Devisenreserven könne Russland derartige Maßnahmen kurzfristig jedoch überbrücken.

Donnerstag, 24. Februar, 16.04 Uhr

Russland warnt Menschen im Land vor Teilnahme an Ukraine-Demos

Russische Behörden haben die Menschen im eigenen Land angesichts des Einmarsches in die Ukraine vor Protestaktionen gewarnt. „Aufgrund der angespannten außenpolitischen Lage“ werde in sozialen Netzwerken zu nicht genehmigten Kundgebungen aufgerufen, teilten Ermittlungskomitee, Innenministerium und Moskaus Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Das Innenministerium drohte mit Festnahmen. Russische Sicherheitskräfte sind bekannt dafür, oft mit Härte gegen oppositionelle Demonstranten vorzugehen. Zunächst gab es allerdings keine größeren Protestaktionen.

Donnerstag, 24. Februar, 15.55 Uhr

Ex-Kanzler Schröder: Russland muss Krieg in Ukraine beenden

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat Russland aufgefordert, den Krieg und das damit verbundene Leid für die Menschen in der Ukraine schnellstmöglich zu beenden. „Das ist die Verantwortung der russischen Regierung“, erklärte Schröder am Donnerstag auf seiner Seite im Online-Netzwerk LinkedIn. Auch Sicherheitsinteressen Russlands rechtfertigten nicht den Einsatz militärischer Mittel.

Schröder betonte zugleich, bei notwendigen Sanktionen dürften die politischen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Verbindungen zwischen Europa und Russland nicht ganz gekappt werden. „Denn diese sind – trotz der gegenwärtig dramatischen Lage – die Basis für eine Hoffnung, die wir alle haben: dass ein Dialog über Frieden und Sicherheit auf unserem Kontinent wieder möglich ist.“

Gerhard Schröder (SPD), ehemaliger Bundeskanzler und jetziger Leiter Verwaltungsrat Nord Stream 2
Gerhard Schröder (SPD), ehemaliger Bundeskanzler und jetziger Leiter Verwaltungsrat Nord Stream 2 © picture alliance/dpa

Donnerstag, 24. Februar, 15.48 Uhr

Bundespolizei: Noch keine Geflüchteten aus Ukraine an der Grenze

Nach dem militärischen Angriff Russlands auf die Ukraine stellt sich die Bundespolizei an der deutsch-polnischen Grenze auf geflüchtete Menschen aus dem Land ein. Bislang seien noch keine aus der Ukraine Vertriebenen an der Grenze festgestellt worden, teilte eine Sprecherin am Donnerstag auf Anfrage mit. Die Bundespolizei stehe mit den beteiligten Behörden und Organisationen in einem sehr engen Austausch, vor allem mit dem polnischen Grenzschutz, der europäischen Grenzschutzagentur Frontex und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Donnerstag, 24. Februar, 15.41 Uhr

Lambrecht: Werden Nato-Ostflanke verstärken

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hat als Konsequenz aus dem russischen Angriff auf die Ukraine weitere Maßnahmen Deutschlands zur Stärkung der Nato-Ostflanke angekündigt. Sie gehe fest davon aus, dass der Nato-Oberbefehlshaber für Europa an Deutschland weitere Anforderungen stellen werde, um die Ostflanke des Bündnisses zu verstärken, sagte Lambrecht am Donnerstag nach einer Sitzung des Verteidigungsausschusses des Bundestags in Berlin. „Wir werden diesen Anforderungen dann auch nachkommen.“ Die Bundesregierung bereite sich schon jetzt auf die Anfrage vor, damit diese dann schnellstmöglich umgesetzt werden könne, sagte Lambrecht.

Donnerstag, 24. Februar, 15.30 Uhr

Wüst: Karnevalsumzüge absagen – passt nicht zu Krieg in Europa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, Karnevalsumzüge abzusagen. „Krieg und Karneval in Europa passen nicht zusammen“, sagte Wüst am Donnerstag in Düsseldorf. „Mir persönlich ist überhaupt nicht zum Feiern zumute in diesen Stunden. In diesem traurigen Moment, in dem der Krieg zurückgekehrt ist nach Europa, halte ich Karnevalszüge für völlig unangemessen.“

Donnerstag, 24. Februar, 15.24 Uhr

Biden berät mit Nationalem Sicherheitsrat über Lage in Ukraine

US-Präsident Joe Biden hat angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine ein Treffen des Nationalen Sicherheitsrats anberaumt. Aus dem Weißen Haus hieß es am Donnerstag, Biden habe sich mit dem Team im „Situation Room“, dem streng gesicherten Lagezentrum der US-Regierungszentrale in Washington, versammelt. Für Donnerstag ist zudem eine Videoschalte der Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten angesetzt. Später will Biden eine Ansprache halten. Eine Uhrzeit dafür wurde zunächst nicht genannt.

Donnerstag, 24. Februar, 15.17 Uhr

Luftalarm in ukrainischer Hauptstadt Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew hat wegen des russischen Angriffs Luftalarm ausgelöst. Die Stadtverwaltung rief am Donnerstag alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich in Luftschutzbunkern in Sicherheit zu bringen.

Donnerstag, 24. Februar, 15.11 Uhr

Frankreich droht Russland mit entschlossener Antwort

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Russland nach dem Angriff auf die Ukraine mit schweren Folgen gedroht. „Auf diese Kriegshandlung werden wir ohne Schwäche antworten – kaltblütig, entschlossen und geeint“, sagte Macron am Donnerstag in einer Ansprache an die Nation. Die Sanktionen entsprächen der russischen Aggression. „Im militärischen und wirtschaftlichen Bereich wie im Energiesektor werden wir keine Schwäche zeigen.“ Man werde Russland außerdem vor dem UN-Sicherheitsrat zu Rechenschaft ziehen. Macron sprach vom „schwersten Angriff auf den Frieden, die Stabilität in unserem Europa seit Jahrzehnten“.

Donnerstag, 24. Februar, 15.09 Uhr

Johnson kündigt „gewaltiges“ Sanktionspaket an

Der britische Premierminister Boris Johnson hat nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine ein „gewaltiges Paket an Wirtschaftssanktionen“ angekündigt. In einer Fernsehansprache an die Nation sprach Johnson am Donnerstag von einer „riesigen Invasion zu Land, zu See und aus der Luft“. Deshalb würden noch am Donnerstag in Abstimmung mit den Verbündeten Wirtschaftssanktionen beschlossen. Johnson deutete zudem an, dass Großbritannien weitere Waffen an die Ukraine liefern könnte. Den russischen Präsidenten Wladimir Putin bezeichnete Johnson als Diktator, dessen „barbarische Unternehmung“ scheitern müsse. Der Angriff auf die Ukraine sei „ein Angriff auf die Demokratie und die Freiheit in Osteuropa und der ganzen Welt“.

Donnerstag, 24. Februar, 15.04 Uhr

Nehammer: Ukraine fürchtet um Fortbestand als Staat

Die Ukraine fürchtet Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) zufolge um ihre Existenz als Staat. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schilderte Nehammer den Inhalt eines kurz zuvor geführten Telefonats mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser fürchte nicht nur um den Fortbestand der Ukraine, sondern auch um sein Leben und um das seiner Mitbürger.

Donnerstag, 24. Februar, 14.59 Uhr

Schalke reagiert und nimmt Sponsor von Trikots

Der FC Schalke 04 hat auf die Konflikte in der Ukraine reagiert und den Sponsor „Gazprom“ von den Trikots genommen, wie der Verein am Mittwoch mitteilte.

Donnerstag, 24. Februar, 14.47 Uhr

Dutzende Tote und Verletzte bei Angriffen in der Ukraine

Nach schweren Angriffen russischer Truppen in der Ukraine haben die Behörden Dutzende Tote und Verletzte gemeldet. In der Stadt Browary nahe der Hauptstadt Kiew habe es mindestens sechs Tote und zwölf Verletzte gegeben, hieß es am Donnerstagnachmittag aus der Stadtverwaltung. Im Südosten der Ukraine nahe der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer kamen offiziellen Angaben zufolge acht Männer und zehn Frauen ums Leben. Der Luftangriff auf eine Militärbasis ereignete sich demnach im Dorf Lypezke.

Hinweis: Die folgenden Bilder könnten für den Betrachter verstörend wirken.

Donnerstag, 24. Februar, 14.40 Uhr

Ukraine meldet Angriffe aus verschiedenen Richtungen

Die Ukraine hat russische Angriffe aus verschiedenen Richtungen gemeldet. Bis um 12.00 Uhr (MEZ) am Donnerstag habe Russland mehr als 30 Attacken mit Flugzeugen, Artillerie und Marschflugkörpern „auf ukrainische zivile und militärische Infrastruktur“ ausgeübt, teilte der ukrainische Generalstab mit. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht. Im Gebiet Tschernihiw, das im Nordwesten an Belarus grenzt, sei der Feind gestoppt worden, hieß es vom Generalstab weiter. „Heftige Kämpfe gehen in Richtung Charkiw weiter.“ Die Großstadt Charkiw liegt im Osten unweit der russischen Grenze. Mariupol am Asowschen Meer sei „unter volle Kontrolle zurückgebracht worden“. Mit Blick auf den Süden des Landes teilte das Militär mit: „In Cherson ist die Situation schwierig.“

Rauch steigt nach einem Angriff von einem ukrainischen Luftverteidigungsstützpunkt auf
Rauch steigt nach einem Angriff von einem ukrainischen Luftverteidigungsstützpunkt auf © picture alliance/dpa/AP

Donnerstag, 24. Februar, 14.35 Uhr

Russische Anwältin ruft zu Anti-Kriegs-Demos auf

Die russische Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin Marina Litwinowitsch hat die Menschen in Russland zu Protesten gegen den Krieg in der Ukraine aufgerufen. Die Proteste sollen demnach landesweit um 19 Uhr stattfinden und zeigen, dass die russische Bevölkerung gegen den von Putin angezettelten Krieg ist.

Hinweis: Die Übersetzung im Video wurde automatisch generiert, es besteht keine Gewähr auf Richtigkeit.

Donnerstag, 24. Februar, 14.18 Uhr

Strack-Zimmermann verteidigt Nein zu Waffenlieferungen an Ukraine

Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat das Nein der Bundesregierung zu Waffenlieferungen an die Ukraine verteidigt. „Ich halte das nicht für einen Fehler: Die russische Übermacht ist unvorstellbar“, sagte Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, am Donnerstag vor einer Sondersitzung des Gremiums. Die Bundesregierung überlege, anderes Material zu schicken. Sie verurteilte den russischen Angriff scharf und sagte, Truppen seien an den Grenzen des Nato-Gebietes in Bereitschaft. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) nahm an der Sondersitzung teil, äußerte sich unmittelbar vor dem Treffen aber nicht.

Donnerstag, 24. Februar, 14.01 Uhr

Schalke vom Ukraine-Konflikt betroffen – Erster Rücktritt

Der Ukraine-Konflikt hat sicherlich nichts mit Sport zu tun, trotzdem ist der FC Schalke 04 dank seines Hauptsponsors Gazprom betroffen. Erste heftige Kritiken an der Zusammenarbeit mit dem Erdgasförderer wurden vor ein paar Tagen laut. Nach den Geschehnissen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag spitzte sich die Lage dramatisch zu. Am Donnerstag gab es eine erste Reaktion im Verein des FC Schalke 04.

Donnerstag, 24. Februar, 13.50 Uhr

Nato-Generalsekretär rechnet nicht mit Angriff auf Bündnisgebiet

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sieht derzeit keine Gefahr, das sich der russische Krieg gegen die Ukraine auf das Bündnisgebiet ausweitet. „Solange Russland weiß, dass ein Angriff auf einen Nato-Verbündeten eine Antwort des gesamten Bündnisses auslöst, werden sie nicht angreifen“, sagte Stoltenberg am Donnerstag in einer Pressekonferenz. „Weil wir das stärkste Bündnis der Geschichte sind“, fügte er hinzu.

Um die Abschreckung Russlands noch einmal zu verstärken, werden die Nato-Staaten allerdings dennoch zusätzliche Truppen an die Ostflanke schicken. „Es wird in den nächsten Tagen und Wochen mehr Kräfte im Osten des Bündnisses geben“, sagte er. Darunter könnten auch Elemente der schnellen Eingreiftruppe NRF sein.

Donnerstag, 24. Februar, 13.34 Uhr

NRW setzt zahlreiche Zeichen der Solidarität mit der Ukraine

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ist für diesen Donnerstag eine Solidaritätskundgebung am ukrainischen Generalkonsulat in Düsseldorf mit vielen Spitzenpolitikern geplant. Nach Angaben der Staatskanzlei wird auch Ministerpräsident Hendrik Wüst an der Kundgebung teilnehmen. Es wird erwartet, dass der Regierungschef sich dort ebenso äußern wird wie die Landesparteichefs von SPD und Grünen, Thomas Kutschaty und Mona Neubaur. Auch weitere Mitglieder des Landeskabinetts wollen an der Kundgebung teilnehmen. Organisiert wurde sie von privaten Bürgern sowie von der Ukraine verbundenen Kirchen und Vereinen.

Donnerstag, 24. Februar, 13.18 Uhr

Kreml warnt Westen vor Abbruch diplomatischer Beziehungen

Angesichts der massiven internationalen Proteste gegen den russischen Einmarsch in die Ukraine warnt der Kreml den Westen vor einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen. „Ein Land wie Russland kann nicht hinter einem Eisernen Vorhang sein“, sagte der Sprecher des russischen Präsidialamts, Dmitri Peskow, am Donnerstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. „Natürlich haben wir vielleicht Probleme mit einer Reihe von Staaten. Aber auf die eine oder andere Weise hatten wir mit diesen Staaten auch zuvor schon Probleme.“

Mit Blick auf den früheren Eisernen Vorhang zwischen Ost und West im Kalten Krieg sagte Peskow: „Ein Land wie Russland kann nicht durch einen Eisernen Vorhang abgesperrt werden. Das ist einfach unmöglich.“ Die Ukraine hat bereits ihre diplomatischen Beziehungen zu Russland abgebrochen – ebenso Georgien nach einem Krieg 2008. Der Westen will nach dem Einmarsch russischer Truppen harte Sanktionen gegen Russland verhängen. Auf die Frage zu möglichen Gegenmaßnahmen sagte Peskow: „Lassen Sie uns die Ereignisse analysieren und weitere Schritte berechnen, wenn Probleme auftreten.“

Donnerstag, 24. Februar, 12.54 Uhr

Russische Truppen kurz vor Kiew

Nach Angaben ukrainischer Grenzschützer sind russische Soldaten in den Norden der Region Kiew vorgedrungen. Unter anderem haben russische Truppen einen Flugplatz unmittelbar vor der Hauptstadt Kiew angegriffen. Dabei seien mindestens drei russische Hubschrauber abgeschossen worden, teilte das ukrainische Verteidigungsministerium am Donnerstag mit. Der Flugplatz Hostomel liegt nur rund 30 Kilometer nordwestlich des Zentrums der ukrainischen Hauptstadt.

Für Meldungen, dass russische Truppen den Airport eingenommen haben, gab es zunächst keine unabhängige Bestätigung. Der Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Heraschtschenko, teilte bei Facebook Videos von angeblich abgeschossenen russischen Hubschraubern.

Donnerstag, 24. Februar, 12.47 Uhr

Nato-Generalsekretär: Russland hat Krieg gegen die Ukraine begonnen

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat Russland vorgeworfen, einen Krieg gegen die Ukraine begonnen zu haben. Damit habe Russland den Frieden auf dem europäischen Kontinent zerstört, erklärte er am Donnerstag. Es gebe jetzt ein anderes Europa, so der Norwerger. Stoltenberg kündigte für morgen einen virtuellen Gipfel der Bündnisstaaten an: „Wir wollen keine Konfrontationen. Wir wollen den Konflikt entschärften“, betonte er.

Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekretär, spricht während einer Pressekonferenz nach einer Sitzung der NATO-Ukraine-Kommission im NATO-Hauptquartier.
Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekretär, spricht während einer Pressekonferenz nach einer Sitzung der NATO-Ukraine-Kommission im NATO-Hauptquartier. © picture alliance/dpa/AP

Donnerstag, 24. Februar, 12.42 Uhr

Rumänien ruft Russland zur Vernunft auf

Das EU- und Nato-Land Rumänien hat die Invasion Russlands in die Ukraine scharf verurteilt und die Führung in Moskau zur Vernunft aufgerufen. „Egal, wie viel die letzten Revisionisten der Geschichte schaden wollen, ihre Welt ist schon lange untergegangen“, sagte Staatspräsident Klaus Iohannis am Donnerstag an die Adresse des russischen Präsidenten Wladimir Putin nach einer Sondersitzung des obersten Verteidigungsrat in Bukarest. „Es ist aber nie zu spät dafür, dass die Stimme der Vernunft siegt.“

Zusammen mit den Verbündeten wolle man im Zusammenhang mit dem Konfliktgeschehen humanitäre Hilfe anbieten, sagte der Präsident weiter.

Donnerstag, 24. Februar, 12.37 Uhr

Sondersitzung des EU-Parlaments angekündigt

Am Dienst will das Europaparlament wegen des russischen Angriffs zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Die Präsidentin des Parlaments sowie die Vorsitzenden der Fraktionen verständigten sich darauf. Den russischen Angriff auf die Ukraine verurteile man aufs Schärfste. „Die Ukraine ist eine unabhängige und souveräne Nation und ihre territoriale Integrität ist nicht verhandelbar“, hieß es in einer Stellungnahme. Die Invasion stelle eine Bedrohung für die europäische und regionale Stabilität dar. Der Angriff ziele auf das Modell der demokratischen Gesellschaft und dürfe nicht unbeantwortet bleiben.

Donnerstag, 24. Februar, 12.34 Uhr

Wegen Champions-League-Finale in St. Petersburg: Uefa kündigt Erklärung an

Der europäische Fußballverband Uefa will wegen der „Situation zwischen Russland und der Ukraine“ am Freitag um 10 Uhr eine Erklärung abgeben. Das gab die Uefa auf Twitter bekannt. Abgeordnete des EU-Parlaments hatten zuvor gefordert, das im russischen St. Petersburg geplante Finale der Champions League an einen anderen Ort zu verlegen.

Donnerstag, 24. Februar, 12.26 Uhr

Bundeswehr-Eurofighter sollen in Rumänien Nato-Südostflanke schützen

Die Bundeswehr bereitet als Reaktion auf die wachsenden Spannungen eine Verlegung weiterer Eurofighter zum Schutz der Nato-Südostflanke nach Rumänien vor. Die Kampfflugzeuge sollten zeitnah vom Fliegerhorst Neuburg an der Donau starten, wie die Deutsche Presse-Agentur in Berlin erfuhr. Das Verteidigungsministerium hatte erst in der vergangenen Woche drei Eurofighter nach Rumänien verlegt.

Die Maschinen sollen vom Militärflughafen Mihail Kogalniceanu bei Constanta aus in ein italienisches Eurofighter-Kontingent integriert werden. Diese Art der Zusammenarbeit („Interoperabilität“) macht es möglich, einen bestehenden Luftverteidigungsverband schnell aufwachsen zu lassen. Dazu zahlen auch gemeinsame „Schutzflüge“ im Luftraum. Soldaten und Eurofighter gehören zum Taktischen Luftwaffengeschwader 74.

Die Bundeswehr unterstützt die Südostflanke der Nato in Rumänien mit Eurofightern.
Die Bundeswehr unterstützt die Südostflanke der Nato in Rumänien mit Eurofightern. © picture alliance/dpa/AP

Donnerstag, 24. Februar, 12.22 Uhr

Nato aktiviert Verteidigungspläne für Osteuropa – Oberbefehlshaber bekommt weitreichende Befugnisse

Die Nato aktiviert angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine die Verteidigungspläne für Osteuropa. Der Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte bekommt damit weitreichende Befugnisse, um zum Beispiel Truppen anzufordern und zu verlegen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Bündniskreisen.

In einer Erklärung der 30 Mitgliedstaaten hieß es: „Wir haben beschlossen (…) zusätzliche Schritte zu unternehmen, um die Abschreckung und Verteidigung im gesamten Bündnis weiter zu verstärken.“ Alle Maßnahmen seien und blieben aber „präventiv, verhältnismäßig und nicht eskalierend“.

Der Nato-Oberbefehlshaber in Europa hatte angesichts der Spannungen mit Russland bereits in der vergangenen Woche die Bereitschaftszeiten für mehrere Zehntausend Bündnissoldaten drastisch verkürzt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Nato-Kreisen müssen Kräfte der schnellen Eingreiftruppe NRF jetzt innerhalb von nur 7 statt innerhalb von 30 Tagen verlegt werden können. Für weitere Truppenteile gilt eine sogenannte „Notice-to-Move“-Frist von 30 statt von 45 Tagen.

Bereits vor einigen Woche hatte der Oberbefehlshaber die „Notice-to-Move“-Frist für die schnellste Eingreiftruppe VJTF erhöht. Dies bedeutet, dass die zugehörigen Soldaten derzeit innerhalb von höchstens fünf Tagen bereit für eine Verlegung in ein Krisengebiet sein müssen. Die VJTF wäre die erste Truppe, die an die Ostflanke verlegt werden würde.

Die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten werden an diesem Freitagnachmittag zu einer Sondersitzung zu Russlands Krieg gegen die Ukraine zusammenkommen. Die Beratungen sollen per Videokonferenz erfolgen.

Donnerstag, 24. Februar, 12.07 Uhr

Separatisten melden Tote und Verletzte – auch unter Zivilbevölkerung

Die Separatisten in der Ostukraine melden, dass bei Gefechten auch Kämpfer aus ihren Reihen getötet worden sind. Es gebe Tote und Verletzte unter den Streitkräften, aber auch unter der Zivilbevölkerung, so der Chef der selbst ernannten Volksrepublik Donezk, Denis Puschilin, dem russischen Staatsfernsehen. Er machte Artilleriebeschuss der ukrainischen Armee dafür verantwortlich. Die Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen.

Die Evakuierung von Zivilisten nach Russland sei vorläufig gestoppt worden, sagte Puschilin. Er behauptete zudem, dass sich viele ukrainische Soldaten ergeben würden. „Die Zahl der Gefangenen steigt“, sagte Puschilin. Auch dafür gibt es keine unabhängige Bestätigung.

Donnerstag, 24. Februar, 12.05 Uhr

Nato geht wegen Russlands Angriff auf die Ukraine in Krisenmodus

Die Nato geht angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine in den Krisenmodus. „Wir haben beschlossen (…) zusätzliche Schritte zu unternehmen, um die Abschreckung und Verteidigung im gesamten Bündnis weiter zu verstärken“, heißt es in einer am Donnerstag verabschiedeten Erklärung der 30 Bündnisstaaten. Alle Maßnahmen seien und blieben aber „präventiv, verhältnismäßig und nicht eskalierend“. Gleichzeitig will das Militärbündnis will seine Luft-, Land-, und Seestreitkräfte im Osten verstärken. Zudem kündigte die Nato einen Krisengipfel für Freitag an.

Donnerstag, 24. Februar, 11.55 Uhr

Bundeskanzler Scholz: „Putin hat mit seinem Krieg einen schweren Fehler begangen“

Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine, der am frühen Donnerstagmorgen anlief, hat Bundeskanzler Olaf Scholz am Vormittag im Berliner Kanzleramt ein Statement abgegeben.

„Mit seinem Angriff auf die Ukraine bricht der russische Präsident Putin abermals eklatant das Völkerrecht“, sagte Scholz. „Putin bringt damit Leid und Zerstörung über seine direkten Nachbarn.“ Er gefährde damit das Leben von unzähligen Menschen in der Ukraine, „dem Bruderland Russlands“. Der Bundeskanzler fügte hinzu: „Für all das gibt es keine Rechtfertigung – das ist Putins Krieg.“

Scholz habe am Vormittag das Sicherheitskabinett der Bundesregierung zusammengerufen. Er rief alle Bundesbürger in der Ukraine dazu auf, das Land zu verlassen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) äußert sich bei einer Pressekonferenz im Kanzleramt zum russischen Angriff auf die Ukraine. Russische Truppen haben am Donnerstag (24.02.2022) den erwarteten Angriff auf die Ukraine gestartet.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) äußert sich bei einer Pressekonferenz im Kanzleramt zum russischen Angriff auf die Ukraine. Russische Truppen haben am Donnerstag (24.02.2022) den erwarteten Angriff auf die Ukraine gestartet. © picture alliance/dpa/dpa-Pool

Als Vorsitzender der G7 werde er sich heute bei den Partnerstaaten für eine einheitliche und klare Reaktion einsetzen. Zudem werde man mit den Verbündeten der Nato und EU noch heute weitere harte Sanktionen gegen Russland beschließen. „Ziel der Sanktionen ist es, der russischen Führung klar zu machen: Für diese Aggression zahlt sie einen bitteren Preis.“ Eines werde sich zeigen, so Scholz: „Putin hat mit seinem Krieg einen schweren Fehler begangen“.

Der Bundeskanzler betonte, dass Deutschland zur Beistandspflicht der Nato stehe. Gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Macron schlage er vor, dass sich Staats- und Regierungschefs der Nato uns bald in Präsenz treffen. Am Donnerstagabend werde er mit den anderen EU-Staaten in Brüssel das weitere Vorgehen besprechen.

„Putin möchte ich dazu aufrufen, den militärischen Angriff sofort zu stoppen, dem Blutvergießen Einhalt zu gebieten und seine Truppen vom Territorium der Ukraine vollständig zurückzuziehen“, verkündete Scholz.

Scholz will außerdem am Sonntag in einer Sondersitzung des Bundestags eine Regierungserklärung „zur aktuellen Lage“ halten. Das geht aus einem Schreiben von Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt an Bundestagspräsidentin Bärbel Bas hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Sehen Sie hier Scholz‘ Pressekonferenz im Re-Live:

Donnerstag, 24. Februar, 11.47 Uhr

Russische Regierung meldet: Separatisten rücken vor

Die pro-russischen Kämpfer in der Ostukraine haben Angaben aus Moskau zufolge erste Geländegewinne erzielt. Igor Konaschenkow, Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, sagte im russischen Fernsehen, in der Region Donezk seien die von Russland unterstützten Kämpfer drei Kilometer vorgerückt. In der Region Luhansk sei die ukrainische Armee eineinhalb Kilometer zurückgedrängt worden.

Donnerstag, 24. Februar, 11.44 Uhr

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko appeliert: „Wir sind im Krieg!“

Kiews Bürgermeister, Vitali Klitschko, hat an die Weltgemeinschaft appelliert, der Ukraine zu helfen. „Wir sind im Krieg und kämpfen um unser Land, aber brauchen die Unterstützung der ganzen Welt und sofort wirklich schmerzhafte Sanktionen gegen Russland“, sagte Klitschko der „Bild“. „Die Lage in Kiew ist vorerst unter Kontrolle, aber die Menschen sind natürlich nervös“, so Klitschko.

Vitali Klitschko, Oberbürgermeister von Kiew.
Vitali Klitschko, Oberbürgermeister von Kiew. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Donnerstag, 24. Februar, 11.31 Uhr

Russisches Militär meldet Manöver in Separatistengebiet Transnistrien

Russlands Militär hat eigenen Angaben zufolge planmäßige Militärübungen in dem von der Ex-Sowjetrepublik Moldau abtrünnigen Separatistengebiet Transnistrien abgehalten. Auf einem speziellen Ausbildungsgelände sei das Stoppen feindlicher Fahrzeuge trainiert worden, teilte der Wehrbezirk West am Donnerstag mit. Ob das Manöver in dem Gebiet, das im Osten an die Ukraine grenzt, bereits abgeschlossen ist, ging aus der Mitteilung nicht klar hervor.

Russisches Militär ist seit Anfang der 1990er Jahre in Transnistrien stationiert. Die von prorussischen Separatisten geführte Region hatte sich damals in einem blutigen Bürgerkrieg von Moldau abgespalten, als das Land sich von der Sowjetunion unabhängig erklärte.

Donnerstag, 24. Februar, 11.26 Uhr

Flucht aus Kiew

Bürgerinnen und Bürger versuchen seit mehreren Stunden zu Tausenden, die ukrainische Hauptstadt Kiew in Richtung Westen und ins weiter von der belarussischen Grenze entfernte Landesinnere zu verlassen. Das zeigen Fotos aus Kiew und Staudaten des Kartendienstes Google Maps. Während die Straßen östliche der Hauptstadt weitestgehend frei sind, staut sich der Verkehr auf den Hauptverkehrsstraßen in Richtung Südwesten. Ein Ähnliches Bild zeigt sich auch in Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine im Nordosten des Landes, die weniger als 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt liegt.

Russischer Aufmarsch in der Ukraine: Viele Menschen wollen Kiew deswegen jetzt verlassen.
Russischer Aufmarsch in der Ukraine: Viele Menschen wollen Kiew deswegen jetzt verlassen. © Screenshot Google Maps

Donnerstag, 24. Februar, 11.20 Uhr

Ukraine: Bislang etwa 40 Tote nach russischem Angriff

Im Zusammenhang mit dem russischen Angriff auf die Ukraine sind bis Donnerstagvormittag etwa 40 Menschen getötet worden. Das gab ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bekannt.

Donnerstag, 24. Februar, 11.18 Uhr

Grüne: NRW und Bund müssen Geflüchteten aus Ukraine helfen

Die Parteichefin der NRW-Grünen hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, „sich klar und unmissverständlich an die Seite der Menschen in der Ukraine zu stellen.“ Mit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine finde eine „kriegerische Auseinandersetzung mehr oder weniger direkt vor unserer Haustür statt“, sagte die Landesvorsitzende Mona Neubaur am Donnerstag in Düsseldorf. „Die Bundesrepublik, aber auch NRW sollten sich gemeinsam mit den Kommunen darauf vorbereiten, geflüchteten Menschen Schutz und Sicherheit zu bieten. Das sind wir der Ukraine schuldig.“

Donnerstag, 24. Februar, 11.11 Uhr

Scholz will in Bundestagssondersitzung Regierungserklärung halten

Der Bundestag soll am Sonntag zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will eine Regierungserklärung zur aktuellen Lage halten. Das geht aus einem Schreiben von Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt an Bundestagspräsidentin Bärbel Bas hervor.

Donnerstag, 24. Februar, 11.09 Uhr

Johnson kündigt neue britische Sanktionen gegen Russland an

Der britische Premierminister Boris Johnson hat nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine eine „entschiedene Reaktion“ angekündigt. Oppositionschef Keir Starmer (Labourpartei) forderte „möglichst harte Sanktionen gegen alle, die mit Putin in Verbindung stehen“. Die bisher eingeleiteten Sanktionen gegen fünf russische Banken und drei superreiche Putin-Vertraute seien „zu lasch“.

Donnerstag, 24. Februar, 10.56 Uhr

Selenskyj: „Wir werden jedem eine Waffe in die Hand drücken, der die Ukraine verteidigen will“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich am Donnerstag in einer Ansprache an die Bevölkerung seines Landes gewendet. „Unsere Armee ist eine große Kraft, doch sie brauchen auch die Unterstützung unserer Zivilisten“, sagte Selenskyj.

„Wir werden jedem eine Waffe in die Hand drücken, der die Ukraine verteidigen will“, kündigte der Staatschef an. Die Ukraine sei von Osten, Norden und Süden sowie aus der Luft angegriffen worden. „Solidarität ist nun die wichtigste Stütze des Staates.“ Jeder, der über Kampferfahrung verfüge, solle sich bei den Truppen melden. Zudem bat der Präsident um Blutspenden für die verwundeten Soldaten.

Momentan gebe es in der Ukraine keine Opposition, so Selensykj, „wir alle nehmen unser Heimatland in Schutz“. Dieser Morgen sei bereits in die Geschichte eingegangen – „auf ganz unterschiedliche Art und Weise für uns und für Russland“.

Donnerstag, 24. Februar, 10.51 Uhr

Ukraine bricht diplomatische Beziehungen zu Russland ab

Als Reaktion auf den russischen Einmarsch bricht die Ukraine die diplomatischen Beziehungen mit dem Nachbarland Russland ab. Das sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Donnerstag, 24. Februar, 10.27 Uhr

Cyberattacken begleiten den russischen Angriff auf die Ukraine – Cyberangriff auf ukrainischen TV-Sender

Der ukrainische Fernsehsender 5 Kanal , der bis November 2021 Ex-Präsident Petro Poroschenko gehört hatte, ist nach eigenen Angaben gehackt worden. „Die Website von 5 Kanal wurde von Russen gehackt!“, schrieb der Sender auf Twitter. „Glaubt keiner Information, die nach 09:30 Uhr veröffentlicht wurde.“ Experten des Senders arbeiteten daran, die Cyberattacke abzuwehren, die Website des Senders ist derzeit nicht abrufbar.

Cyberattacken begleiten den russischen Angriff auf die Ukraine und haben in den vergangenen Wochen mehrmals die Ukraine beunruhigt. Mitte Januar zeigten Regierungswebsites eine Botschaft, derzufolge die Ukrainer „Angst haben und mit dem Schlimmsten rechnen“ sollen, Mitte Februar wurden Banken angegriffen.

Gestern waren die Websites von Parlament, Regierung, mehrerer Ministerien und des Inlandsgeheimdienstes teils über mehrere Stunden nicht erreichbar.

Donnerstag, 24. Februar, 10.15 Uhr

Ukraine meldet 50 tote russische Angreifer

Nach ukrainischen Angaben wurden gut 50 russische Soldaten bei Gefechten getötet. Die Stadt Schtschastja in der Region Luhansk, die zuvor von Russland attackiert worden war, sei zurückerobert worden, meldet das ukrainische Center for Strategic Communications and Information Security auf Facebook. Dabei sei Ausrüstung zerstört und gut 50 Angreifer getötet worden.

Donnerstag, 24. Februar, 10.08 Uhr

Sicherheitskabinett tritt im Bundeskanzleramt zusammen

Das Sicherheitskabinett tritt zur Stunde wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine im Bundeskanzleramt zusammen. Das Treffen war für 10 Uhr angesetzt, teilte das Bundespresseamt mit. Mitglieder des Sicherheitskabinetts sind neben Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die Ministerinnen für Auswärtige Angelegenheiten, Verteidigung und Inneres sowie der Kanzleramtschef. Scholz will nach dem Treffen um 11.30 Uhr vor die Presse treten.

Donnerstag, 24. Februar, 10.04 Uhr

Lukaschenko will dementieren: „Unsere Truppen beteiligen sich nicht an dieser Operation“

Nach Darstellung des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko haben sich seine Soldaten nicht an dem russischen Militäreinsatz im Nachbarland Ukraine beteiligt. „Unsere Truppen beteiligen sich nicht an dieser Operation“, sagte er am Donnerstag in Minsk der Staatsagentur Belta zufolge. Die Lage an der belarussisch-ukrainischen Grenze habe sich dramatisch verändert. Nach Angaben aus Minsk telefonierten Russlands Präsident Wladimir Putin und Lukaschenko am frühen Donnerstagmorgen.

Die beiden engen Verbündeten hatten zuletzt ein gemeinsames großes Manöver in Belarus abgehalten, auch im Süden der Ex-Sowjetrepublik an der Grenze zur Ukraine. Der Kreml sicherte diesbezüglich zu, dass russische Soldaten nach der Übung wieder an ihre Standorte zurückkehren sollten. Am Sonntag kündigte Belarus dann eine Verlängerung der Militärübungen an.

Vor allem im Westen war befürchtet worden, dass Russland möglicherweise auch von Belarus aus einen Einmarsch in die Ukraine plane. Der Kreml hatte das stets dementiert.

Donnerstag, 24. Februar, 9.55 Uhr

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock verurteilt Russlands Angriffskrieg

„Wir sind heute in einer anderen Welt aufgewacht“, erklärt Bundesaußenministerin Baerbock. Mit dem militärischen Angriff auf die Ukraine breche die russische Regierung „vor den Augen der Welt“ mit den elementarsten Regeln der internationalen Ordnung. „Russland ist auf unsere Gesprächsangebote nicht eingegangen“, sagt Baerbock.

Dieser Krieg solle vor allem die Hoffnungen der Menschen in der Ukraine zerstören, dass sie nach Jahrzehnten der Unfreiheit ein Recht auf Demokratie und Frieden haben. „Präsident Putin, diesen Traum werden sie niemals zerstören können!“

Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, nimmt an einer Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung im Außenministerium teil, nachdem russische Truppen einen umfassenden Angriff auf die Ukraine gestartet haben.
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, nimmt an einer Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung im Außenministerium teil, nachdem russische Truppen einen umfassenden Angriff auf die Ukraine gestartet haben. © picture alliance/dpa/POOL AP

Sie sei überzeugt, dass sich auch in Russland viele Menschen für die Aggressionen schämten. Der Ruf Russlands sei auf Jahrzehnte beschädigt.

Man sei am heutigen Morgen „fassungslos, aber wir sind nicht hilflos“. Im Rahmen der EU, der Nato und der G7 werde man sich gemeinsam koordinieren und ein massives Sanktionspaket auf den Weg bringen.

„Kein Land der Welt kann akzeptieren, dass die Souveränität anderer zur Disposition steht, wenn sein stärkerer Nachbar das will“, so Baerbock. Alle Staaten, die an die UN-Charta glauben, sollten sich gegen diese Aggression stellen.

Donnerstag, 24. Februar, 9.47 Uhr

Selenkyj bittet Staaten um Verteidigungshilfe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat andere Staaten nach dem russischen Angriff auf die Ukraine zur Verteidigungshilfe aufgerufen. Er forderte Hilfe bei dem Schutz des ukrainischen Luftraums.

Donnerstag, 24. Februar, 9.39 Uhr

Heeres-Inspekteur: Bundeswehr „steht mehr oder weniger blank da“

Heeresinspekteur Alfons Mais hat vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine kritisiert, dass die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr stark vernachlässigt worden sei in den vergangenen Jahren. „Ich hätte in meinem 41. Dienstjahr im Frieden nicht geglaubt, noch einen Krieg erleben zu müssen. Und die Bundeswehr, das Heer, das ich führen darf, steht mehr oder weniger blank da“, schrieb der Generalleutnant am Donnerstag im Netzwerk LinkedIn. „Die Optionen, die wir der Politik zur Unterstützung des Bündnisses anbieten können, sind extrem limitiert.“

Christine Lambrecht (r, SPD), Verteidigungsministerin, spricht bei ihrem Besuch der Panzerlehrbrigade 9 mit Alfons Mais, Inspekteur des Heeres.
© picture alliance/dpa

Deutschlands oberster Heeressoldat weiter: ““ir haben es alle kommen sehen und waren nicht in der Lage, mit unseren Argumenten durchzudringen, die Folgerungen aus der Krim-Annexion zu ziehen und umzusetzen. Das fühlt sich nicht gut an! Ich bin angefressen!“

Das Nato-Territorium sei zwar noch nicht direkt bedroht, aber die Partner im Osten spürten den konstant wachsenden Druck. Mais: „Wann, wenn nicht jetzt, ist der Zeitpunkt, den Afghanistaneinsatz strukturell und materiell hinter uns zu lassen und uns neu aufzustellen, sonst werden wir unseren verfassungsmäßigen Auftrag und unsere Bündnisverpflichtungen nicht mit Aussicht auf Erfolg umsetzen können.“

Donnerstag, 24. Februar, 9.25 Uhr

Will Putin Kiew einnehmen?

Das Pentagon mache sich große Sorgen, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen. Es könnte sein, dass ein Teil des russischen Plans wäre, die Hauptstadt Kiew in der Ukraine einzunehmen, erklärt er.

Donnerstag, 24. Februar, 9.20 Uhr

Börse in Moskau bricht ein

Die Anleger haben sich nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine weiter vom russischen Aktienmarkt zurückgezogen. Der RTS-Index brach um ein Fünftel ein. Am Morgen war der Handel zunächst ausgesetzt worden und dann verspätet gestartet. Noch ist unklar, wie der Westen auf die russische Invasion reagieren wird. Harsche Wirtschaftssanktionen sind wahrscheinlich.

Die russische Zentralbank hat derweil nach eigenen Angaben mit „Interventionen“ begonnen, um die „Lage zu stabilisieren“. Ziel sei es, die russischen Banken angesichts weiterer Sanktionen des Westens mit Liquidität zu versorgen. Die Währung des Landes, der Rubel, stürzte um neun Prozent ab und damit auf ein historisches Tief.

Donnerstag, 24. Februar, 9.13 Uhr

Welt-Reporter: „Putins Ansprache war eine unverhohlene Drohung – auch an das Ausland“

Als Putin seine Militäroperation in der Ukraine ankündigte, drohte er auch mit harten Konsequenzen, falls sich jemand einmischen sollte. WELT-Reporter Christoph Wanner berichtet aus Moskau.

Donnerstag, 24. Februar, 9.06 Uhr

Baltische Staaten zeigen sich schockiert – und fordern Nato-Konsultationen

„Die Zeit für starkes und gemeinsames Handeln ist gekommen!“ Mit einem Appell richtet sich Litauens Premierministerin Ingrida Simonyte an die internationale Gemeinschaft. Simonyte hatte am Mittwoch Waffenhilfe an die Ukraine angekündigt.

Auch die anderen baltischen Staaten mahnen zu einem entschlossenen Vorgehen. Russlands Offensive sei eine „Kriegserklärung an alle demokratischen Nationen und an die bestehende Sicherheitsordnung“, erklärte Estlands Präsident Alar Karis. Lettlands Präsident Egils Levits sagte im Radio, alle drei baltischen Staaten und Polen würden um Konsultationen über weitere Nato-Maßnahmen zur Stärkung der regionalen Sicherheit bitten. US-Präsident Joe Biden hatte angekündigt, in Europa stationierte US-Truppen innerhalb des Kontinents zu verlegen.

Donnerstag, 24. Februar, 8.55 Uhr

Ukrainisches Innenministerium: Sieben Soldaten getötet

Infolge russischer Luftangriffe sind ukrainischen Angaben zufolge mindestens 7 Soldaten getötet und 15 weitere verletzt worden. Zudem würden 19 Soldaten vermisst, teilte das Innenministerium in Kiew am Donnerstagmorgen mit. Eine Brücke über den Fluss Inhulez in der Südukraine sei zerstört worden.

Donnerstag, 24. Februar, 8.52 Uhr

Bundesverteidigungsministerin verurteilt Angriff

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht hat nach dem russischen Angriff auf die Ukraine die Geschlossenheit in den Reihen von Nato und EU bekräftigt. Sie verurteilte die militärische Aktion. „Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist ein drastischer Bruch des Völkerrechts und mit nichts in der jüngeren Geschichte vergleichbar“, sagte die Verteidigungsministerin. „Präsident Putin hat ohne jeden Grund einen Krieg mitten in Europa vom Zaun gebrochen.“ Putin allein sei für „das furchtbare Leid, das damit verbunden ist“, verantwortlich.

Mit der Anerkennung der Separatistengebiete in der Ostukraine habe Putin „das Völkerrecht mit Füßen getreten“ und das Minsker Abkommen „zertrümmert“. Russland müsse sich nun auf „beispiellose und sehr, sehr harte Sanktionen einstellen“. Sie appellierte an Putin, seine Truppen sofort zurückzuziehen: „Für Dialog ist es nie zu spät.“

Donnerstag, 24. Februar, 8.47 Uhr

Neue Russland-Sanktionen der EU sollen Zugang zu Finanzmarkt stoppen

Die neuen geplanten EU-Sanktionen gegen Russland werden nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Zugang russischer Banken zu den europäischen Finanzmärkten stoppen. Zudem sollen russische Vermögenswerte in der EU eingefroren werden, und wichtigen Sektoren der russischen Wirtschaft soll der Zugang zu Schlüsseltechnologien und Märkten verwehrt werden.

Donnerstag, 24. Februar, 8.40 Uhr

Ukrainischer Grenzschutz: Russische Truppen dringen in Ukraine ein

Der Grenzschutz der Ukraine hat berichtet, dass russische Truppen auf das Staatsgebiet der Ukraine eindringen. Mehrere Kolonnen hätten im Gebiet Luhansk bei Krasna Taliwka, Milowe und Horodyschtsche von russischem Territorium aus die Grenze überquert, teilte die Behörde am Donnerstag mit. „Von der besetzten Halbinsel aus ist es zu Bewegungen russischer Militärtechnik gekommen“, teilte der Grenzschutz mit, die Truppenbewegungen seien um vier Uhr mitteleuropäischer Zeit erfolgt. „Der Angriff fand von der Krim aus statt.“ Der Grenzschutz veröffentlichte ein Video, das die Bewegung russischer Panzerfahrzeuge aufgezeichnet haben soll.

Donnerstag, 24. Februar, 8.35 Uhr

Moskau: Ukrainische Luftabwehr unschädlich gemacht

Die russischen Streitkräfte haben bei der Invasion in die Ukraine nach eigenen Angaben die Luftabwehr des Landes komplett unschädlich gemacht.

Die Stützpunkte der ukrainischen Luftwaffe seien mit „präzisionsgelenkter Munition“ außer Betrieb gesetzt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die ukrainischen Soldaten hätten keinerlei Widerstand gegen das russische Militär geleistet, hieß es.

Donnerstag, 24. Februar, 8.26 Uhr

Russland schließt mehr als zehn Flughäfen

Nach dem Einmarsch in der Ostukraine hat Russland vorübergehend mehr als zehn Flughäfen im Süden und auf der annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim geschlossen. Bis zum 2. März sollen unter anderem die Flugplätze in den Städten Rostow, Krasnodar, Kursk, Woronesch und Simferopol ihren Betrieb einstellen, wie die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija am Donnerstag mitteilte. Den Menschen werde „dringend“ davon abgeraten, an die genannten Flughäfen zu kommen.

In Sotschi am Schwarzen Meer lief der Flugbetrieb offiziellen Angaben zufolge zunächst weiter. In Moskau wurden bis zum frühen Vormittag knapp 200 Flüge abgesagt oder waren mit Verspätung angekündigt, wie aus Online-Reisetafeln hervorging.

Donnerstag, 24. Februar, 8.15 Uhr

„Berichte, dass der Flughafen von Kiew unter Beschuss gekommen ist“

Zahlreiche Städte in der Ukraine melden Angriffe und Explosionen, auch Kiew. Die Ukraine ruft den Kriegszustand aus. Viele Menschen sind auf der Flucht. WELT-Reporter Daniel Koop über die Situation in Kiew.

Donnerstag, 24. Februar, 8.09 Uhr

Selenskyj fordert „sofortige Sanktionen“ gegen Russland

Angesichts des russischen Einmarsches in die Ostukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj „sofortige Sanktionen“ gegen Moskau gefordert. Er brauche zudem Verteidigungshilfe sowie finanzielle Unterstützung, schrieb Selenskyj nach Telefonaten unter anderem mit Bundeskanzler Olaf Scholz am Donnerstag auf Twitter.

Donnerstag, 24. Februar, 8.03 Uhr

Auswärtiges Amt fordert Deutsche auf, Ukraine zu verlassen oder sicheren Ort aufzusuchen

Das Auswärtige Amt hat deutsche Staatsangehörige in der Ukraine erneut und dringend aufgefordert, das Land zu verlassen. Auf Twitter schreibt das Auswärte Amt: „In der Ukraine finden Kampfhandlungen und Raketenangriffe statt. Falls Sie das Land nicht auf einem sicheren Weg verlassen können, bleiben Sie vorläufig an einem geschützten Ort.“

Donnerstag, 24. Februar, 7.59 Uhr

Separatisten melden Einnahme von zwei Kleinstädten in Ostukraine

Die Separatisten haben nach dem russischen Einmarsch in der Ostukraine die Einnahme von zwei Kleinstädten gemeldet. Es handele sich dabei um Stanyzja Luhanska und um Schtschastja. Demnach sind russische Truppen über den Fluss Siwerskyj Donez vorgedrungen, der bisher die Frontlinie bildete. Die Behörden in Kiew bestätigten zugleich das Vordringen der prorussischen Kräfte auf das von ukrainischen Regierungstruppen kontrollierte Gebiet.

Donnerstag, 24. Februar, 7.56 Uhr

„Die ersten Einschläge gab es um 4:20 Uhr, die Scheiben vom Hotel haben gescheppert“

Der Welt-Reporter Steffen Schwarzkopf ist aktuell in der Ukraine und hat den Begin des Angriffs aus nächster Nähe miterlebt. Im Video mit seinen Kollegen schildert er seine ersten Eindrücke. Offenbar beschießt das russische Militär gezielt Flughäfen an der Frontlinie.

Donnerstag, 24. Februar, 7.52 Uhr

Baerbock spricht von „Tag der Schande“

Di Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat den russischen Militäreinsatz gegen die Ukraine scharf verurteilt. „Mit dem Angriff auf die Ukraine bricht Russland mit den elementarsten Regeln der internationalen Ordnung. Die Weltgemeinschaft wird Russland diesen Tag der Schande nicht vergessen“, schrieb die Grünen-Politikerin in einer ersten Reaktion auf Twitter. Deutschland werde gemeinsam mit Partnern reagieren. „Unsere ganze Solidarität gilt der Ukraine“, schrieb Baerbock.



Donnerstag, 24. Februar, 7.44 Uhr

EU will umgehend neue Sanktionen gegen Russland beschließen

Die EU wird nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratschef Charles Michel umgehend ein neues Sanktionspaket gegen Russland beschließen. Dieses werde „massive und schwerwiegende Folgen“ für das Land haben, teilten Michel und von der Leyen am Donnerstag gemeinsam mit. Ein für den Abend geplanter Krisengipfel solle darüber beraten.

Donnerstag, 24. Februar, 7.36 Uhr

Cyberattacken begleiten russischen Angriff auf die Ukraine

Cyberattacken haben den Angriff Russlands auf die Ukraine begleitet. Die Internetseiten des ukrainischen Verteidigungsministeriums, des Außenministeriums und des Innenministeriums waren am Donnerstagmorgen nicht zu erreichen oder verzeichneten Probleme beim Laden von Inhalten. Vorangegangen war eine Reihe sogenannter DDoS-Attacken, bei denen Server überlastet werden. Explosionen erschütterten unterdessen die ukrainische Hauptstadt Kiew und andere große Städte.

Zusätzlich zu den DDoS-Attacken am Mittwoch erklärten Cybersicherheitsexperten, nicht identifizierte Angreifer hätten Hunderte Computer mit Schadsoftware infiziert, einige davon in den Nachbarstaaten Lettland und Litauen.

Der ukrainische Cybersicherheitsbeamte Victor Zhora erwiderte auf die Frage, ob die DDoS-Attacken am Donnerstagmorgen anhalten: „Meinen Sie das Ernst? Hier sind ballistische Raketen.“ Zhora erklärte mit Blick auf die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin zuvor angekündigte Offensive: „Das ist schrecklich. Die Welt muss dies unverzüglich stoppen.“

Donnerstag, 24. Februar, 7.30 Uhr

Ukrainischer Generalstab meldet intensiven Beschuss im Donbass und in Lwiw

Der Generalstab der ukrainische Armee gab an, dass es vor allem Angriffe von Gebieten und Siedlungen entlang der ukrainischen Staatsgrenze sowie auf mehreren Flugplätzen gegeben habe. Das teilte der Generalstab auf Facebook mit. Auch der Flughafen Kiew-Boryspil gehöre zu den beschossenen Ortschaften. Der ukrainische Katastrophenschutz berichtete zudem von Angriffen in der Region Lwiw im Westen des Landes. „Die Verteidigungskräfte des Staates sind in voller Kampfbereitschaft und halten Verteidigungspositionen“, so der Generalstab. Die Situation sei „kontrollierbar“. Berichte über eine russische Landungsoperation in der südukrainischen Stadt Odessa seien falsch.

Donnerstag, 24. Februar, 7.24 Uhr

Ukrainische Streitkräfte: Fünf russische Flugzeuge abgeschossen

Das ukrainische Militär hat eigenen Angaben zufolge im Gebiet Luhansk fünf russische Flugzeuge und einen Hubschrauber abgeschossen. Das teilten die ukrainischen Landstreitkräfte am Donnerstagmorgen mit. Russland wies die allerdings Angaben zurück, es seien keine Flugzeuge abgeschossen worden.

Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Ria ist die ukrainische Raketenabwehr „unterdrückt“. Weiterhin sei die Infrastruktur der ukrainischen Luftwaffe außer Betrieb gebracht worden, ukrainische Grenztruppen böten keinen Widerstand.

Donnerstag, 24. Februar, 7.15 Uhr

Zahlreiche Einwohner Kiews verlassen die Stadt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in der Ukraine das Kriegsrecht verhängt. Zahlreiche Einwohner der Hauptstadt Kiew versuchen seitdem, die Stadt zu verlassen. Aufnahmen zeigen sich stauende Autos auf dem Weg aus der Stadt. Kurz zuvor war in Kiew Luftalarm ausgelöst worden. Selenskyj hatte die Bevölkerung aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

Donnerstag, 24. Februar, 7.11 Uhr

Olaf Scholz telefoniert mit ukrainischem Präsidenten

Bundeskanzler Olaf Scholz hat inzwischen mit Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Nach Angaben seines Regierungssprechers Steffen Hebestreit hat Olaf Scholz (SPD) dem ukrainischem Präsidenten und der Ukraine „die volle Solidarität Deutschlands in dieser schweren Stunde“ versichert.

In einer ersten Reaktion auf den Krieg hatte Olaf Scholz (SPD) den russischen Angriff als „eklatanten Bruch des Völkerrechts“ bezeichnet, der durch nichts zu rechtfertigen sei. Russland müsse seine Militäraktion sofort einstellen.

Donnerstag, 24. Februar, 6.57 Uhr

Robert Habeck verurteilt „schamlosen Bruch des Völkerrechts“

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat entsetzt auf den russischen Angriff auf die Ukraine reagiert. „Nun ist das Unfassbare geschehen“, teilte der Grünen-Politiker mit. „Russland greift die Ukraine an. Wir haben einen Landkrieg in Europa, von dem wir dachten, er sei nur noch in Geschichtsbüchern zu finden. Es ist ein schamloser Bruch des Völkerrechts, wir verurteilen ihn auf Schärfste.“

Dieser Tag sei eine Zäsur für Europa und die Welt, so Habeck. „Diese bewusst herbeigeführte russische Aggression wird Leid über viele Menschen bringen.“ Alle Kraft und Solidarität gelte der ukrainischen Bevölkerung. „Für Russland wird dieser Angriff schwere politische und wirtschaftliche Konsequenzen haben.“

Donnerstag, 24. Februar, 6.50 Uhr

Ukrainischer Grenzschutz meldet Angriffe aus Belarus

Die Ukraine wird nach Angaben des ukrainischen Grenzschutzes sowohl an der Grenze zu Russland als auch zu Belarus angegriffen. Mit „Artillerie“ werde die Ukraine „von russischen Truppen aus Russland und Belarus“ beschossen, teilte der Grenzschutz mit. Die ukrainischen Streitkräfte würden das Feuer erwidern.

Donnerstag, 24. Februar, 6.48 Uhr

Putin: „Entmilitarisierung und die Entnazifizierung der Ukraine anstreben“

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Auslandseinsatz des russischen Militärs in den Regionen Luhansk und Donezk offiziell angeordnet. Das sagte er in einer TV-Ansprache. Ziel des Einsatzes sei die „der Schutz der Menschen, die seit acht Jahren Misshandlung und Genozid ausgesetzt sind“ sowie „die Entmilitarisierung und die Entnazifizierung der Ukraine“.

Donnerstag, 24. Februar, 6.38 Uhr

Ukraine fordert Waffen und finanzielle Unterstützung

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat die Welt zu einem „sofortigen“ Handeln aufgefordert. Die Zukunft Europas und der Welt stünden auf dem Spiel, schrieb er bei Twitter. Dazu veröffentlichte er eine To-do-Liste mit fünf Punkten. Es müssten sofort harte Sanktionen gegen Russland erlassen werden. Außerdem brauche die Ukraine Waffen, finanzielle Unterstützung und humanitäre Hilfe.

Donnerstag, 24. Februar, 6.36 Uhr

Vor der Invasion: Selenskyj wendet sich mit dramatischen Appell an Russen

Noch vor der Ankündigung Putins die Ukraine anzugreifen, hat sich Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew in einem dramatischen Appell an die Bürger des Nachbarlandes gewandt. „Dieser Schritt kann der Beginn eines großen Krieges auf dem europäischen Kontinent werden“, warnte er in einer in der Nacht zum Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft. „Wollen die Russen Krieg? Die Antwort hängt nur von Ihnen ab, den Bürgern der Russischen Föderation!“, sagte der 44-Jährige auf Russisch. Er habe auch versucht, mit Kremlchef Wladimir Putin zu telefonieren: „Das Ergebnis: Schweigen.“

Entlang der über 2000 Kilometer langen Grenze stünden fast 200 000 russische Soldaten mit schwerer Technik zum Einmarsch bereit, sagte Selenskyj weiter. Er sei bereit zu Verhandlungen mit Russland in jedem beliebigen Format und an jedem Ort, um Fragen der Sicherheit und der Garantie von Frieden zu erörtern. „Die Sicherheit der Ukraine ist verbunden mit der Sicherheit ihrer Nachbarn. Deshalb müssen wir heute über die Sicherheit in ganz Europa sprechen.“ Sein Ziel sei der Frieden in der Ukraine und die Sicherheit der Bürger. „Dafür sind wir bereit, mit allen und auch mit ihnen zu reden.“

Zudem wies er erneut Moskaus Vorwürfe zurück, dass Kiew einen Angriff auf die Separatistengebiete in der Ostukraine vorbereite. „Was soll ich bombardieren? Donezk, wo ich Dutzende Male war?“, fragte Selenskyj. Die reale Ukraine unterscheide sich komplett von dem in den russischen Nachrichten dargestellten Land. Die Ukrainer würden ihr Land nicht kampflos hergeben: „Wenn Ihr angreift, dann werdet Ihr unsere Gesichter sehen, nicht unsere Rücken!“ (dpa)

Donnerstag, 24. Februar, 6.29 Uhr

Biden verurteilt russischen Angriff in Gespräch mit Selenskyj

US-Präsident Joe Biden hat den „unprovozierten und ungerechtfertigten“ russischen Angriff auf die Ukraine in einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verurteilt. Er habe Selenskyj soeben über die weiteren geplanten Maßnahmen der USA und der westlichen Verbündeten gegen Russland unterrichtet, inklusive „harter Sanktionen“, erklärte Biden am Donnerstag.

Donnerstag, 24. Februar, 6.21 Uhr

Bundeskanzler Scholz: „Furchbarer Tag für die Ukraine und ein dunkler Tag für Europa“

Bundeskanzler Olaf Scholz hat den russischen Angriff auf die Ukraine als einen „eklatanten Bruch des Völkerrechts“ kritisiert. Er sei durch nichts zu rechtfertigen. „Deutschland verurteilt diesen rücksichtslosen Akt von Präsident Putin aufs Schärfste. Unsere Solidarität gilt der Ukraine und ihren Menschen“, erklärte der Kanzler. Scholz forderte Russland auf, diese Militäraktionen sofort einzustellen. „Dies ist ein furchtbarer Tag für die Ukraine und ein dunkler Tag für Europa.“

Donnerstag, 24. Februar, 6.00 Uhr

Ukrainischer Präsident Selenskyj ruft Kriegszustand aus

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat im ganzen Land den Kriegszustand ausgerufen. Das teilte er am Donnerstag in einer Videobotschaft mit. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuvor eine Militäroperation gegen das Nachbarland angeordnet.

Donnerstag, 24. Februar, 5.59 Uhr

Guterres ruft Putin zum Rückzug auf

UN-Generalsekretär António Guterres hat nach der russischen Offensive in der Ukraine an die Regierung in Moskau appelliert, die Aggression einzustellen. „Präsident Putin, im Namen der Menschlichkeit: Bringen Sie Ihre Truppen zurück nach Russland“, sagte Guterres nach einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates in New York am Mittwochabend (Ortszeit).

Dieses von den Vereinten Nationen zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, der während einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zur Situation in der Ukraine spricht.
Dieses von den Vereinten Nationen zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, der während einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zur Situation in der Ukraine spricht. +++ dpa-Bildfunk +++ © picture alliance/dpa/UNTV

„Dieser Konflikt muss jetzt beendet werden“, forderte er. Guterres sprach von dem möglicherweise schwersten Konflikt in Europa seit Jahrzehnten und seinem „traurigsten Tag“ als UN-Generalsekretär. „Für mich ist klar, dass dieser Krieg keinen Sinn macht. Es verstößt gegen die Grundsätze der (UN)-Charta“, sagte er.

Donnerstag, 24. Februar, 5.54 Uhr

Streit im Uno-Sicherheitsrat: „Sie fahren direkt zur Hölle, Botschafter“

Während Russlands Präsident Wladimir Putin die Militäroperation in der Ostukraine ankündigte, tagte in New York der Uno-Sicherheitsrat. In der Dringlichkeitssitzung wandte sich der ukrainische Uno-Botschafter Serhij Kyslyzja mit deutlichen Worten an seinen russischen Amtskollegen Wassili Nebensja: „Wir verurteilen die Aggression, die Sie gegen mein Volk verüben“, sagte er. „Es gibt kein Fegefeuer für Kriegsverbrecher. Sie fahren direkt zur Hölle, Botschafter.“

Donnerstag, 24. Februar, 5.29 Uhr

Ukraine schließt Luftraum für Zivilflüge

Die Regierung in Kiew hat nach der von Russland verkündeten „Militäroperation“ den Luftraum über der Ukraine für den zivilen Luftverkehr geschlossen. „Wegen des hohen Sicherheitsrisikos“ sei der Luftraum geschlossen und der Flugverkehr kurz nach Mitternacht eingestellt worden, teilte das Infrastrukturministerium am frühen Donnerstagmorgen in Kiew mit. Zuvor waren in mehreren Städten des Landes, darunter auch in der Hautpstadt, Explosionen zu hören.

Donnerstag, 24. Februar, 5.20 Uhr

Nato verurteilt russischen Angriff auf die Ukraine

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat den russischen Angriff auf die Ukraine auf das Schärfste verurteilt. Der „rücksichtslose“ Angriff bringe „die Leben zahlloser Zivilisten“ in Gefahr, erklärte Stoltenberg am Donnerstag.

Donnerstag, 24. Februar, 5.15 Uhr

Ukrainischer Außenminister: Putin startet große Invasion

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba mit einem großen Einmarsch in der Ukraine begonnen. Kremlchef Wladimir „Putin hat gerade eine große Invasion der Ukraine gestartet. Friedliche ukrainische Städte werden attackiert. Das ist ein Angriffskrieg“, teilte der Minister am Donnerstag bei Twitter mit.

Donnerstag, 24. Februar, 5.04 Uhr

Deutschland: Russland wird beispiellosen Preis bezahlen

Deutschland hat schwere Konsequenzen gegen Russland wegen des angekündigten Einmarsches in die Ukraine angekündigt. „Die russische Aggression wird politisch, wirtschaftlich und moralisch einen beispiellosen Preis haben“, sagte die deutsche UN-Botschafterin Antje Leendertse bei einer kurzfristig anberaumten Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates in New York am Mittwochabend (Ortszeit).

Donnerstag, 24. Februar, 4.35 Uhr

Biden: Russland hat vorsätzlich Krieg begonnen

Russland hat nach Angaben von US-Präsident Joe Biden „vorsätzlich“ einen „Krieg“ gegen die Ukraine begonnen. Russland alleine sei verantwortlich für die dadurch ausgelösten Todesfälle und das menschliche Leid, erklärte Biden am Mittwochabend (Ortszeit). Die USA und ihre Verbündeten würden Russland entschlossen dafür „zur Rechenschaft ziehen“, erklärte er.

Donnerstag, 24. Februar, 4.32 Uhr

Kremlchef Putin ordnet Militäreinsatz in Ostukraine an – Explosionen und Raketenangriffe im ganzen Land

Kremlchef Wladimir Putin hat im Konflikt mit der Ukraine einen Auslandseinsatz des russischen Militärs in den Regionen Luhansk und Donezk offiziell angeordnet. Das teilte der Kreml am Donnerstag in Moskau mit. Putin entsprach damit einer schriftlichen Bitte der Chefs der Volksrepubliken Luhansk und Donezk um Beistand, um Angriffe von der ukrainischen Armee abzuwehren. Putin hatte ein militärisches Eingreifen schriftlich in Aussicht gestellt, sollte er gefragt werden. Russland hat der Ukraine damit faktisch den Krieg erklärt.

Der Nachrichtensender CNN meldete kurz danach Explosionen in Charkiw und der ukrainischen Hauptstadt Kyiw. Bei den Explosionen in der Nähe von Kiew handelt es sich laut ukrainischem Ministerium um Raketeneinschläge.

Russische Truppen haben die Grenze bei Charkiw überschritten. Es gibt Berichte über eine Landungsoperation der Schwarzmeerflotte im Asowschen Meer und in Odessa.

Donnerstag, 24. Februar, 3.46 Uhr

UN-Chef appelliert an Putin: „Halten Sie Truppen von Angriff ab“

UN-Generalsekretär António Guterres hat vor dem drohenden Einmarsch Russlands in die Ukraine an Moskau appelliert. „Präsident Putin, halten Sie Ihre Truppen davon ab, die Ukraine anzugreifen, geben Sie dem Frieden eine Chance. Zu viele Menschen sind bereits gestorben“, sagte Guterres bei einer kurzfristig anberaumten Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates in New York am Mittwochabend (Ortszeit).

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.