Lockdown im Ländervergleich

Umgang mit der Pandemie: Deutschland im Ländervergleich laut Ranking nur Mittelmaß

Wie effektiv bekämpfen Länder die Corona-Pandemie? Diese Frage stellt sich das US-Medienunternehmen Bloomberg. In dessen monatlichem Ranking belegt Deutschland einen Platz im unterem Mittelfeld.
In einem Länderranking zum Umgang mit der Pandemie belegte Deutschland nur Platz 34 von 53 – und liegt hinter Ländern wie den USA und Spanien. © picture alliance/dpa

Jedes Land verhängt unterschiedliche Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, jedes Land ist unterschiedlich stark von der Pandemie betroffen. Das US-Medienunternehmen Bloomberg vergleicht seit November monatlich in seinem „Covid Resilience Ranking“ 53 Länder hinsichtlich ihres Umgangs mit der Krise.

In der Bewertung werden insgesamt elf Faktoren berücksichtigt: unter anderem die Zahl der Corona-Toten und der Infektionen und der Fortschritt bei den Impfungen. Daraus errechnete Bloomberg einen „Resilience Score“ – also einen Wert, der beschreiben soll, wie effektiv ein Land die Pandemie bekämpft.

Deutschland im Ranking auf Platz 34

Bloomberg hat nun das vierte Ranking für den Februar 2021 veröffentlicht. Unter den 53 Ländern belegt Deutschland Platz 34 – und liegt damit hinter Ländern wie den Niederlanden (Platz 28), dem Vereinigten Königreich (Platz 30) und Spanien (Platz 33). Deutschland muss sich dabei vor allem die hohe Sterblichkeit von 6,4 Prozent im Februar ankreiden lassen. Nur Ägypten (8,4 Prozent), Südafrika (9,2 Prozent) und Mexiko (11,1 Prozent) schnitten in dieser Hinsicht schlechter ab.

Als positiv wurde der Zugang zu Corona-Impfungen bewertet: Hier liegt Deutschland, so wie die restlichen EU-Länder in der Rangliste, bei einem Wert von 231 Prozent (prozentualer Anteil der Bevölkerung, der mit den insgesamt bestellten Impfdosen abgedeckt wird) – und liegt somit auch im Ländervergleich oben in der Rangliste. Bei der oft kritisierten Impfstoffvergabe hinkt Deutschland jedoch mit durchschnittlich 6,28 verteilten Dosen pro 100 Einwohner hinterher – vor allem im Vergleich zu Israel (84,78 Dosen pro 100 Einwohner).

Neuseeland als Land mit bestem Umgang mit Corona-Pandemie bewertet

Deutschland erhielt dafür von Bloomberg einen „Resilience Score“ von 51,1 – und liegt weit hinter Neuseeland. Der Inselstaat im Südpazifik belegt auch im vierten Ranking Platz eins mit einem Wert von 77,2, was vor allem auf die niedrigen Infektionszahlen und die wenigen Todesfälle zurückzuführen ist.

Das Land verhängte extrem strenge Maßnahmen und legte viel Wert auf genaue Kontaktverfolgungen. So gab es in Neuseeland mit knapp fünf Millionen Einwohnern laut der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore (Stand 27. Februar 2021, 14.30 Uhr) nur 2372 Fälle und 26 Tote seit Beginn der Pandemie.

Die nachfolgenden Plätze belegen Australien und Singapur. Mit Finnland (Platz vier) und Norwegen (Platz fünf) wurden auch zwei europäische Staaten hinsichtlich ihres Umgangs mit der Pandemie sehr positiv bewertet. Die USA schnitten im Februar wesentlich besser als noch im Januar ab: Sie sprangen von Rang 35 auf Rang 27 und liegen somit vor Deutschland.

Bloomberg-Ranking: Mexiko auf dem letzten Platz

Mexiko landete auf dem letzten Platz mit einem „Resilience Score“ von 33. Das Land verzeichnet laut Johns-Hopkins-Universität (Stand 27. Februar 2021, 18 Uhr) 184.474 Corona-Tote seit Beginn der Pandemie – die drittmeisten weltweit. Schlecht schnitten auch Peru (Platz 52) und Brasilien (Platz 50) ab, die ebenfalls verhältnismäßig viele Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registrieren.

Bloomberg bewertete von allen europäischen Ländern Tschechien am schlechtesten – das EU-Land belegt Platz 51. Besonders gravierend wirkten sich die hohen Infektionszahlen auf die Bewertung aus: Mit 2156 Infektionen pro 100.000 Einwohner hatte Tschechien im Vergleich der 53 Ländern den höchsten Wert.

RND/bk

Der Artikel "Umgang mit der Pandemie: Deutschland im Ländervergleich laut Ranking nur Mittelmaß" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland
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