Krieg

US-Journalist in Ukraine-Krieg getötet

Ein amerikanischer Videojournalist ist bei Kiew unter Beschuss geraten. Die Ukrainer machen russische Streitkräfte für seinen gewaltsamen Tod verantwortlich.
Brent Renaud wurde in Irpin, nordwestlich von Kiew, getötet.
Brent Renaud wurde in Irpin, nordwestlich von Kiew, getötet. © Charles Sykes/Invision/AP/dpa

Ukrainischen Angaben zufolge soll ein US-Journalist in der Ukraine getötet und ein weiterer verletzt worden sein. Die beiden Männer seien in der Ortschaft Irpin unter Beschuss geraten, teilte die Polizei des Gebietes Kiew mit.

Irpin liegt etwa zehn Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Kiew. Die Angaben wurden auch vom Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Heraschtschenko, im Nachrichtenkanal Telegram verbreitet. Später bestätigte sie auch der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak.

Bei dem getöteten US-Amerikaner handelte es sich demnach um den 50 Jahre alten Videojournalisten Brent Renaud. Der Reporter war in der Vergangenheit nach Angaben seiner persönlichen Website zusammen mit seinem Bruder Craig Renaud für Video- und Filmprojekte im Irak und in Afghanistan. Ebenso berichtete er demnach über die Folgen des Erdbebens in Haiti, die Gewalt der Drogenkartelle in Mexiko und über die Lage junger Flüchtlinge in Zentralamerika.

Journalist arbeitete früher für „New York Times“

Es blieb zunächst unklar, in wessen Auftrag sich Renaud in der Ukraine befand. Berichten, wonach er für die „New York Times“ im Einsatz gewesen sei, widersprach die US-Zeitung. Der Filmemacher habe zwar in der Vergangenheit für das Blatt gearbeitet, sei aber nicht für die „Times“ in der Ukraine gewesen, teilte ein Sprecher auf Twitter mit. Man sei „zutiefst traurig“ angesichts der Berichte über seinen Tod.

US-Präsident Joe Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan sagte in einem Fernsehinterview, er habe noch keine genauen Informationen zu Renauds Tod. Er sprach von einem „erschreckenden und schockierenden“ Vorfall, der nun untersucht werden müsse.

Bürgermeister verbietet Journalisten Zugang zum Frontgebiet

Auf Telegram veröffentlichte ein Kiewer Krankenhaus ein Video, das den durch einen Splitter im Beckenbereich verletzten Kollegen des getöteten Journalisten nach seiner Einlieferung zeigen soll. Darin erzählt der Mann, sie seien in der umkämpften Ortschaft von einem Kontrollpunkt aus beschossen worden.

Der Bürgermeister von Irpin, Olexander Markuschyn, verbot Journalisten später bis auf Weiteres den Zutritt zum unmittelbaren Frontgebiet. Zuvor hatte auch der stellvertretende Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, Paul Ronzheimer, auf Twitter ein Video gepostet, das demnach die Rettung des verletzten Journalisten zeigt. Ukrainischen Angaben zufolge sollen russische Soldaten geschossen haben. Aus Moskau gab es zunächst keine offizielle Reaktion dazu.

dpa

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