Wie schön wird der Sommer? Tage nach Siebenschläfer erlauben jetzt eine Prognose

Menschen am Strand mit Strandkörben.
Ab nächster Woche wieder volle Strände an der Ostseeküste? Mit Temperaturen von bis zu mehr als 30 Grad kündigt sich ab Dienstag nächster Woche eine Hitzewelle an. © Jens Büttner/dpa
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„Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag“, besagt eine bekannte Bauernregel. Allein kann der Siebenschläfertag das Sommerwetter jedoch nicht vorhersagen, betont der Meteorologe Dominik Jung gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Stattdessen, so Jung, müssen für eine Wetterprognose für den gesamten Sommer die letzten Tage des Monats Juni sowie die ersten Tage im Juli betrachtet werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Wetter dann auch tatsächlich so wird wie in den betrachteten Tagen, liege bei 70 Prozent – allerdings nur im Süden, erklärt der Meteorologe. „Die Wahrscheinlichkeit nimmt von Süden nach Norden ab. Im Norden Deutschlands trifft das Siebenschläferwetter fast gar nicht zu, da das Wetter dort vom Meer geprägt wird und somit instabiler und wechselhafter ist.“

Wie schön wird unser Sommer?

Das Wetter der letzten anderthalb Wochen war durch ein Auf und Ab geprägt. Es gab sehr warme bis heiße, aber besonders zuletzt auch kühlere Tage. „Das heißt, die nächsten fünf bis sieben Wochen werden uns einen durchwachsenen Sommer bringen, in denen sich sehr warme bis heiße Phasen mit kühleren Phasen abwechseln werden“, sagt Jung. In Südeuropa sei genau solch ein Sommer aber normal, erklärt der Meteorologe.

Jung rechnet für diesen Sommer mit Hitzespitzen von 35 bis 40 Grad, aber auch mit kühleren Phasen, die uns aus Island gebracht werden und „dazwischenfunken“, sodass wir insgesamt im Süden sehr warme bis heiße Tage erleben werden, während der Norden eher unterkühlt sein kann.

Dramatische Trockenheit in Deutschland

Der Meteorologe verweist außerdem auf die dramatische Trockenheit in Deutschland. „Bereits seit dem Jahr 2018 verzeichnen wir ein Regendefizit.“ Der Regen, den es in letzter Zeit zwischendurch gab, reiche nicht und sei nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein“. Bereits der Juni und das gesamte Frühjahr seien zu trocken gewesen. Auch der Juli werde sehr trocken ausfallen. „Wir benötigen flächendeckenden Landregen, der allerdings in den nächsten Wochen bis in den August hinein nicht in Sicht ist.“ Jung spricht von einem dürren Sommer mit schwerwiegenden Folgen: „geringere Ernte, steigende Preise sowie eine hohe Wald- und Wiesenbrandgefahr.“

Wo wird es am wärmsten?

Die Heißluft aus der Sahara komme zuerst im Süden Deutschlands an, sodass am ehesten in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern mit sehr hohen Temperaturen zu rechnen sei. „Die warme Luft hat Probleme, nach Norden voranzukommen“, sagt Jung.

Wie stark die für Mitte Juli angekündigte Hitzewelle tatsächlich ausfallen wird, sei noch nicht ganz klar, betont Jung. „Ab Mittwoch wird es aus dem Westen deutlich wärmer mit etwa 35 Grad, für nächstes Wochenende kann mit bis zu 39 Grad gerechnet werden.“ Bei diesen Prognosen gebe es aber noch große Unsicherheiten.

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