Am Montag ist um 21 Uhr die Ausgangssperre im Kreis Unna in Kraft getreten. Unna zeigte sich am Montagabend sehr ruhig, nur wenige Autos waren auf den Straßen, wie hier auf dem Ring zu sehen. © Alexander Heine
Coronavirus

Ausgangssperre: So sieht es am ersten Abend in Unna aus – Mit Video

Seit Montag, 21 Uhr, gilt im Kreis Unna die Ausgangssperre. Wir haben uns nach der Sperrstunde einen Überblick verschafft und auch im Kurpark und im Bornekamp nachgesehen.

9.00 strahlt es grün von der Digitaluhr im Armaturenbrett. Ab jetzt gilt sie: die Ausgangssperre. Ein irgendwie archaisches, ja fast dystopisches Wort, das tief in die Freiheit der Menschen schneidet. Auf der B1 Richtung Werl sind vereinzelt Autos unterwegs, ob jetzt mehr oder weniger als an einem „normalen“ Montag in Corona-Zeiten, ist schwer zu sagen. Über die Hertingerstraße geht es weiter Richtung Ring, die Bürgersteige sind leer.

Es ist leer auf den Straßen und im Bornekamp

Beim Einbiegen auf den Südring sind gerade noch die Rücklichter eines Motorradpolizisten zu erkennen, der der Biegung des Rings unter der Eselsbrücke folgt. Rechts geht es ab in die Bornekampstraße, auch nichts. Niemand zu sehen, vorbei an den Bauzäunen geht es zu Fuß weiter. Bis auf die Abendgesänge der Vögel ist es still im Bornekamp, vereinzelt dringt das Licht der angrenzenden Wohnhäuser durch die sich setzende Dunkelheit.

Im Bornekamp waren am ersten Tag der Ausgangssperre nur die Vögel zu hören. Wie sich die Lage entwickelt, wenn es auch abends wieder länger warm bleibt, wird sich zeigen. © Christoph Schmidt © Christoph Schmidt

Es ist der erste Tag der Ausgangssperre. Seit Montag darf sich niemand mehr nach 21 Uhr draußen aufhalten, der nicht einen triftigen Grund vorweisen kann, wie zum Beispiel die Berufsausübung. Ob es nun an der Ausgangssperre liegt, oder einfach daran, dass es ein Montagabend ist, dessen Kälte trotz des recht heiteren Wetters im Tagesverlauf nun unerbittlich in die Glieder dringt, es ist nichts los. Auch auf dem Weg zurück in die Redaktion an der Wasserstraße, sind lediglich ein paar Pkw zu sehen.

Nicht überall gehen die Lichter um Punkt 21 Uhr aus

Ein bisschen anders ist die Lage am Montagabend anderswo in der Stadt. Wer geglaubt hat, pünktlich um 21 Uhr würden überall die Lichter ausgehen, der irrt: unter anderem an der einen oder anderen Imbissbude ist auch nach 21 Uhr durchaus noch etwas zu haben. Im Kurpark in Königsborn ist am Montagabend zwar wenig los; aber es ist etwas los: vereinzelt sind Menschen auf Fahrrädern oder zu Fuß unterwegs. Der Kurpark ist dunkel und verhältnismäßig weitläufig, gilt insofern als durchaus geeigneter Treffpunkt für jene, denen die Ausgangssperre schlichtweg egal ist. Hier und da sitzen denn auch vereinzelt junge Erwachsene allein oder zu zweit in dunklen Ecken.

„Wir müssen reden“: Live-Talk zur nächtlichen Ausgangssperre im Kreis Unna am Dienstag, 20. April, ab 19 Uhr unter www.hellwegeranzeiger.de/wirmuessenreden

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1982 in Dortmund geboren. Abi in Holzwickede, Journalistik-Studium wieder in Dortmund. Seit 2013 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Freut sich über die spannende Herausforderung, den Wandel eines Traditionsverlags hin zu einem modernen, familiengeführten Multimedia-Unternehmen zu begleiten.
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stv. Chefredakteur
Jahrgang 1985, verliebt in seine Heimat am nördlichsten Bogen der Ruhr. Geselliger Vereinsmensch mit vielseitigen Interessen. Im Job brennt er vor allem für politische und menschelnde Storys. Seit 2010 beim Hellweger.
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