107 Schüler am Georgianum schwitzen trotz Corona über Abi-Klausuren

hzAbitur in der Corona-Krise

Die Abiturprüfungen haben begonnen. Auch am Georgianum in Vreden werden die Arbeiten trotz der Corona-Krise geschrieben. Für Schüler und Lehrer in mehrfacher Hinsicht eine Ausnahmesituation.

Vreden

, 13.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Gymnasium Georgianum herrscht in diesen Tagen Ausnahmezustand. Nicht nur wegen der Corona-Krise. Auch am Georgianum haben die Abiturprüfungen begonnen. 107 Schülerinnen und Schüler absolvieren dort seit Anfang dieser Woche ihre schriftlichen Abschlussarbeiten.

Für Schulleiter Dr. Jürgen Klomfaß war das im Vorfeld ein immenser Planungsaufwand. Auch, weil sich die Vorgaben immer wieder kurzfristig geändert haben. „Ich weiß nicht, wie oft wir Pläne hatten, die dann aber wieder umwerfen mussten“, sagt er am Mittwochmittag. Da näherte sich der zweite Prüfungstag gerade seinem Ende.

Vorgaben ändern sich ständig und kurzfristig

Ein Beispiel ist die Raumgröße. Erst am vergangenen Freitagmittag erhielt die Schule die Information, dass Prüfungen nun doch auch in größeren Räumen möglich wären. Da hatten die Lehrer am Georgianum allerdings die Pläne für Prüfungen in separaten Räumen bereits aufgestellt.

Die Prüfungen werden aktuell auf mehrere Räume aufgeteilt. Damit hatte die Schule im vergangenen Jahr bereits gute Erfahrungen gemacht.

Die Prüfungen werden aktuell auf mehrere Räume aufgeteilt. Damit hatte die Schule im vergangenen Jahr bereits gute Erfahrungen gemacht. © Stephan Teine

Die einzelnen Kurse werden in kleinere Gruppen auf neun Räume verteilt. Im Deutsch-Grundkurs haben die Schüler beispielsweise zu neunt in einem Raum gesessen. Natürlich an weit auseinander gestellten Tischen mit mindestens 1,5 Metern Abstand.

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Eine Herausforderung: „Jeder Raum braucht ja eine eigene Aufsicht. Dazu kommen die Aufsichten auf den Fluren oder vor den Toiletten“, erklärt Jürgen Klomfaß.

Weitere Vorsichtsmaßnahmen: Auf den Gängen muss Mundschutz getragen werden. Erst in den Kursräumen dürfen sie abgelegt werden. Für die Benutzung von Duden, Wörterbüchern oder Formelsammlungen liegen Einmalhandschuhe bereit. Außerdem gibt es an mehreren Stellen im Schulgebäude Desinfektionsmittel. „Wir wollen und müssen Infektionen nach Möglichkeit vermeiden“, erklärt der Schulleiter.

Abiturstufe ist auf Prüfungen gut vorbereitet

Von den Schülern habe er nach den Prüfungen noch keine besondere Resonanz erhalten. „Wie üblich sind die natürlich erst einmal froh, die Prüfung hinter sich zu haben. Gleichzeitig haben viele erst mal ein mulmiges Gefühl, dass die Prüfung vielleicht nicht so gelaufen ist, wie sie sich das vorgestellt haben“, sagt er. Das sei aber auch normal und habe nicht unbedingt etwas mit der aktuellen Situation zu tun.

Dr. Jürgen Klomfaß, Leiter des Gymnasiums Georgianum, spricht noch längst nicht von Normalität an der Schule. Auch er bekommt nicht mehr Informationen über weitere Lockerungen oder eine Rückkehr zum üblichen Unterricht.

Dr. Jürgen Klomfaß, Leiter des Gymnasiums Georgianum, spricht noch längst nicht von Normalität an der Schule. Auch er bekommt nicht mehr Informationen über weitere Lockerungen oder eine Rückkehr zum üblichen Unterricht. © Stephan Teine

Insgesamt seien sie aber gut auf die Prüfungen vorbereitet gewesen. Da ist er sich sicher. „Vielleicht sogar ein bisschen besser als in den Vorjahren, weil die Vorbereitung einfach intensiver gelaufen ist“, fügt er hinzu. Dass der Unterricht per Videokonferenz oder über Aufgaben zu Hause nicht zu ersetzen ist, sei natürlich völlig klar. Dennoch sei die Stimmung unter den Schülern gut.

730 Schüler sehen Unterricht zuhause ganz unterschiedlich

„Das ist aber sehr individuell“, sagt er. Bei insgesamt 730 Schülern am Georgianum gebe es selbstverständlich die ganze Bandbreite an Reaktionen. „Die einen freuen sich darauf, dass sie in die Schule zurückzukehren, andere sind mit der Arbeit zu Hause nicht unzufrieden“, erklärt der Schulleiter.

Wann an der Schule wieder ein normaler Alltag einzieht, mag er nicht abschätzen. „Ich habe keine anderen Informationen, als die öffentlich zugänglichen“, sagt Jürgen Klomfaß. Die Schule werde nicht vorab informiert.

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Auch das mache es oft schwierig, wenn Eltern direkt nach Bekanntwerden Detailfragen an die Schule stellen. „Die können wir dann ja noch gar nicht beantworten, weil wir selbst erst das Konzept ausarbeiten müssen“, sagt er.

Zeugnisübergaben in drei Gruppen – und erst mal kein Abiball

Nach den bestandenen Prüfungen sollen die Abiturzeugnisse am 20. Juni überreicht werden. Natürlich ebenfalls anders als in den Vorjahren. „Es wird keinen großen Festakt mit allen Schülern geben“, erklärt Jürgen Klomfaß.

Stattdessen wird der Abiturjahrgang auf drei Gruppen aufgeteilt, denen dann in einer jeweils zweistündigen Veranstaltung die Zeugnisse übergeben werden. Den Abiball hingegen wollen die Abiturienten zusammen feiern: Er soll 2021 nachgeholt werden. Aber bis dahin liegen noch etliche Prüfungen vor den Schülern.

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