150 Hühner fühlen sich bei Jannik (16) und Niklas (13) Lansing pudelwohl

hzMobiler Hühnerstall

Jannik und Niklas Lansing sind aufs Huhn gekommen: Auf einer Weide neben ihrem Haus halten sie 150 Hühner in Freilandhaltung – und bessern sich so ihr Taschengeld auf.

Vreden

, 11.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

150 Hühner sind neben dem Haus von Familie Lansing in Ammeloe unterwegs. An diesem Nachmittag knallt die Sonne vom Himmel. Es ist warm. Die meisten Hühner haben es sich im Schatten unter einer Plane oder unter dem Stall gemütlich gemacht. Einige laufen auf der Suche nach einem besonders grünen Grashalm über die Weide, einige haben es sich im Staub gemütlich gemacht und wälzen sich ausgiebig. Vom Besuch am Zaun lassen sie sich nicht vom Tagesgeschäft ablenken.

Verkauf per Kasse des Vertrauens

Familie Lansing hat für ihren mobilen Hühnerstall auch eine eigene Facebook-Seite erstellt. Auf Lansings Wiesenei gibt es regelmäßig Neuigkeiten rund um den Hühnerstall. Die Verkaufshütte steht in Ammeloe 26 und ist von morgens bis abends geöffnet. Abgerechnet wird per Kasse des Vertrauens.

Gemeinsam mit ihren Eltern hatten Jannick (16) und Niklas (13) Lansing überlegt, was man mit der Weide neben dem Haus anstellen könne. Und wie man dabei vielleicht noch etwas für das Taschengeld tun könnte. Irgendwann kamen sie auf die Idee, dort Hühner zu halten. Und am Ende ging es dann ganz schnell:

Jannik (16, l.) und Niklas (13) Lansing bessern sich mit ihrer Hühnerschar das Taschengeld auf. Dabei ist ihnen besonders wichtig, dass die Tiere artgerecht leben.

Jannik (16, l.) und Niklas (13) Lansing bessern sich mit ihrer Hühnerschar das Taschengeld auf. Dabei ist ihnen besonders wichtig, dass die Tiere artgerecht leben. © Stephan Teine

„Wir hatten das Angebot für den Stall im Internet gesehen und wollten eigentlich nur mal gucken“, erklärt ihr Vater Andreas Lansing. Doch dem Besichtigungstermin folgten schnell Taten. Am Ende hing der mobile Stall am Schlepper und machte sich auf die Reise von Köln nach Ammeloe. Samt Federvieh.

Hühner genießen in Ammeloe viele Freiheiten

Dort sind die Tiere vor ein paar Wochen eingezogen. Dass jedes Huhn jeden Tag ein Ei legt, scheint dabei allerdings eher ein Mythos zu sein. „So ganz genau kann man das nie sagen“, erklärt Niklas Lansing. Einige der Tiere scheinen zwischendurch auch mal einen Tag frei zu machen. Die Zahl der Eier schwanke immer mal wieder.

Die 150 Hühner können auf der Weide in Ammeloe den ganzen Tag frei laufen und viel Grünzeug fressen. "Das schmeckt man auch an den Eiern", da sind sich die beiden Brüder einig.

Die 150 Hühner können auf der Weide in Ammeloe den ganzen Tag frei laufen und viel Grünzeug fressen. „Das schmeckt man auch an den Eiern", da sind sich die beiden Brüder einig. © Stephan Teine

Auch abseits der Eierproduktion haben die Tiere haben alle Freiheiten: Vormittags um 11 Uhr geht der Stall automatisch auf, die Hühner können sich bewegen, wie sie möchten. „Das schmeckt man auch an den Eiern“, da ist sich Andreas Lansing sicher. Schließlich habe jedes Huhn 15 Quadratmeter Platz, fügt Niklas Lansing hinzu.

Abends geht es in den Stall zurück, über Tag wachen die Hähne

Abends gehen die Hühner freiwillig wieder in den Stall. Die Türen schließen sich über Nacht. Damit Füchse und andere Eierdiebe keine Chance haben. Über Tag passen die Hähne Harry und Harald auf die eierlegenden Damen auf.

Auch sie lassen sich an diesem Nachmittag aber nur widerwillig vor die Tür locken. Harry lässt sich schließlich – nach etlichen Portionen Weizenkörnern, die Niklas über die Weide wirft – zu einem kurzen Ausflug verleiten. Harald bleibt im Stall. „Wenn es so warm ist, bleibt der meistens drin“, erklärt Jannik Lansing.

15 Quadratmeter Wiese pro Huhn: Die Tiere auf der Weide von Familie Lansing genießen große Freiheiten.

15 Quadratmeter Wiese pro Huhn: Die Tiere auf der Weide von Familie Lansing genießen große Freiheiten. © Stephan Teine

Der Stall ist zwar eigentlich mobil, soll aber zukünftig fest am Ort bleiben. Dafür hat die Familie eigens eine Fläche befestigt. Rundherum wird die Weide in vier Abteile unterteilt, damit die Hühner abwechselnd auf den Flächen picken, scharren und laufen können. „Sonst bleibt von dem Gras nicht mehr viel übrig“, erklärt Mutter Anke Lansing.

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Söhne kümmern sich allein um den Hühnerstall


Andreas Lansing macht eines ganz deutlich: „Mit den Hühnern habe ich nicht viel zu tun“, sagt er. Auch seine Frau halte sich da zurück. „Wir sind ja schließlich auch beide berufstätig“, fügt er hinzu. Die beiden Söhne führen die Hühnerherde in eigener Verantwortung. Und es gibt noch eine Menge zu tun.

Ob sie denn einmal groß in die Hühnerzucht und Eierproduktion einsteigen wollen? Jannik und Niklas grinsen... „Vielleicht“, sagt Niklas und blickt in Richtung Hühnerstall.

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Da schiebt Vater Andreas Lansing aber doch erstmal einen Riegel vor. „Erstmal wollen wir sehen, dass das hier gut klappt. Dann gucken wir mal weiter, ne?!“, sagt er mit einem ernsteren Unterton. Die beiden Söhne nicken. Aber ein Grundstein für einen erfolgreichen Betrieb ist ja schon mal gelegt.

Schon einmal ausverkauft – und viele Zaungäste

Vor der Weide haben sie gemeinsam eine kleine Hütte aufgebaut und Kühlschränke aufgestellt. Dort verkaufen sie die Eier ihrer Hühner. Auch das funktioniert schon gut: Vor Ostern waren sie schon restlos ausverkauft. Aber auch abseits des reinen Verkaufs komme die Hühnerschar gut an: „Die vielen Radfahrer bleiben oft stehen, um die Hühner zu beobachten“, erzählt Niklas Lansing. Deswegen hat die Familie dort auch schon eine Bank am Zaun aufgestellt.

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