Aktion „Vreden leuchtet“ weckt Erinnerungen an dunkle Zeiten während des Schneechaos 2005

Nachtwächter

13 Jahre nach dem Schneechaos haben in Vreden wieder viele Menschen bei Kerzenlicht zusammengesessen und sich von einem Nachtwächter nur mit Feuerschein durch die Stadt führen lassen.

Vreden

, 03.12.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Aktion „Vreden leuchtet“ weckt Erinnerungen an dunkle Zeiten während des Schneechaos 2005

Nachtwächter Heinz Tenspolde führte die Gäste durch die Stadt – hier war auch ein Halt an der Stiftskirche. © Anne Rolvering

Plötzlich ging das Licht aus am 25. November 2005. Alles war dunkel, nur der kniehohe Schnee draußen vor dem Fenster leuchtete hell. Die Menschen zündeten Kerzen an und saßen bei flackerndem Licht zusammen. Diese gemütliche Stimmung, aber auch die zahlreichen anderen Ereignisse während des Schneechaos haben viele Vredener am Freitagabend beim Gedenkabend unter dem Titel „Vreden leuchtet“ wieder aufleben lassen.

Brandhorn warten früher die Einwohner

Den Auftakt boten die drei Stadtführungen mit den Nachtwächtern Heinz Tenspolde, Bernd Wessels und Christel Höink. Wie es sich anfühlt, wenn man sich im Dunkeln bewegt und nur der Kerzenschein der Lampe des Nachtwächters den Weg weist, das erlebten sechzig Frauen und Männer bei ihrem Rundgang durch die Innenstadt. Nach dem lauten Ton des Horns hörten die Teilnehmer dem Nachtwächter ganz genau zu.

„Das Horn wurde früher zu jeder vollen Stunde geblasen und war gleichzeitig ein Brandhorn, um die Einwohner zu alarmieren, wenn Gefahr bestand“, erklärte der ehemalige Kreisbrandmeister Heinz Tenspolde. Er erinnerte an die beiden großen Stadtbrände von 1811 und 1857 und die besonderen Aufgaben der Nachtwächter. „Josef Heinrich Liesbrock war bis zum Jahr 1938 Vredens letzter Nachtwächter“, sagte Heinz Tenspolde.

Abendessen bei Kerzenschein

Er erzählte den erstaunten Teilnehmern viele Anekdoten aus längst vergangenen Zeiten und berichtete unter anderen vom Armenhaus, dem Gefängnis oder der Bedeutung des „Mührhahn-Denkmals“ in der Mauerstraße. „Die Nachtwächterführung ist sehr interessant, man lernt viel über die Geschichte der Stadt Vreden“, erklärte Helmut Beuting.

Für ihn ging es nach der Führung gemeinsam mit Arbeitskollegen ins Haus Terrahe. Dort wie auch in den anderen teilnehmenden Gaststätten Bußmann, Schwering, Meyerink, Zum dicken Jupp, Chippys und dem Wirtshaus in Ellewick gab es besondere Köstlichkeiten bei Kerzenschein. Veranstalter des Gedenkabends war das Vredener Stadtmarketing.

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