Max Stroetmann will die alte Spinnerei auf dem Bierbaum-Gelände auf jeden Fall abreißen

hzAlte Spinnerei

Eine hitzige Diskussion wurde im vergangenen Jahr um die alte Spinnerei in Vreden geführt. Doch es ist ruhig geworden. Max Stroetmann verrät, was er nun mit dem Gebäude vorhat.

Vreden

, 27.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ersten Bagger waren schon an der alten Fabrik auf dem Bierbaum-Gelände aktiv. Im Februar hat das Unternehmen Stroetmann als Eigentümer Bäume, Büsche und Sträucher entfernen lassen. Die ersten Vorboten für einen kurz bevorstehenden Abriss?

Nein, sagt Max Stroetmann im Gespräch mit der Redaktion: „Das mussten wir in diesem Zeitraum machen lassen.“ Fällarbeiten sind ab März nur noch bedingt erlaubt, um nistende Vögel und andere Tiere nicht zu stören.

Früher oder später wird der Abrissbagger kommen

Doch dass früher oder später auch der Abrissbagger für die Fabrik kommen wird, daran lässt Max Stroetmann keinen Zweifel. „Ich kann Ihnen noch keinen Termin nennen, aber demnächst werde ich das können.“ Konkreter wird er auch auf Nachfrage nicht. „Wenn die Fabrik noch steht, dann steht sie, und wenn sie weg ist, dann ist sie weg.“

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Um das Gebäude gibt es seit einiger Zeit durchaus hitzige Diskussionen. Das Unternehmen Stroetmann ist immer offen damit umgegangen, dass die ehemalige Spinnerei Huesker auf dem Grundstück an der Ottensteiner Straße abgerissen werden soll.

Alte Spinnerei Huesker steht nicht unter Denkmalschutz

Das freute nicht nur die Nachbarn, die unter den meterhohen Wänden direkt an ihren Grundstücken leiden. Doch als das Unternehmen Stroetmann im Februar 2019 konkretere Pläne vorstellte, regte sich Widerstand.

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Es gründete sich sogar eine Interessengemeinschaft, die für die Erhaltung der Spinnerei kämpfte und Denkmalschutz beantragte. Der Rat hat den Antrag abgelehnt.

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Doch auch die Pläne von Max Stroetmann fanden im Rat keine Mehrheit. Ein großes Edeka-Center und rund 150 Wohnungen wären ein Kompromiss nach jahrelangem Stillstand gewesen. Das Abstimmungsergebnis war denkbar knapp, doch am Ende setzten sich die Politiker durch, die in dem Projekt Nachteile für die Innenstadt sahen.

Nun also ist die Situation immer noch so wie vor der ganzen Diskussion. Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz, es gibt aber auch keine genehmigten Pläne für das Grundstück.

Neue Pläne für das Bierbaum-Gelände erst nach der Wahl

Das alte Fabrikgebäude möchte Max Sroetmann aber trotz allem nicht stehen lassen. Beim Kreis Borken hat das Unternehmen schon Mitte 2019 angegeben, dass das Gebäude abgerissen werden soll. „Nach einer Gesetzesänderung müssen wir einen Abriss nicht mehr genehmigen. Der Eigentümer muss ihn nur noch bei uns anzeigen und das ist in diesem Fall passiert“, sagt ein Sprecher des Kreises Borken auf Anfrage der Redaktion. Einen Zeitpunkt muss der Eigentümer dafür nicht angeben.

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Aber was hat Max Stroetmann denn nun mit dem Gelände vor? Dieser Frage weicht der Unternehmer aus. Eine konkrete Aussage ist von ihm nicht zu bekommen. Also anders gefragt: Wann wird er neue Pläne vorstellen? „Nicht vor der Kommunalwahl“, antwortet Max Stroetmann.

Der neue Bürgermeister, der neue Bauausschuss und der neue Rat werden sich also aufs Neue mit dem Thema Bierbaum-Gelände befassen müssen. Mal schauen, ob die alte Fabrik dann noch steht.

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