Bange Blicke in die neue Heimat

Familie aus Houston gerade in Vreden

Die Bilder und Nachrichten vom Hochwasser im Raum Houston haben die Familie Witthake in ganz besonderer Weise betroffen gemacht: Denn sie leben eigentlich in der texanischen Metropole. Zurzeit machen die Auswanderer aber gerade Heimaturlaub in Vreden.

VREDEN

, 01.09.2017, 17:48 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Sommerurlaub in Deutschland war fest eingeplant, als Familie Witthake Anfang des Jahres in die amerikanische Stadt Houston auswanderte. Sebastian Witthake hatte dort einen neuen Job angetreten.

„Wir sind alles Familienmenschen“, sagt Kerstin Witthake, Tochter des früheren Landtagsabgeordneten Bernhard Tenhumberg (CDU) aus Vreden. „Deshalb war das eine Bedingung.“ Vor zwei Wochen flogen die Witthakes nach Deutschland. „Da gab es noch keine wirklichen Anzeichen, dass es uns trifft. Deshalb haben wir auch keine großen Vorkehrungen getroffen“, sagt Kerstin Witthake. „Und dann kam Harvey.“

Der Tropensturm sorgte in mehreren Städten in Texas für Chaos. Besonders hart traf es Houston. Die Regemassen überfluteten Straßen, Krankenhäuser mussten evakuiert werden, der Bürgermeister verhängte eine nächtliche Ausgangssperre. Weil auch der Flughafen in der US-Metropole gesperrt wurde, konnten die Witthakes am Donnerstag nicht wie geplant zurückfliegen.

„Haben totales Glück“

„Wir haben totales Glück, jetzt gerade hier zu sein“, sagt Kerstin Witthake. „Man denkt natürlich zuerst ans Kind.“ Tochter Sofia wird bald zwei.

Die Gedanken sind aber auch bei den Nachbarn und den Arbeitskollegen ihres Mannes. Die Familie steht täglich in Kontakt mit ihren Bekannten vor Ort. „Man ist einerseits froh hier zu sein. Andererseits ist da ein total mulmiges Gefühl, weil man den Leuten helfen möchte.“ Ihren Wohnort „Humble“ nordöstlich der Houstoner Innenstadt hat es glücklicherweise nicht so schlimm erwischt wie andere Gebiete. Das Haus der Witthakes steht noch und sei weitgehend trocken – so berichten es die Nachbarn. Kommenden Dienstag fliegt die Familie zurück.

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