Beleidigung der Ehefrau bringt Vredener eine Geldstrafe ein

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Ein Streit zwischen einem Vredener Ehepaar landete am Montag vor dem Amtsgericht. Auch in der Verhandlung sparte der 41-jährige Ehemann nicht mit deutlichen Worten.

Vreden

, 03.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war der 18. April dieses Jahres als ein 41 Jahre alter Vredener zur (früher gemeinsamen) Wohnung der von ihm getrennt lebenden Ehefrau fuhr. Was sich dann abspielte, darüber gingen am Montag im Amtsgericht die Meinungen auseinander.

Laut Anklageschrift soll der Mann seine 44 Jahre alte Ehefrau auf das Übelste beschimpft und körperlich misshandelt haben. Das Wort „Hure“ sei noch die harmloseste der vom Vredener ausgesprochenen Beleidigungen gewesen, erklärte der Staatsanwalt.

Wüste Beschimpfungen

Der Streit habe sich von der Haustür in die Wohnung verlagert. Dort soll der Ehemann seine Frau von einem Stuhl gestoßen haben. Die 44-Jährige zog sich laut Anklage leichte Verletzungen zu. Der Mann habe dann die Wohnung verlassen, sei aber am Nachmittag noch mal zurückgekehrt, um seine Frau abermals wüst zu beschimpfen.

Warum er denn erneut zur Wohnung gefahren sei, fragte der Richter den Angeklagten. Der Vredener: „Ich wollte die Wohnung kündigen und einen Fernseher herausholen.“ Dass er seine Frau körperlich misshandelt habe, sei nicht wahr. „Die Polizei glaubt immer nur den Frauen.“

Beleidigt habe er seine Frau nicht. „Ich habe russische Schimpfwörter benutzt“, erklärte der gebürtig aus Kasachstan stammende Mann. „Die sind nicht so extrem wie deutsche.“

Warum die Ehefrau die Polizei gerufen habe, wenn sich alles so harmlos darstelle, fragte der Richter. Die Antwort des Angeklagten: „Es hat ihr nicht gefallen, dass ich wieder da war.“

„An den Schultern gepackt“

Gewalttätig gegenüber seiner Frau sei er nicht geworden. „Ich wollte einem Streit aus dem Weg gehen. Ich habe sie nur an den Schultern gepackt, auf einen Stuhl gesetzt und gesagt: Lass mich in Ruhe.“ Zu Boden geworfen habe er die 44-Jährige nicht, er gab jedoch zu: „Vielleicht habe ich ein bisschen mehr Kraft aufgewendet.“

Die Noch-Ehefrau bestätigte im Zeugenstand die Ausführungen des Staatsanwaltes. Das sorgte im Gerichtssaal kurzzeitig für Streit zwischen den Ehepartnern. Er: „Ich habe die Schnauze voll von deinen Lügen.“ Sie: „Ich will endlich meine Ruhe.“ Ob sie nicht an Scheidung denke, fragte der Richter die 44-Jährige. Die Antwort: „Das ist mir zu teuer.“

Geldauflage in Höhe von 1000 Euro

Gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 1000 Euro könne das Verfahren vorläufig eingestellt werden, baute der Richter dem 41-Jährigen eine Brücke. Gleichwohl habe er wenig Zweifel an der Aussage der Ehefrau. „Bei einem Urteil wird es teurer.“

Er zahle schon genug an den Staat, erklärte der Vredener. „Von meinem Lohn bleibt nichts übrig. Das ist alles gleich weg.“ Als Alleinverdiener versorge er die Ehefrau und drei Kinder und zahle das Haus ab. „Da bleibt von meinen 2500 Euro netto nichts übrig. Da kann ich mich auch hinsetzen und Hartz IV beziehen.“

Nach kurzer Überlegung nahm der 41-Jährige dann doch die Geldstrafe an. „Ich zahle die Summe bis Ende des Monats auf einen Schlag.“

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