Berufspendlerin Frederika Thünte (25) fühlt sich im Risikogebiet sicher

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Täglich über die Grenze zur Arbeit: Alltag für viele Einwohner im Westmünsterland. Wir haben mit Frederika Thünte aus Vreden gesprochen. Wie ist es, wenn der Arbeitsort Risikogebiet ist?

Vreden

, 09.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit anderthalb Jahren arbeitet Frederika Thünte als Physiotherapeutin in einem Krankenhaus hinter der deutsch-niederländischen Grenze. Für die Vredenerin ist die Fahrt über die Staatsgrenze ein völlig normaler Vorgang, gehört zum Alltag. Und das ist auch nicht anders geworden, seit am Freitag vor einer Woche weite Teile der Niederlande zum Risikogebiet erklärt wurden, weil die Corona-Infektionszahlen dort sprunghaft steigen.

Berufspendlerin fühlt sich im Risikogebiet sicher

„Als ich vor einer Woche nach Utrecht zu einer Fortbildung ins Risikogebiet musste, habe ich drüber nachgedacht. Aber nicht auf dem Weg zur Arbeit“, sagt die 25-Jährige.

Bei der Arbeit selbst ist jetzt aber doch ein großer Unterschied zu vorher eingetreten: „Seit Freitag müssen alle im Krankenhaus Masken tragen, Mitarbeiter und Patienten“, sagt die Vredenerin. Sie findet das aber richtig: „Das gibt doch ein sichereres Gefühl.“ Für den Einkauf in niederländischen Supermärkten gilt nach wie vor nur die dringende Empfehlung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

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Seit dem ersten Lockdown wegen der Corona-Pandemie hat die Berufs-Grenzpendlerin eine Bescheinigung, dass sie in den Niederlanden arbeitet und so auf dem Weg zur Arbeit die Grenze überqueren muss. „Ich wurde aber noch nie kontrolliert“, blickt die Vredenerin zurück. Die Grenze blieb ja und bleibt auch aktuell offen. In das Online-Formular für Grenzpendler, das der Kreis Borken auf seiner Internetseite bereitgestellt hat, hat sie sich direkt eingetragen.

Eine Bescheinigung müssen Pendler nicht mitführen

Mehr müssen Grenzpendler auch nicht beachten, bekräftigt Ellen Bulten, Pressesprecherin des Kreises Borken, auf Anfrage der Redaktion. Es muss auch keine Bescheinigung mitgeführt werden, das habe das Land NRW in seiner Verordnung so nicht vorgesehen.

Im Freundeskreis werde sie schon manchmal gefragt, wie es sei, in einem Risikogebiet zu arbeiten. Für sie sei der tägliche Grenzübertritt aber normal, sagt Frederika Thünte. Anders ergehe es einer Freundin, die aus Vreden kommt und nun in den Niederlanden lebt: „Die darf ja nicht mal nach Hause.“

Privat fährt die Physiotherapeutin auch nicht mehr über die Grenze, nicht zum Lebensmittel einkaufen, nicht zum Möbel shoppen. „Auch wenn das irgendwie komisch ist.“

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Bei der Arbeit selbst stellt sie fest, dass im Krankenhaus alles ruhiger zugeht als bei der ersten Corona-Welle im März/April. Die Krankheitsverläufe seien überwiegend nicht mehr so schlimm, „die meisten Patienten werden auch schnell fitter“. In dem Krankenhaus im Achterhoek würden jetzt auch viele Erkrankte aus den niederländischen Corona-Hotspots Den Haag und Rotterdam behandelt.

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