Stadt Vreden beantragt Fördergelder für schnelles Internet – wer davon profitiert

hzBreitbandausbau

Auf der Karte sind einige rote Flecken zu erkennen. Es sind die Haushalte, die noch nicht mit schnellem Internet versorgt sind. Das soll sich mit einem speziellen Förderprogramm ändern.

Vreden

, 13.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Mails lesen, Filme streamen, online einkaufen, spielen oder Recherche für die Arbeit – ein Internetanschluss ist heute eigentlich unverzichtbar. Gerade in den Außenbereichen ist das Internet aber häufig noch recht langsam. Die Stadt Vreden hat sich jetzt dieses Themas angenommen – mit dem Ziel, die Breitbandversorgung zu verbessern. Fragen und Antworten zum Thema.

? Wie ist die Breitband-Versorgung in Vreden?

269 Adressen in Vreden gelten als unterversorgt. Das heißt, dass das Internet dort langsamer als 30 MBit pro Sekunde ist. Für die Datenerhebung hat das Büro Micus Strategieberatung bei den Unternehmen angefragt, welche Haushalte sie mit wie schnellem Internet versorgen und wo sie in den nächsten drei Jahren einen Ausbau planen.

Die Unterversorgung entspricht demnach einem Anteil von 3,76 Prozent. Die Adressen liegen vor allem in entlegenen Gebieten im Außenbereich, vereinzelt aber auch im Zentrum.

Stadt Vreden beantragt Fördergelder für schnelles Internet – wer davon profitiert

Nach der Auswertung der Markterkundung wurden in der Stadt Vreden 269 unterversorgte Adressen ermittelt. © Micus Strategierberatung



„Damit stehen wir schon sehr gut da. In Abgrenzung zu allen anderen Kommunen haben wir in den Außenbereichen schon in ganz ungewöhnlich großem Umfang eine privatwirtschaftliche Versorgung“, betont Joachim Hartmann, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung.

? Warum liegt die Grenze bei 30 MBit pro Sekunde?

Das war eine politische Entscheidung des Bundes. Für dieses spezielle Förderprogramm wurde die Grenze so gesetzt. Das ist auch nach Meinung der Stadt Vreden nicht ideal. „Das ist aus kommunaler Sicht das Übel an diesem Programm. Wir hätten uns auch gewünscht, dass man die Grenze höher setzt, vielleicht bei 50 oder sogar 100 MBit/s“, sagt Joachim Hartmann.

? Wieso wird das Thema jetzt angegangen?

Grund dafür ist eine Neuerung der Richtlinie zur „Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“. Heißt: Es gibt Fördermittel für den Ausbau. Das möchte die Stadt Vreden nutzen, um die unterversorgten Adressen mit schnellem Internet zu versorgen.

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? Wie genau funktioniert das Ganze?

Gefördert wird wie gesagt die Versorgung der Bereiche, die bislang nur eine Bandbreite von 30 MBit/s haben. In Vreden bekommen also die 269 ermittelten Adressen schnelles Internet.

Ein Unternehmen, das sich in einer Ausschreibung um den Auftrag bewerben kann, baut das Netz und betreibt es auch. Die Stadt und auch das Berater-Büro gehen allerdings davon aus, dass das nicht wirtschaftlich möglich ist. Heißt: Das Unternehmen könnte von den Kunden niemals so viel Geld einnehmen, dass sich das Verlegen der Leitungen lohnen würde. Diese sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke wird deswegen gefördert.

? Von wie viel Geld ist denn hier die Rede?

Die Berater gehen davon aus, dass der Netzausbau rund 6,6 Millionen Euro kosten wird. Dazu kommen Betriebskosten von 580.000 Euro. Der Erlös wird vermutlich jedoch nur bei 620.000 Euro liegen. Es fehlen also rund 6,6 Millionen Euro.

90 Prozent dieser Summe werden von Land und Bund gefördert. Zehn Prozent übernimmt die Stadt als Eigenanteil. Dafür hat der Rat in der letzten Sitzung 660.000 Euro außerplanmäßig in den Haushalt eingestellt.

Joachim Hartmann hofft jedoch, dass die Summe am Ende niedriger ausfallen wird: „Im Moment gehen die Planer davon aus, dass das Netz komplett neu aufgebaut muss. Wir haben aber die Hoffnung, dass es am Ende eine Lösung gibt, die das bestehende Netz stärker nutzt.“ Der Förderantrag wird nun gestellt.

? Welches Netz wird gebaut?

Die 269 Adressen bekommen einen Glasfaser-Anschluss – und zwar mit der sogenannten FTTB-Technologie. Das steht für „Fibre to the Basement“ und bedeutet, dass das Glasfaserkabel bis zu jedem einzelnen Haus gelegt wird. Damit sind Geschwindigkeiten bis zu 1 GBit pro Sekunde möglich.

? Und wann geht es los?

Einen genauen Zeitpunkt kann Hauke Hachmeister vom Büro Micus nicht nennen. Es ist aber wohl noch etwas Geduld gefragt. „Es wird nicht nächstes Jahr fertig sein“, so Hachmeister.

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