Bürgerentscheid: Das sagen die Schulen zu Schulstraße, Sportanlagen und Campus-Idee

hzSchulcampus

Viel diskutiert wurde über das Thema Schulcampus auch an der Sekundarschule und dem Gymnasium. Es gibt Argumente für beide Seiten und durchaus unterschiedliche Sichtweisen.

Vreden

, 23.05.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wir sollten an die Zukunft unserer Kinder denken“, sagt Sabine Terhörst. Sie ist Elternvorsitzende an der Sekundarschule und spricht sich im Pressegespräch gemeinsam mit der Schulleitung ganz klar für die vom Rat beschlossene Variante D und damit für das Schulzentrum aus. „Wir haben mit Eltern, Lehrern und Schülern ganz intensiv diskutiert und bei uns gibt es eine klare Mehrheit für die Variante D. Das ist die bestmögliche Variante für eine zukunftsfähige Schule“, sagt Linda Hilbring, didaktische Leiterin.

Jetzt lesen

Beim Gymnasium ist das Stimmungsbild nicht einheitlich. Die Vertreter des Georgianums sind nicht zu einem Pressegespräch bereit. „Das Thema ist einfach zu brisant und wird gerade sehr hitzig und emotional diskutiert“, erklärt Schulleiter Dr. Jürgen Klomfaß. Er verweist auf eine Stellungnahme von November 2018. „An den Meinungen hat sich nichts geändert.“ Demnach unterstützen Lehrer und Schüler mehrheitlich die Ideen der Bürgerinitiative. Eltern und Schulleitung favorisieren die beschlossene Variante D.

Sicherheit auf der Schulstraße wird unterschiedlich bewertet

Besonders viel Gewicht in der Diskussion hatte bei beiden Schulen das Thema Verkehrssicherheit. „Die Schulstraße hat sich bewährt und bietet ausreichend Platz für den Schulbusbetrieb. Aus Sicht des Lehrerkollegiums ist es gerade die Schulstraße, die eine hohe Verkehrssicherheit im Schulzentrum bedingt“, schreiben die Lehrer und Schüler des Gymnasiums. Sie sind zudem der Meinung, dass durch den Bau neuer Fuß- und Radwege auch mit Schulstraße eine Trennung der Verkehrsströme möglich ist.

Die Vertreter des Lehrerkollegiums der Sekundarschule haben an dem Pressegespräch nicht teilgenommen, da sie mit den Vorbereitungen der Abschlussprüfungen beschäftigt waren. Ein Vertreter der Schüler wurde von der Schulleitung zum Gespräch eingeladen, ist aber nicht erschienen.

Annette Brunner, stellvertretende Schulleiterin der Sekundarschule, sieht das ganz anders: „Wir beobachten sehr viele gefährliche Situationen. Gerade wenn es regnet und viele Schüler abgeholt werden, sind überall Autos, Fahrräder und Busse. Wir haben uns schon oft gefragt: Muss denn erst was passieren?“ Für die Sekundarschule ist die Schulstraße außerdem nicht nur zu Unterrichtsbeginn und -ende ein Sicherheitsrisiko. „Wir benutzen das Widukindstadion in den Pausen als Aufenthaltsfläche mit. Weil aber die Straße dazwischen ist, brauchen wir immer eine zusätzliche Aufsicht“, erzählt Linda Hilbring.

„Campus bietet großes Potenzial“

830 Schüler besuchen zurzeit die Sekundarschule. „Nicht denkbar, die alle auf den vorhandenen Plätzen an der Schule unterzubringen“, sagt Hilbring und bringt damit direkt das nächste Argument für die Variante D: der große Platz zwischen den beiden Schulen. „Das bedeutet eine enorme Steigerung der Aufenthaltsqualität. Es sind mehr Bewegungsangebote möglich und damit ein viel besserer Ausgleich zum Unterricht“, meint Linda Hilbring.

Jetzt lesen

Sie legt Wert darauf, dass kein gemeinsamer Schulhof für alle Schüler beider Schulen geplant sei. Konkrete Pläne habe die Sekundarschule noch nicht, wie der Platz genutzt werden könnte. „Aber wir haben damit alle Möglichkeiten und können viel flexibler planen“, meint Annette Brunner. Auch die Eltern und die Schulleitung des Gymnasiums finden: „Der Campus bietet großes Potential für die Entwicklung beider Schulen.“

Vorteile einer Mehrfachhalle

Intensiv diskutiert wurde auch über das Thema Schulsport. „Wenn wir alle Sportstunden unterrichten wollen, brauchen wir mehr Hallen“, macht Annette Brunner deutlich. Eine Mehrfachhalle würde demnach diesen Bedarf decken. Das Lärm-Argument der Bürgerinitiative lässt die Sekundarschule nicht gelten. „Das ist heute mit Sicherheit technisch machbar“, meint Linda Hilbring.

Die Eltern und Schulleitung des Gymnasiums sehen in der großen Mehrfachsporthalle sogar einen Vorteil: „Nur bei einer klaren räumlichen Trennung, wie sie durch die Positionierung der Mehrfachhalle realisiert wird, werden die Schulsportgruppen nicht durch Schülergruppen gestört, die gerade ihre Pause abhalten.“

Jetzt lesen

Auch mit dem Rest der geplanten Sportanlage sind sie zufrieden: „Die beiden Kleinspielfelder bieten eine hohe Flexibilität für den Schulsport und die 400-Meter-Finnlaufbahn kann auch für den Schulsport genutzt werden.“ Linda Hilbring von der Sekundarschule stellt zudem klar: „Der Schulsport ist hier vollumfänglich möglich. Wir müssen nicht mit dem Bus ins Sportzentrum fahren.“ Schüler und Lehrer des Gymnasiums wollen dennoch gerne das Widukindstadion als „hinreichend großen, direkt an das Schulgelände angrenzenden Sportplatz“ erhalten.

Mensa-Anbau wird dringend gebraucht

Im Pressegespräch spricht Annette Brunner noch einen Punkt an, der in der Diskussion bislang keine große Rolle gespielt hat: ein Mensa-Anbau. „Wir haben über 800 Schüler, aber nur 175 Sitzplätze in der Mensa. Das ist eine ganz schwierige Situation“, so Brunner. Linda Hilbring ergänzt: „Wir haben hier keine baulichen Erweiterungsmöglichkeiten. Wir müssen also in der Planung eine neue Mensa berücksichtigen.“ In beiden Varianten ist dafür ein Anbau an einer Sporthalle vorgesehen.

Das Gymnasium thematisiert in seiner Stellungnahme auch den geplanten neuen Eingang zum Theater- und Konzertsaal. Demnach sind beide Seiten der Meinung, dass in der jeweils bevorzugten Variante ein repräsentativer Eingang möglich wäre.

Bei einer Sache sind sich jedoch alle Beteiligten an den Schulen einig. Elternvorstand Sabine Terhörst fasst es so zusammen: „Es wird immer nur an das Geld gedacht, niemand denkt an die Kinder. Wir sprechen hier über Planungen für die nächsten Jahrzehnte. Da wäre es der falsche Ansatz, an der Zukunft unserer Kinder zu sparen.“

  • Ein „JA“ beim Bürgerentscheid bedeutet, dass der Ratsbeschluss aufgehoben wird und die drei zur Wahl stehenden Forderungen der Bürgerinitiative umgesetzt werden müssen.
  • Ein „NEIN“ beim Bürgerentscheid bedeutet, dass der Ratsbeschluss umgesetzt wird. Änderungen in den Planungen bleiben weiter möglich.
Lesen Sie jetzt