Corona-Krise kann Optimismus der neuen Wirtin im Kettelerhaus nicht bremsen

hzGastronomie in Vreden

Eigentlich war die Eröffnung des Kettelerhaus für das vergangene Wochenende geplant. Doch dank Corona bleiben die Türen zu. Innen hat sich aber eine Menge getan in den vergangenen Wochen.

Vreden

, 25.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit Anfang Jahres hat Sonja van Ham die Schlüssel für das Kettelerhaus am Vredener Domhof. Die passionierte Wirtin ließ keine Zeit verstreichen und machte sich direkt an den umfangreichen Umbau der Traditionskneipe in Vreden. Denn der Zeitplan war eng gestrickt: Bis Ende März musste der Umbau fertig sein und die Eröffnung stehen, denn dann würde ihr Pachtvertrag in der bisherigen Kneipe, dem Chippy´s in Vreden, ablaufen.

Prunkstück des neuen Kettelerhaus ist die große Theke. Hier werden in hoffentlich naher Zukunft leckere Cocktails zubereitet.

Prunkstück des neuen Kettelerhaus ist die große Theke. Hier werden in hoffentlich naher Zukunft leckere Cocktails zubereitet. © Gerrit Gerwing

Voller Tatendrang und Motivation machten sich Sonja van Ham und ihr Mann Michel an das Großprojekt Kettelerhaus. Und bis zum Ende verlief auch alles genau nach Plan. Die Arbeiten gingen schnell voran, das Chippy´s wurde zügig ausgeräumt und das gesamte Team blickte freudig der Neueröffnung entgegen. Doch dann machte der Corona-Virus der Wirtin einen Strich durch die Rechnung. Die Gaststätte ist zwar fertig, die Eröffnung darf jedoch auf unbestimmte Zeit nicht stattfinden.

Virtuelle Eröffnung

Da jedoch viele bisherigen Stammgäste gespannt darauf gewartet haben, wie das neue Kettelerhaus wohl von Innen aussieht, entschied sich van Ham die Eröffnung einfach virtuell zu feiern. Bei Facebook konnte man so schon einen ersten Blick in das neue Kettelerhaus werfen. Und die Reaktionen fielen durchweg positiv aus. „Das hat uns natürlich Mut gemacht für die kommenden Wochen“, freut sich Sonja van Ham, dass der Umbau bei so vielen Zuschauern bereits gut ankam.

Der große Saal ist gerade an den Samstagen für die Stammtische vorgesehen. Genügend Platz zum Tagen ist hier auf jeden Fall vorhanden.

Der große Saal ist gerade an den Samstagen für die Stammtische vorgesehen. Genügend Platz zum Tagen ist hier auf jeden Fall vorhanden. © Gerrit Gerwing

Denn sicher konnte sich van Ham nicht sein. Schließlich hat sie das Kettelerhaus von Grund auf erneuert: „Ich habe mir gedacht, wenn ich schon eine neue Kneipe aufmache, dann wenigstens eine genau nach meinem Geschmack.“ Viel helles Holz, vergrößerte Fenster, eine neue Beleuchtung sowie eine Akustikdecke zieren nun das Kettelerhaus am Domhof. Prunkstück ist jedoch die brandneue und vergrößerte Theke. „Die war mir besonders wichtig“, erklärt van Ham. Denn auch im Kettelerhaus dürfen sich die Gäste auf die altbewährte Karte mit zahlreichen Cocktails freuen.

Über 50 verschiedene Cocktails auf der Karte

Über 50 davon stehen auf der Karte. Und egal ob mit oder ohne Alkohol; die Zubereitung braucht viel Platz, daher musste auch die alte Theke verschwinden und eine ganz neue eingebaut werden. „Hier fühle ich mich jetzt wohl und verbringen gerne meine Stunde hinter der Theke“, freut sich Sonja van Ham auf die hoffentlich bald anstehende Eröffnung.

Insgesamt werden im Kettelerhaus in Zukunft gut 100 Gäste drinnen und draußen Platz finden. Vorne in der Kneipe soll, sofern der Ball irgendwann wieder rollt, auch wieder Fußball gezeigt werden, der große Saal ist gerade an den Samstagen für Stammtische reserviert und für den kommenden Sommer ist zudem noch der Ausbau des Biergartens hinterm Kettelerhaus geplant. „Aber damit lassen wir uns jetzt erst einmal Zeit“, so Sonja van Ham.

Das Kettelerhaus am Vredener Domhof. Der grüne Streifen ist eine Hommage an das Chippy´s, der bisherigen Kneipe von Pächterin Sonja van Ham.

Das Kettelerhaus am Vredener Domhof. Der grüne Streifen ist eine Hommage an das Chippy´s, der bisherigen Kneipe von Pächterin Sonja van Ham. © Gerrit Gerwing

Dabei dürfen sich die Gäste im neuen Kettelerhaus auf die altbewährte Karte aus dem Chippy´s freuen. Zudem besteht auch weiterhin die Möglichkeit, mitgebrachte oder ins Kettelerhaus bestellte Speisen vor Ort zu verzehren. Denn eine eigene Küche ist auch hier vorerst nicht geplant.

Große Solidarität

Wann das Kettelerhaus seine Türen erstmals öffnen kann, steht derzeit noch in den Sternen. Sicher ist nur, dass Sonja van Ham und ihr Mann Michel den Tag sehnlichst herbeisehnen. „Wir haben in den letzten drei Monaten unsere Zeit, unser Geld und unsere Leidenschaft in das neue Kettelerhaus gesteckt. Wir sind bereit und können direkt loslegen“, blickt Sonja van Ham optimistisch in die Zukunft.

In Zeiten der Corona-Krise zeigen manche Stammgäste ihre Solidarität. Da kann es schon mal passieren, dass Sonja van Ham morgen einen bereits bezahlten Deckel unter der Tür vorfindet. Außerdem besteht die Möglichkeit mit Gutscheinen das Kettelerhaus in dieser schwierigen Phase zu unterstützen.

In Zeiten der Corona-Krise zeigen manche Stammgäste ihre Solidarität. Da kann es schon mal passieren, dass Sonja van Ham morgen einen bereits bezahlten Deckel unter der Tür vorfindet. Außerdem besteht die Möglichkeit mit Gutscheinen das Kettelerhaus in dieser schwierigen Phase zu unterstützen. © Gerrit Gerwing

Und bis es endlich soweit ist, freut man sich am Domhof über die Solidarität der Stammgäste und Stammtische. „Hier wurde schon ein bezahlter Deckel für einen Samstagabend unter der Tür durch geschoben, und einige Stammtische haben uns bereits angeboten, uns im voraus was zu zahlen. Das freut uns natürlich sehr, auch wenn wir natürlich lieber so schnell wie möglich eröffnen würden, damit unsere Gäste erst gar nicht im voraus zahlen müssten“, freut sich Sonja van Ham über die große Anteilnahme.

Um jedoch überhaupt etwas Umsatz in diesen schwierigen Wochen zu generieren, bietet das Kettelerhaus Gutscheine an, die man dann ganz bequem nach dem Ende der Corona-Krise einlösen kann.

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