Kinderflohmarkt

Die besten Schnäppchen wurden früh gemacht – nicht nur von und bei Vredenern

Schnell waren die Standplätze für den ersten Kinderflohmarkt im Jahr 2021 vergeben, schnell mussten auch die „Kunden" sein. Der Wunsch, endlich wieder „handeln“ zu dürfen, war spürbar groß.
Gleich vier Schnäppchen machte Bobby Babic aus Stadtlohn. Die Geschwister Anni (l.) und Thea Olbering hatten sichtlich Spaß bei ihrer Premiere auf dem Vredener Kinderflohmarkt. © Michael Schley

Die Schleichpferde sind schon weg, ein großes Pferd für Puppen und das Spiel Schweineschwarte auch: Es ist noch nicht einmal 10 Uhr, da können Anni (7) und Thea (9) Olbering bereits die ersten Verkaufserfolge verbuchen. Beim ersten Kinderflohmarkt des Jahres in Vreden gilt neben händlerischem Gespür das kaufmännische Erfolgsrezept: Der frühe Vogel fängt den Wurm.

Der Handel an den 40 Ständen beginnt schon weit vor dem offiziellen Start. Und die ersten Favoriten lassen sich zwischen den Zeilen ausmachen – zumindest bei den Mädchen: Einhorn, Anna und Elsa sowie Lilifee. Eines vorweg: Der Tisch der beiden Geschwister aus Vreden ist schon bald darauf gut geräumt.

Eigenfertigung: Sogar selbst geknüpfte Armbänder verkauften Käthe (2.v.l.) und Lies (r.) Tenhumberg aus Vreden.
Eigenfertigung: Sogar selbst geknüpfte Armbänder verkauften Käthe (2.v.l.) und Lies (r.) Tenhumberg aus Vreden. © Michael Schley © Michael Schley

Gestöbert und gefeilscht werden konnte am Samstag mit genügend Sicherheitsabstand zueinander auf dem Markt, dem Parkplatz hinter der Musikschule, in der Wessendorfer Straße und in der Wüllener Straße. Bewusst hatten die Veranstalter, das Stadtmarketing Vreden, eine coronakonform maßvolle Veranstaltung organisiert. Dass der Wunsch nach den beliebten Kinderflohmärkten groß ist, zeigte schon der Umstand, dass die Stände bereits nach kürzester Zeit vergriffen waren.

40 Stände waren binnen kürzester Zeit vergriffen

Das hat auch Silvia Kondring gespürt: „Meine Schwestern haben ihren Rummel einfach dazugestellt“, sagt sie und lacht. Sie seien schlichtweg zu spät gewesen. Aktiv betreibt die Vredenerin vor dem Stand die Akquise, während die Kinder dahinter den Lohn dieser Mühen dann „einsacken“. Ein ganzer Puppenwagen wechselt gerade den Besitzer. Während diese Familie erkennbar schon Erfahrung mitbringt, sind viele das erste Mal dabei.

Lukas und Amelie Hork waren extra aus Wessum angereist. Bei der Kalkulation der Preise unterstützte Mutter Marion. Sie hatten sich vor dem Flohmarkt extra noch testen lassen.
Lukas und Amelie Hork waren extra aus Wessum angereist. Bei der Kalkulation der Preise unterstützte Mutter Marion. Sie hatten sich vor dem Flohmarkt extra noch testen lassen. © Michael Schley © Michael Schley

Auch für Amelie (7) und Lukas Hork (11) mit Mutter Marion aus Wessum ist es die Premiere. „Mein Mann hatte es gesehen. Da sich einiges bei uns angesammelt hatte, haben wir die Gunst genutzt“, erklärt Marion Hork. Dass es sich um einen Fußballer-Haushalt handelt, ist nicht zu übersehen. Fußballschuhe reihen sich an Bälle. Aber nein, so richtig schwer falle es nicht, sich von den Dingen zu trennen, meint Lukas.

Seine Schwester denkt schon einen Schritt weiter: „Wir können mit dem Geld ja neues Spielzeug kaufen.“ Und das lohnt sich jetzt schon, wie sie bei einem Blick in die Kasse verrät. Extra habe man sich am Morgen noch testen lassen – vor allem für das „gute Gefühl“, teilt Marion Hork mit. Der nächste Ball geht über den Tisch, aber kein Problem: „Wir haben genug davon.“

„Das ist der beste Flohmarkt hier“

Am Stand von Anni und Thea Olbering geht gleich eine ganze Serie an Spielen über die Theke, verhandelt werden muss nur kurz. Bobby Babic hat seine ersten Schnäppchen gemacht – wie man später sieht, werden es nicht die letzten bleiben. Gerne besuche er Flohmärkte, „aber die meisten sind leider professionell“. Umso schöner sei es, dass es Corona in Vreden wieder zulasse: „Das ist der beste Flohmarkt hier“, merkt der Stadtlohner an.

Schon um 10.30 Uhr sind die Gänge mehr als gut gefüllt. Die Brüder Justus und Johann Jaschke mit Freund Moritz Eßeling können einmal Luft holen. Kurz. Jan Domjahn hat ein Buch über Fahrzeuge in ihrem Sortiment ins Visier genommen – und Vater Michael hat keine Chance. Das Geschenk zum zweiten Geburtstag am Samstag hat sich der Sohnemann selbst ausgesucht.

Ein Buch über Fahrzeuge schenkten Jacqueline Arndt und Michael Domjahn samt Hund dem kleinen Jan zum zweiten Geburtstag am Samstag. Das passende Angebot hatten Justus Jaschke, Moritz Eßeling und Johann Jaschke (h.v.l.).
Ein Buch über Fahrzeuge schenkten Jacqueline Arndt und Michael Domjahn samt Hund dem kleinen Jan zum zweiten Geburtstag am Samstag. Das passende Angebot hatten Justus Jaschke, Moritz Eßeling und Johann Jaschke (h.v.l.). © Michael Schley © Michael Schley

Früher sei man von Ahaus immer zum Flohmarkt nach Vreden gefahren, nach dem Umzug habe man ihn vor der Haustüre. Bevor Jan enteilen kann, merkt Vater Michael noch kurz an, dass er als Kind selbst auf dem Markt gestanden habe – „am alten Rathaus“. Ein paar Meter weiter fragt ein Vater nach „Kartenzahlung“ – er muss dann doch erst zur Bank und vor allem mit dem Wagen vorfahren. „Gutes Marktwetter“, meint auch Rainer, Vater der beiden Jaschkes.

Nach zwei Stunden sind die meisten Tische schon geräumt

Nach zwei Stunden wird es schon merklich ruhiger. Zeit für ein Zwischenfazit. „Wir sind gut zufrieden“, berichtet Anni Olbering, während ihre ältere Schwester schon wieder bei der „Konkurrenz“ vorbeischaut. Zeit auch für eine Stärkung, von Oma Gertrud gibt’s Äpfel. „Mundgerecht geschält“, schmunzelt sie. Sie freut sich mit den Enkelkindern.

„Die 10 Euro reiche ich euch nachher rein“, hallt es von links herein. „Bekommen wir hin“, entgegnet Anni Olbering. „Cool, oder?“ Oma Gertrud muss lachen. Erfahrene Geschäftsfrau halt…

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