Diebische Vredenerin muss nur sechs statt elf Monate ins Gefängnis – erst einmal

hzDiebstahl in Vreden

Sie fiel immer wieder wegen Diebstahls auf und wurde wegen zweier Taten im Frühjahr zu elf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Das Landgericht Münster verkürzte die Strafe der Vredenerin nun.

Vreden

, 10.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Amtsgericht Ahaus verurteilte im Frühjahr eine 27-jährige Vredenerin wegen Diebstahls in zwei Fällen zu einer elfmonatigen Freiheitsstrafe – ohne Bewährung. Eine Berufung vor dem Landgericht verhilft der Vredenerin nun zur Aussicht auf eine kürzere Zeit im Gefängnis: Wegen eines Formfehlers wurde eines der beiden Verfahren eingestellt. Es bleibt ein Urteil, und das lautet auf sechs Monate Gefängnis. Ohne Bewährung. Aber die Staatsanwaltschaft könnte noch aktiv werden wegen des eingestellten Verfahrens.

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Was war der Anlass für die Gefängnisstrafe? Die Vredenerin stand im Frühjahr vor dem Amtsgericht Ahaus. Konkret wurde ihr vorgeworfen, im Februar in einem Vredener Supermarkt Bettwäsche aus den Auslagen genommen und in ihren Kinderwagen gelegt zu haben. Kosmetika legte sie auch noch verdeckt dazu.

Ein Zeuge hatte das beobachtet und so flog die Vredenerin auf. Den Warenwert von 60 Euro zahlte sie sofort nach, was ihr aber die Anzeige bei der Polizei nicht ersparte. Nur ein paar Tage später, Anfang März, wurde sie wieder beim Stehlen erwischt. Diesmal in einem Markt in Münster, und wieder versteckte sie ihr Diebesgut im Wert von 30 Euro im Kinderwagen.

Vredenerin stand beim Stehlen noch unter Bewährung

Und damit nicht genug: Ihre letzte Verurteilung wegen Diebstahls datierte vom Dezember 2018. Die einschlägig vorbestrafte Vredenerin stand zudem zum Zeitpunkt der zwei Diebstähle im Februar und März noch unter Bewährung.

So hatte der Richter am Amtsgericht wenig, was zu ihren Gunsten anführen konnte: Nur das Geständnis im Fall des Diebstahls in Münster. Gegen sie sprachen eine Vielzahl von Vorstrafen wegen Diebstahls und die schnelle „Rückfallzeit“ nach dem Dezember-Urteil. Der Richter sah keine positive Prognose, im Gegenteil eher Wiederholungsgefahr und verurteilte die 27-Jährige zu elf Monaten Gefängnis ohne Bewährung.

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Nun wurden ihr wegen des Formfehlers fünf Monate Haft erlassen. „Das kann sich allerdings ändern, wenn die Staatsanwaltschaft Bocholt das vom Landgericht eingestellte Verfahren noch einmal neu eröffnet“, sagte Dr. Gregor Saremba, Pressesprecher des Landgerichts Münster. Er erklärt auch, warum das Verfahren am Donnerstag in Münster eingestellt wurde: Die Vredenerin war zweimal wegen Diebstahls angeklagt worden. Die Staatswanwaltschaft hatte zweimal Anklage erhoben, das Gericht habe dann geprüft und die Verfahren zusammengefasst.

Staatsanwaltschaft ist wieder am Zug

Nur: Der rein formelle „Eröffnungsbeschluss“ für eines der Verfahren war zum Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung versehentlich nicht erfolgt. Aus diesem Grund ging die Verteidigung der Vredenerin in Berufung – mit Erfolg. Nun ist die Staatsanwaltschaft wieder am Zug.

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