Die Trümmerteile sind bei der Sprengung an der Zwillbrocker Straße meterweit geflogen. © Victoria Garwer
Automatensprengung

Diskussion nach Sprengung: Wieso trifft es immer Volksbank-Automaten?

Bei den letzten Sprengungen in Vreden waren immer Automaten der Volksbank-Gruppe betroffen. Wir haben bei den Geldinstituten nachgefragt, woran das liegen könnte.

Mai 2016, Juni 2020, September 2020, Mai 2021. Viermal in den vergangenen fünf Jahren haben Kriminelle Geldautomaten in Vreden gesprengt. In allen vier Fällen waren es Automaten der Volksbank-Gruppe. Die Einrichtungen der Sparkasse oder anderer Banken blieben hingegen in dieser Zeit verschont.

Woran liegt es, dass die Täter es offenbar auf Volksbank-Automaten abgesehen haben? Das haben wir Hans Gerd Ostendarp, Teilmarktleiter Vreden bei der Volksbank Gronau-Ahaus, gefragt. Er sieht einen möglichen Grund beim Standort.

„Da Vreden eine ländlich strukturierte Flächengemeinde ist, stellen wir unseren Kunden in Vreden eine große Anzahl an Geldautomaten zur Verfügung, die allesamt gut erreichbar sind und eine gute Verkehrsanbindung haben. Dies mag ein Grund für die Sprengung unserer Automaten sein“, schreibt er in einer schriftlichen Antwort.

Allerdings liegen auch die Einrichtungen der anderen Banken an Hauptstraßen oder leicht zugänglichen Wegen. Und im Juni 2020 schlugen die Täter sogar am Vredener Volksbank-Hauptsitz mitten in der Innenstadt zu.

Sicherheitssysteme haben dieses Mal funktioniert

Zahlreiche Vredener vermuten in den sozialen Netzwerken, dass es vielmehr daran liegt, dass die Geldinstitute unterschiedliche Sicherungssysteme nutzen. Dazu kann auf Anfrage der Redaktion weder die Volksbank noch die Sparkasse eine klare Aussage treffen. „Wir wissen schließlich nicht, welche Maßnahmen die anderen ergreifen“, sagt Robert Klein, Pressesprecher bei der Sparkasse Westmünsterland. „Aber wir für unseren Teil investieren erheblich in die Sicherheit unserer Standort.“

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Geldautomat gesprengt

Wie genau die Automaten gegen solche Sprengungen geschützt sind, möchte er nicht verraten. So handhabt es auch Hans Gerd Ostendarp. Er betont jedoch: „Diese aktuelle Sprengung hat gezeigt, dass unsere Sicherungsmaßnahmen greifen. Der Tresor hat dem Sprengversuch standgehalten, die Täter konnten keine Beute machen.“ Auch im September 2020, als ein Automat der VR-Bank Westmünsterland in einer Tankstelle gesprengt wurde, sind die Täter leer ausgegangen. Die VR-Bank gehört zur Gruppe der Volksbanken.

Maßnahmen werden laufend überprüft

Nichtsdestotrotz möchte die Volksbank Gronau-Ahaus nach der neuesten Sprengung die Sicherheitsmaßnahmen überprüfen. Dazu stehe man in ständigem Austausch mit den Kriminalbehörden, schreibt Hans Gerd Ostendarp. Ob der Geldautomaten an der Zwillbrocker Straße wieder aufgestellt wird, steht noch nicht fest. Die Volksbank prüft zurzeit, was die aktuelle Sprengung für die allgemeine Strategie bedeutet.

Nach der letzten großen Sprengung im vergangenen Sommer hatte die Volksbank entschieden, die Geldautomaten in Lünten und Ammeloe abzubauen, um die Anwohner in direkter Nähe zu schützen. In Kürze soll der Automat in Lünten wieder in Betrieb gehen – mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen. Für den Standort Ammeloe werden aktuell bei der Volksbank noch Alternativen diskutiert, schreibt Hans Gerd Ostendarp.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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