Dürre, Wolf und Schweinepest beschäftigen die Landwirte

hzWinterversammlung

Landwirte aus Ellewick, Crosewick und Zwillbrock blickten in ihrer Winterversammlung auf das Jahr zurück. Neben allen wichtigen Dingen kam auch der Sport zur Sprache.

Ellewick/Zwillbrock

, 13.01.2019, 14:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aktuelle landwirtschaftliche Themen – von den Ertragseinbußen durch den Rekordsommer 2018, über hohe Hürden bei der Schweinehaltung bis zu Sicherheitsmaßnahmen zur afrikanischen Schweinepest standen am Donnerstag im Mittelpunkt der Winterversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Ellewick-Crosewick-Zwillbrock.

Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch nahm an der Veranstaltung teil, um die Themen zu erfahren, mit denen sich die Landwirte zurzeit beschäftigen. „Sollte die afrikanische Schweinepest zu uns kommen, gibt es entsprechende Sicherheitsmaßnahmen. Der Kreis Borken hat sich gut darauf vorbereitet“, hob Vredens Bürgermeister hervor. Die Landwirtschaft habe für Vreden eine extrem hohe wirtschaftliche Bedeutung, denn es gebe auch viele positive wirtschaftliche Entwicklungen, die mit der Landwirtschaft zu tun hätten.

„Schadensbegrenzung“

Anschließend blickte Thomas Siehoff (Ortsverbands-Vorsitzender) auf die schwierigen Bedingungen der Landwirte im vergangenen Jahr, aufgrund des regenarmen Rekordsommers: „Der Ackerbau war reine Schadensbegrenzung, das Getreide hat gelitten, die Erträge waren nicht mal durchschnittlich und der Mais ist vertrocknet.“

Dürre, Wolf und Schweinepest beschäftigen die Landwirte

Von links: Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch, Thomas Siehoff (Ortsverbands-Vorsitzender Ellewick-Crosewick Zwillbrock), Dr. Ulrike Janßen-Tapken (Landwirtschaftskammer NRW), Anke Knuf (stellv. Kreislandwirtin) und Anja Keuck (Landwirtschaftskammer Kreisstelle Borken). © Anne Rolvering

Fünfzig Prozent Ertragseinbußen seien bei den Landwirten keine Seltenheit gewesen. Der Milchpreis in der EU wäre überdurchschnittlich hoch gewesen aber die Kälberpreise lagen unter den Vorjahreswerten und die Preise für Schlachtvieh brachen ein. „Bei den Schweinen waren die Margen eng, mit vielen Unsicherheiten. Das staatliche Tierwohllabel lässt auf sich warten und es gab eine Talfahrt bei den Ferkelpreisen“, erklärte Thomas Siehoff. Schwierigkeiten hätte es auch aufgrund der Zölle auf Schweinefleisch und Soja gegeben. Nun sei die gesamte Schweinebranche verunsichert, aufgrund der Angst vor der afrikanischen Schweinepest, die überall ausbrechen könnte.

K-Fragen der Ferkelerzeuger

Außerdem würden den Ferkelerzeugern die K-Fragen große Sorgen bereiten: das ausstehende Verbot der betäubungslosen Kastration und die Frage nach den Alternativen; die Kastenstandfrage, mit den damit verbundenen hohen und für die meisten Ferkelerzeuger nicht zu stemmenden (Um-) Baukosten im Deckzentrum und Abferkelbereich sowie der Verzicht auf das Kupieren der Schwänze und die Kennzeichnung von Haltung und Herkunft von Schweinefleisch.

Lob für Blühstreifenaktion

Weiter bezeichnete Thomas Siehoff die Düngeverordnung als „Papiertiger“. „In unserem Bereich haben die Landwirte bewiesen, dass intensive Landwirtschaft im Einklang mit dem Gewässerschutz ist. Wir sind unter dem Grenzwert geblieben,“ sagte der Ortsverbands-Vorsitzende. Die fünf Hektar umfassende Blühstreifenaktion des vergangenen Jahres hätte großen Anklang gefunden. Beim Ortsverein Ellewick-Crosewick-Zwillbrock gebe es jetzt eine eigene Laufgruppe. Bei der sportlichen Aktion „De Buurn“ könne man gut miteinander ins Gespräch kommen.

Schulklassen auf den Höfen

150 Schulklassen hätten in den letzten fünf Jahren Hofbesichtigungen in Ellewick-Crosewick und Zwillbrock erlebt. Nun soll es eine weiter vertiefte Zusammenarbeit mit den Schulen geben, für weitere Aktionen würden noch neue Höfe gesucht, die sich beteiligen möchten. Weitere geplante Öffentlichkeitsaktionen seien die Natur-Tour am 23. Juni und die Ausbildungsmesse im August. „Wir wollen und müssen uns einmischen, damit die Landwirtschaft erfolgreich bestehen kann“, betonte Thomas Siehoff.

Anschließend berichteten Gerd Helmer von den Nebenerwerbslandwirten und Norbert Effing-Timmermann vom Milchausschuss. „Die Preise der Milch konnten im vergangenen Jahr stabil gehalten werden, ich denke, dass es in diesem Jahr wahrscheinlich auch so ist“, sagte Norbert Effing-Timmermann. Im Anschluss sprach Anke Knuf (stellv. Kreislandwirtin) unter anderen über die Vorkehrungen gegen die afrikanische Schweinepest. Auch Jörg Sümpelmann (Geschäftsführer Landwirtschaftlicher Kreisverband Borken) wies auf die Sicherheitsmaßnahmen hin und betonte, dass die Landwirte ihre Höfe einfrieden müssten und alle Silos verschließen sollten.

Hofabgabeklausel und Gewässerrandstreifen

Das „Problem Wolf“ solle mit einer „Wolfsresolution“ angegangen werden, damit etwas gegen die Population von Wölfen in der Region unternommen werde.

Außerdem berichtete Jörg Sümpelmann über die Hofabgabeklausel, landwirtschaftliches Bauen und Maßnahmen bei Brand und Großschadensfällen.

Anja Keuck (Landwirtschaftskammer Kreisstelle Borken) referierte über das Thema „Gewässerrandstreifen – Vordenken, Mitdenken, gemeinsam Denken“. Das Thema „Supermeatboy – das Tierwohl Start-Up, Erfahrungen nach zwei Jahren“ stand im Blickpunkt des Referates von Harm Böckmann (Geschäftsführer von Supermeatboy und Internetaktivist).

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